Unternehmen aus Oldershausen übernimmt die Bewirtschaftung von Hessen Forst

Lichtenfelser Stadtwald unter neuer Regie

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Übergabe der Stadtwaldbewirtschaftung: (von links) Bürgermeister Uwe Steuber, Eckhard Schnatz von der Forstkommission, HOFOS-Geschäftsführer Thorsten Nothwehr, Forstamtsleiter Dr. Gero Hütte-von Essen, bisheriger Revierförster Björn Weltecke mit Hund Leila und Friedhelm Emde von der Forstkommission.

Lichtenfels. Der Lichtenfelser Stadtwald steht unter neuer Regie. Am Freitag übergab Dr. Gero Hütte-von Essen, Leiter des Forstamtes Vöhl, die Unterlagen und Karten an Thorsten Nothwehr, Geschäftsführer der Oldershausen Holz- und Forstservice GmbH (HOFOS).

Das Forstunternehmen mit Sitz im Landkreis Northeim hat vom Stadtparlament den Zuschlag erhalten, den Stadtwald zu bewirtschaften – von der Betriebsplanung bis zur Vermarktung (wir berichteten). Am 1. Januar hat die HOFOS-GmbH die Aufgabe übernommen, seit August wurde Revierförster Martin Wrosch, der für den gesamten Lichtenfelser Stadtwald nun zuständig ist, bereits eingearbeitet.

Übergabe „partnerschaftlich“

Noch ist die Übergabevereinbarung nicht unterzeichnet, weil über die Vergütung des Forsteinrichtungswerks unterschiedliche Auffassungen herrschen. Das Werk beinhaltet, grob beschrieben, die Erfassung des Waldzustandes, die Kontrolle der erledigten Arbeiten und die Planung für einen Zeitraum von zehn Jahren. Während Hessen Forst für die Restlaufzeit des Werks bis 2024 einen Betrag von 60 000 Euro für angemessen hält und einfordert, sieht der Magistrat der Stadt Lichtenfels dafür keine Grundlage.

Gleichwohl betonten die Vertreter von Stadt, Hessen Forst und Oldershausen gestern eine „partnerschaftliche Übergabe“. „Dass die Übergabe seit August vorbereitet werden konnte, ist vorbildlich“, sagte Dr. Gero Hütte-von Essen von Hessen Forst. Das habe die Möglichkeit geboten, auf die örtlichen Besonderheiten, Grenzen und Kulturen aufmerksam zu machen, als auch den Holzeinschlag und den Verkauf fertigzustellen. „Wir können einen geordneten Betrieb übergeben“, betonte Hütte-von Essen.

„Wir sind dankbar, wie partnerschaftlich die Übergabe abgeschlossen werden konnte. Die Zusammenarbeit zwischen Hessen Forst und dem Forstunternehmen Oldershausen ist sehr gut gelaufen“, sagte Bürgermeister Uwe Steuber: „Wir gehen mit einem guten Verhältnis zum Forstamt in eine neue Zeit“.

Für den Auftrag dankte der Oldershäuser Geschäftsführer Thorsten Nothwehr und unterstrich: „Es war eine richtige Entscheidung, einen eigenen Stadtförster einzustellen“. Das sei sonst nicht üblich. Erst einmal werde sich das Unternehmen „am aktuellen Datenbestand orientieren, um den Wald vernünftig und nachhaltig zu bewirtschaften.“

Auflagen möglich

Eine Herausforderung würden noch die hohen Verbiss- und Schälschäden im Stadtwald darstellen. Das Regierungspräsidium Kassel werde das Forsteinrichtungswerk wahrscheinlich nur unter Auflagen genehmigen, erklärte Eckhard Schnatz, Mitglied der Forstkommission im Stadtparlament. Eine Genehmigung nur unter Auflagen zu erhalten, sei „höchst problematisch“, sagte Bürgermeister Steuber. „Die Stadt steht in intensivem Dialog mit den Jagdpächtern und Jagdgenossenschaften, um das Problem zu regeln“, betonte der Rathauschef. „Wir werden bei Neuverpachtungen, die ab April 2020 anstehen, neue Regeln für den Stadtwald vorschlagen.“

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