CORONA Nach Absage des Igelfestes – Das Waldecker Lied soll erklingen

Fürstenberg zeigt Flagge

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Zum Festwochenende sind die Fürstenberger aufgerufen, ihre Flaggen an ihren Häusern zu hissen. Auch das Waldecker Lied soll erklingen. 

Nachdem die Fürstenberger ihr Igelfest aufgrund von Corona absagen mussten, sind sie dazu aufgerufen, ihr Fest nun symbolisch begehen - mit Flaggen hissen und dem Waldecker Lied. 

Lichtenfels-Fürstenberg – „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, sagen die Mitglieder des Fürstenberger Schützenvereins, die das Igelfest in dem Lichtenfelser Bergstädtchen traditionell am Wochenende vor Pfingsten ausrichten. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten sie das traditionsreiche Fest dieses Jahr absagen. Sie möchten trotzdem feiern – aber auf eine Art, die niemanden gefährdet.

Und so rufen sie alle Einwohner Fürstenbergs auf, über das eigentliche Festwochenende ihre Fahnen an ihren Häusern zu hissen. Außerdem laden sie die Fürstenberger ein, am Sonntag, 24. Mai, um 10 Uhr vor die Haustür zu treten, um gemeinsam die erste Strophe des Waldecker Liedes anzustimmen. „So lasst uns trotz der Pandemie die Gemeinschaft erhalten und uns von zu Hause aus erfreuen“, heißt es auf dem Flyer, der am kommenden Wochenende noch an alle Haushalte der Igelstadt verteilt wird.

Gemeinschaft auf andere Art stärken

„Damit ist nicht gemeint, eine illegale Party zu feiern. Wir wollen einfach an die Tradition erinnern und die Gemeinschaft im Ort eben auf diese Weise stärken, wenn es auf unsere traditionelle Weise nicht geht“, sagt Florian Heidel, der dem Ortsbeirat angehört. Das Gremium unterstützt die Aktion des Schützenvereins zum Igelfest am 24. Mai ebenso wie der Heimat- und Verkehrsverein und die Igelburschen.

„In der neueren Geschichte ab dem 19. Jahrhundert fand das Fest unseres Wissens nur während des Zweiten Weltkrieges nicht statt, sonst immer“, sagt Florian Heidel. So hoffen die Veranstalter auf eine rege Beteiligung an ihrer Aktion – und auf ein richtiges Igelfest im kommenden Jahr.

Igelsage

Das Igelfest in Fürstenberg geht auf eine über 700 Jahre alte Geschichte zurück. Der Sage nach soll ein Igel den Grafen Heinrich von Waldeck vor einem Sturz in den Abgrund bewahrt haben, als dessen Pferd vor dem Igel scheute. Für den Dienst, den ihm der Igel erwiesen hatte, verlieh der Graf dem Ort „Vorsteburg“, wie er seinerzeit hieß, die Stadtrechte – die Ortschaft wird 1267 erstmals als Stadt bezeichnet – und einen silbernen Kelch, der beim Igelfest als Ausschank herumgereicht wird. So wird bis heute am Wochenende vor Pfingsten in Fürstenberg das Igelfest gefeiert. (md)

 

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