Heimat- und Verkehrsvereins veranstaltet ersten Fürstenberger Familiennachmittag

„Der Eiserne“ und das Igelfest in Fürstenberg

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Das Organisatorenteam des Fürstenberger Familiennachmittags – von links: Yvo Janssene, Wilfried Heidel, Arno Huhn, Florian Heidel, Felix Walter und Uwe Murawski.   

Fast 50 Freunde des Heimat- und Verkehrsvereins besuchten den ersten Fürstenberger Familiennachmittag im Hotel „Zur Igelstadt“. Das Thema:  „Heinrich der Eiserne und das Igelfest“.

Fürstenberg – „Heinrich der Eiserne und das Igelfest“ ist für die Fürstenberger eine Herzensangelegenheit, und so verfolgten sie gespannt die Ausführungen der Sparte „Historische Freunde“, die zum Verein gehört.

Die Gruppe Idealisten wollte ihren Zuhörern neue Facetten des emotional besetzten Themas nahebringen. Wilfried Heidel eröffnete den Nachmittag mit einer plastischen Version der Igelsage, bei der er eine Niederschrift von Marie Schmalz aus dem Jahr 1913 frei auf Fürstenberger Platt übersetzte. Dabei ließ er die Gegend um und in Fürstenberg und zeitkritische Aspekte mit einfließen.

Vorsitzender Yvo Janssens beleuchtete das Leben und Wirken des Waldecker Grafen Heinrich VI. Dabei erwähnte er auch die Wallfahrt des 16-Jährigen nach Jerusalem – Marie Schnatz bezeichnet sie in ihren Ausführungen über die Igelsage als Dankgelöbnis für seine Errettung bei Fürstenberg. Breiteren Raum nahmen Heinrichs strategischen Unternehmungen ein. Als Verbündeter des hessischen Landgrafen Hermann II. nahm er mehrmals an der Belagerung Kassels teil.

Vergeltungszug des Landgrafen gegen die Padberger Raubritter

Er belagerte und plünderte Korbach, das sich seinen Abgabeforderungen widersetzt hatte. Er beteiligte sich auch an einem Vergeltungszug des Landgrafen gegen die Padberger Raubritter. Bei der Schlacht vor dem Fürstenberge wurden sie geschlagen. Heinrich stiftete das Frauenkloster „Marienthal“ bei Netze, die erste Klostergründung der Waldecker Grafen. In der Grablege der Familie in der Kapelle neben der Klosterkirche fand Heinrich 1397 seine letzte Ruhestätte.

Nach dem Kaffeetrinken unternahmen Uwe Murawski, Arno Huhn und Florian Heidel mit einer Power-Point-Präsentation eine „Zeitreise zu den Igelfesten ab den 1860er Jahren“, die Florian Heidel humorvoll moderierte. Er begann mit Zeitungsausschnitten, die Uwe Murawski im Archiv der WLZ gefunden hatte. Dann spannte sich der Bogen über eine Anzahl alter Bildpostkarten und privater Bilder hin zu Einträgen in der Chronik.

Geschichte Fürstenbergs noch besser wiedergegeben

Wie ein roter Faden zog sich der stete Wandel des Festablaufs durch den Bericht. Gäste gaben dazu Erläuterungen und schlossen so einige Lücken im Zeitgeschehen. Einige waren zudem im Vorfeld dem Aufruf gefolgt, dem Team alte Bilder, Postkarten, Berichte oder Karten zum Einscannen zur Verfügung zu stellen. Die Akteure hoffen, dass es so weitergeht, damit die Geschichte Fürstenbergs noch besser wiedergegeben werden kann. Den Abschluss bildete der Igelfest-Film aus dem Jahr 1953. Alle waren sich einig, dass eine Fortsetzung folgen muss. (red)      

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