Neues Kapitel der Dalwigksthaler Mühlengeschichte – Raum für Feste

Jan Küstner macht Dalwigksthaler Mühle zum Treffpunkt

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Die historische Kornmühle in Dalwigksthal hat Jan Küstner so hergerichtet, dass sie für Feste und Kulturveranstaltungen genutzt werden kann.

Lichtenfels-Dalwigksthal – Ein neues Kapitel der Dalwigksthaler Mühlengeschichte wird geschrieben: Jan Küsstner saniert Teile der Mühle und macht sie zum Treffpunkt. 

Die letzten Weihnachtsferien verbrachte der Dalwigksthaler Jan Küstner in der rund 160 Jahre alten Mühle seiner Eltern – mit ausmisten, Wand einschlagen, Balken und Dielen ersetzen, staubsaugen und putzen. Bis in den Sommer hinein hat er jedes Wochenende und viele Abende in dem großen, fünfstöckigen Gebäude verbracht, das ein wichtiger Teil der Geschichte Dalwigksthals ist, alte Mühlen- und Bäckertradition verkörpert. „Seit Dezember war jeder Sonntag ein Mühlensonntag“, sagt der 39-jährige Dalwigksthaler und lacht.

Sein Ziel: Die Mühle zu bewahren und sie auf anderem Wege wieder zu dem zu machen, was sie zusammen mit der Bäckerei einmal war: „Treffpunkt und Umschlagplatz dörflicher Information“, wie Dr. Jürgen Römer 2001 zum 150-jährigen Bestehen von Dalwigksthal in dem Buch „Dorf und Burg – Geschichte(n) von Burg Lichtenfels und Dalwigksthal“ schrieb.

Bar im Mehllager

Zwei Gebäude, fünf Stockwerke und rund 800 Quadratmeter Nutzfläche wieder in Schuss zu bringen, ist mehr als eine Lebensaufgabe – und so konzentriert Jan Küstner sich darauf, die elterlichen Gebäude zu bewahren und immerhin auf rund 180 Quadratmetern zu nutzen: Im einstigen Mehllager hat er zwei Räume liebevoll restauriert, die er für Feiern vermietet, 80 bis 90 Sitzplätze sind möglich. Auch Veranstaltungen sollen dort stattfinden.

Die Dalwigksthaler Mühle prägt das Bild des Ortes.

Vorbei an historischen Roggenwalzenstühlen mit originalgetreuen Mehlsäcken, Riemenscheiben und dem Wandpult, auf dem das Brotbuch gewissenhaft geführt wurde, geht es in die Bar – dort hat er die Wände original mit altem Backstein belassen, von modernen Lampen indirekt beleuchtet. Die Bar ist mit Brettern verkleidet, die fast 100 Jahre auf der Wetterseite die Fassade bildeten. Über der Bar thront ein Muffelkopf, direktes Licht schenken über der Theke Metalllampen, die bis vor kurzem noch an Turbinen hingen. Ein Schliff mit der Drahtbürste – und schon passten sie zum rustikalen Ambiente. „Ich wollte möglichst viel von dem Material und den Gegenständen der Mühle wiederverwenden“, erklärt Jan Küstner, gelernter Feinmechanikermeister mit Spaß am Tüfteln. Den alten Dielenboden hat er abgeschliffen und eingeölt, nur einige Bretter ausgetauscht, sanitäre Anlagen neu gebaut.

"Für das Dorf und mit dem Dorf"

23 große Fenster mit insgesamt 276 kleinen Scheiben in Stahlrahmen hat er mühselig geputzt und wo nötig, das Glas ersetzt. Die viele Meter hohe Außenwand an der Wetterseite, die schwer in Mitleidenschaft gezogen war, ließ er mit Trapezblechen schließen, nachdem wild gewachsene Bäume entfernt waren.

Durch die Vermietung als Partyraum möchte Jan Küstner wenigstens einen Teil der Ausgaben wieder reinbekommen – ohne dabei in Konkurrenz zur Dorfkneipe „Schule Dalwigksthal“ zu treten, Hessens erster und einziger Kneipe, die von einer Bürgergenossenschaft geführt wird. „Wir haben das alles im Vorfeld besprochen. Es soll ein Miteinander werden – für das Dorf und mit dem Dorf. Wer Catering braucht, kann die Schule beauftragen – deshalb habe ich auch keine Küche eingebaut, sondern nur eine Theke mit Spüle und Kühlschrank, und ich werde auch keinen Bar-Betrieb führen“, sagt Jan Küstner. So soll rund um das fast 160 Jahre alte Anwesen an der Orke in Dalwigksthal ein neues Kapitel Mühlengeschichte geschrieben werden – „für das Dorf und mit dem Dorf“.

Mühlentag mit Benefizkonzert am 4. August

Das neue Kapitel Mühlengeschichte beginnt offiziell am Sonntag, 4. August, mit einem Mühlentag und einem Benefizkonzert, das das Violin-Duo „Two 4 Strings“ um 17 Uhr in der Dalwigksthaler Mühle gibt. 

Kamilla Bush und Johannes Krampen präsentieren ein Musikerlebnis auf höchstem Niveau. Sie spielen Werke aus allen Epochen – von Klassik bis Pop und Rock – sowie selbst arrangierte Stücke. Sie sind bekannt dafür, die Grenzen der musikalischen Genre mit Raffinesse und Verve zu überschreiten. 

Der Mühlentag beginnt um 14 Uhr. Gäste haben Gelegenheit, Teile der alten Mühle anzusehen. Die Genossenschaft „Schule Dalwigksthal“ sorgt für Essen und Trinken. 

Der Eintritt zum Konzert ist frei, um eine Spende zugunsten der Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg wird gebeten. Alle Helfer verzichten auf Bezahlung, auch ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf von Speisen und Getränken wird gespendet. (md)

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