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„Gäste“ aus der rechtsextremistischen Szene in Sachsenberg

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Von: Marianne Dämmer

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Feature / Symbol: Neonazi-Demo in Bielefeld 11/19 thg Neonazi-Demo der Partei Die Rechte für Holocaust-Leugnerin Ursula
Zum Kreis der Holocaustleugner gehören zumindest einige der Tagungsteilnehmer, die in Sachsenberg zusammen gekommen sind. Sie unterstützen die Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel. (Symbolfoto) © teutopress GmbH via www.imago-images.de

Männer aus der rechtsextremitischen Szene nahmen am letzten Juni-Wochenende an einer Tagung in Sachsenberg teil.

Waldeck-Frankenberg – Auf Vermittlung einer Sachsenbergerin hat der Verein „Ur-Europa – Gemeinnützige Gesellschaft für europäische Urgeschichte“ in der Waldpension Felsenkeller in Sachsenberg eine Vortragstagung abgehalten. Das Brisante: Nach WLZ-Informationen haben an der Tagung bekannte Vertreter der rechtsextremistischen Szene aus Deutschland und Österreich teilgenommen, darunter Andreas Thierry, Roland Wuttke und Gerd Zikeli.

Roland Wuttke ist stellvertretender Vorsitzender des rechtsextremistischen Vereins „Gedächtnisstätte“. Diesem 1992 gegründeten Verein stand bis 2003 die Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel vor. Der Verein wird vom niedersächsischen Verfassungsschutz beobachtet. „Mit dem Leitsatz „Zukunft braucht Herkunft“ betont der Verein „die persönliche Identifizierung durch Abstammung“, die im „urmenschlichen Interesse“ sei. In diesem Sinne betreibt er eine revisionistische, antisemitische und fremdenfeindliche Geschichtsbetrachtung und -verbreitung“, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2021 des Landes Niedersachsen.

Während sich der Verein „Ur-Europa“ nach Außen hin von nationalsozialistischem Gedankengut distanziert, werden die Verbindungen zur rechtsextremistischen Szene mit Blick auf die Tagungsteilnehmer offensichtlich.

Geldspenden für rechtsextremistischen Verein

Zumal der Redaktion ein Schreiben vorliegt, das am Rande der Vortragstagung aufgetaucht ist, aus dem klar hervorgeht, dass mindestens ein Teilnehmer der Ur-Europa-Tagung in Sachsenberg den rechtsextremistischen Verein „Gedächtnisstätte“ bislang finanziell unterstützt hat.

Die Inhaberin der Pension in Lichtenfels, Ariane Ernst, habe erst geahnt, wen sie über das Wochenende beherbergte, als sie die Wortwahl der Teilnehmer vernahm. Daraufhin fing sie an zu recherchieren – und wandte sich an die Heimatzeitung.

Verein „Ur-Europa“ - Vermittelt von einer Sachsenbergerin

Vermittelt hat den Verein „Ur-Europa“ die Sachsenbergerin Dorli Rauch, die viele Jahre für die Grünen in der Lichtenfelser Stadtverordnetenversammlung saß und dem Kulturkreis Sachsenberg vorsitzt.

Auf Nachfrage sagt Dorli Rauch, sie habe nicht gewusst, wer sich hinter den Namen einiger der Teilnehmer verberge. „Mich haben die Themen interessiert, die dort behandelt wurden. Es war sehr harmonisch. Politische Ansichten waren kein Thema.“ (Von Marianne Dämmer)

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