10.000 Euro Belohnung für Hinweise

Schrecklicher Fund bei Lichtenfels - Hirsch getötet und enthauptet - Hohe Belohnung für Hinweise

Das Geweih des Hirsches (Symbolbild) soll vor allem weibliche Tiere und männliche Konkurrenten beeindrucken. Aber auch als Trophäe ist es begehrt.
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Das Geweih des Hirsches (Symbolbild) soll vor allem weibliche Tiere und männliche Konkurrenten beeindrucken. Aber auch als Trophäe ist es begehrt.

Es ist eine Belohnung in ungewöhnlicher Höhe: 10. 000 Euro werden für Hinweise auf Wilderer im Grenzgebiet von Westfalen und Hessen im Raum Lichtenfels ausgelobt.

  • Im Revier der Forstverwaltung Faust im Raum Lichtenfels ist der Kadaver eines gewilderten Hirschs gefunden worden.
  • Die Wilderer haben den Kopf abgetrennt und den Rest des Körpers liegen lassen.
  • Die Revierinhaber setzen 10 .000 Euro Belohnung für Hinweise auf den oder die Täter aus.

Lichtenfels – Es ist eine Belohnung in ungewöhnlicher Höhe: 10. 000 Euro werden in einer Anzeige der Waldeckischen Landeszeitung ausgelobt für Hinweise auf Wilderer im Grenzgebiet von Westfalen und Hessen im Raum Lichtenfels (Waldeck-Frankenberg). Dort sei im Revier der Forstverwaltung Faust der Kadaver eines gewilderten Hirschs gefunden worden.

Der oder die Täter hätten das Tier getötet, seinen Kopf abgetrennt und den Rest des Körpers liegen gelassen. „Wahrscheinlich ging es dem oder den Tätern um die Trophäe“, vermutet Rechtsanwalt Matthias Rappel aus Winterberg. Sein Name und seine Kontaktdaten stehen unter der Anzeige; er vertritt die Revierinhaber, die nicht selbst in der Öffentlichkeit auftreten möchten.

Getötetes Tier: Schon seit mehreren Jahren treiben Wilderer ihr Unwesen bei Lichtenfels

An welchem Ort genau der Kadaver gefunden wurde, ist dem Rechtsanwalt nicht bekannt. Die Wälder der Forstverwaltung Faust liegen laut Internetrecherche auf Lichtenfelser Gebiet im Kreis Waldeck-Frankenberg, unmittelbar jenseits der Stadtgrenze von Medebach. In Waldeck-Frankenberg haben Naturfreunde einen Hirsch gerettet, der sich in einem Zaun verheddert hatte.

Es ist nicht nur die unrechtmäßige Tötung des Hirschs, die Rappels Mandanten wütend macht. „Wertvolles Wildfleisch von rund 100 Kilogramm wurden achtlos im Wald liegengelassen und verweste dort“, heißt es in der Anzeige. Erschwerend kommt hinzu, dass das Ganze nicht zum ersten Mal passiert sein soll: Seit mehreren Jahren schon trieben der oder die Unbekannten in der Gegend ihr Unwesen. Wie oft genau es dort schon ähnliche Vorfälle gegeben haben soll, war bisher allerdings nicht herauszufinden. Die 10 .000 Euro Belohnung sollen an denjenigen ausgezahlt werden, der Hinweise geben kann, die „zur Überführung und rechtskräftigen Verurteilung des Täters führen“.

Hirsch bei Lichtenfels enthauptet: Wilderer haben das Tier getötet

Wilderei – das klingt nach lang vergangenen Zeiten, Heimatfilmen und romantischem Rebellentum. Doch auch im Wald des 21. Jahrhunderts wird unerlaubt gejagt. Allerdings geht es vielen Wilderern heute nicht mehr um billiges Fleisch oder gar die Rettung der hungernden Familie, sondern um Trophäen. Die Geweihe und Köpfe der Tiere sind begehrter Schmuck.

Die Polizei erfasste im vergangenen Jahr deutschlandweit 907 Fälle von Jagdwilderei. Die Zahl dieser angezeigten Vorfälle ist im Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre gesunken – 1996 war das Jahr mit den meisten Fällen in diesem Zeitraum: 1502.

Wilderern geht es um Geweihe und Köpfe der Tiere als Trophäen

Neben dem Verlust von Wildfleisch und Trophäen beklagen rechtmäßige Jäger und Jagdverbände auch die oft unfachmännische Tötung der Tiere durch Wilderer. So komme es nicht selten vor, dass diese das Wild nur verletzten und dieses dann zugrunde gehen.

Revierinhaber setzten eine Belohnung für Hinweise auf den Täter aus

Um als Wilderer angeklagt und verurteilt zu werden, muss man das Tier nicht getötet haben. Es ist bereits verboten, gefundene Geweihe mitzunehmen, die im späten Winter oder im Frühling von den Hirschen abgeworfen wurden. Der Fachbegriff für solche Funde lautet Abwurfstangen; sie stehen demjenigen zu, der im betreffenden Revier das Jagdrecht ausübt.

Für Rechtsanwalt Rappel gehört Wilderei nicht zu den alltäglichen Fällen in seiner Kanzlei. Er sichert zu, Hinweise zum Fall des gewilderten Hirschs vertraulich zu behandeln. Hinweise an Rechtsanwalt Matthias Rappel, E-Mail: rappel@sbr-winterberg.de.(Stefanie Bald)

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