Dorferneuerung: Moderner Blick für das Historische

Goddelsheim: Haus Kalhöfer und Heimatstube werden bald bezogen

+
Aktiv für den Dorftreff: Für den Umbau des Hauses Kalhöfer und Museums zu Heimatstube und Dorftreff beteiligen sich alle Vereine mit Eigenleistungen.   

Goddelsheim. Das letzte große Projekt der Dorferneuerung in Goddelsheim ist der Umbau des Dorfmuseums und angrenzenden Hauses Kalhöfer zu Wohnhaus, Heimatstube und Dorf-Treffpunkt. Seit April sind die Arbeiten weit fortgeschritten: Die Wohnung ist bis Ende September bereits bezugsfertig.

Während in der unteren Etage eine Wohnung mit Terrasse eingerichtet wird, findet in den oberen Räumen die Heimatstube Platz: „Jeder Raum wird möglichst so genutzt wie einst“, erklärt Reinhard Weber, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung alten Kulturgutes in Goddelsheim, kurz Kulturverein. Ob Küche, Kinder- und Wohnzimmer, Arbeitsraum mit Webstuhl, Schlafzimmer – alle Räume werden mit historischen Einrichtungsgegenständen bestückt, mit denen der Kulturverein gut ausgestattet ist.

Sogar die alte Räucherkammer bleibt zum Teil erhalten. Stückweise bleiben auch die alten Farben oder Tapeten sichtbar, an manchen Wänden werden historische Streichtechniken und Tapeten zu sehen sein und an einer Stelle soll der Blick frei bleiben auf die historische Bauweise: Holz, Lehm und Stroh, erklärt Reinhard Weber. Auch die alten Türen und einige Zimmerdecken bleiben im Original.

Heizung und neue Fenster

Dabei ist das Haus in jeder Weise modernisiert: Neue Fenster aus Holz mit senkrechten Sprossen sorgen für schlanke Profile und ein stimmiges Erscheinungsbild des Hauses Kalhöfer aus Bruchstein; das Gebäude wurde an die Erdgasleitung angeschlossen, mit modernen Heizungen versehen, Fluchtwege gibt es ebenfalls. Die Decke zur oberen Etage wurde extra mit Eisenträgern verstärkt, damit die Statik auch dann sicher ist, wenn beim nächsten Kartoffelbraten viele Besucher einkehren.

Rund 30 Mitglieder des Kulturvereins haben bereits 360 Stunden an Eigenleistung erbracht – unter anderem Rück- und Abbrucharbeiten erledigt, damit die Handwerker gleich starten konnten.

Möbel rücken

Bis Ende Oktober soll die Heimatstube fertig sein, dann werden die Möbel gerückt – und ab Mitte November ist Platz für den Umbau des Museums zum Dorftreffpunkt. „Auch dann werden viele Arbeiten in Eigenleistung erbracht, da helfen alle Vereine mit, denn es werden ja auch alle Vereine das Haus nutzen“, sagt Reinhard Weber. „Jeden Abend wird der Dorftreff genutzt“ freut sich auch Rathauschef Steuber. „Die optimierte Nutzung war mir, dem Magistrat und den Stadtverordneten ganz wichtig“, betont er. 

Im Kostenrahmen

Bis jetzt sind wir voll im Kostenrahmen“, sagt Bürgermeister Uwe Steuber. Veranschlagt sind 550 000 Euro für den Umbau des Dorfmuseums und des Hauses Kalhöfer sowie die Schaffung von Räumen für Vereine und die evangelische Kirchengemeinde. Davon kommen 292 000 Euro aus dem Topf für Dorferneuerung. 

Für die Differenz kommen die Stadt Lichtenfels und die evangelische Kirchengemeinde auf. Die Kirchengemeinde, die den Dorf-Treffpunkt mitnutzen wird, zahlt 50 Prozent der ungedeckten Kosten, dabei mindestens 100 000 Euro, erklärte Dekanin Eva Brinke-Kriebel auf Nachfrage der WLZ. (md)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare