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Kindergärten in Lichtenfels: Kirche bleibt Träger

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Von: Marianne Dämmer

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Die Kindergärten der Stadt Lichtenfels – hier Münden – bleiben unter der Trägerschaft der Evangelischen Kirche – dazu wird der „Zweckverband Ev. Kindertagesstätten Eisenberg“ gegründet.
Die Kindergärten der Stadt Lichtenfels – hier Münden – bleiben unter der Trägerschaft der Evangelischen Kirche – dazu wird der „Zweckverband Ev. Kindertagesstätten Eisenberg“ gegründet. © Marianne Dämmer

Für die Kinderbetreung schließt die Stadt Lichtenfels einen neuen Vertrag ab mit dem „Zweckverband Ev. Kindertagesstätten Eisenberg“.

Lichtenfels – Seit Jahren werden die fünf Kindergärten der Stadt Lichtenfels in der Trägerschaft des Evangelischen Gesamtverbands Lichtenfels/Eisenberg betrieben. Die Stadt schließt nun einen neuen Betriebsvertrag mit der Ev. Kirche ab – allerdings unter neuen Vorzeichen und mit einigen Änderungen. So gründet die Kirche zum 1. Januar 2023 den „Zweckverband Ev. Kindertagesstätten Eisenberg“ mit Beteiligung der Kommunen Diemelsee, Korbach und Lichtenfels – und die Lichtenfelser Stadtverordneten haben dem Vertrag bei ihrer Sitzung am Dienstagabend in Sachsenberg unisono zugestimmt, nachdem im Vorfeld einige Änderungen nach ihren Wünschen in den Vertrag eingeflossen sind.

So habe die Kommune nun mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten. „Das war uns sehr wichtig“, erklärt der Lichtenfelser Bürgermeister Henning Scheele: So werde der Vorsitz im paritätisch besetzten neuen Kuratorium dauerhaft von einem kommunalen Vertreter wahrgenommen. „Bei Stimmengleichheit entscheidet der oder die Vorsitzende. Beschlüsse des Kuratoriums können im Vorstand des Zweckverbandes bzw. in der Verbandsversammlung nicht geändert werden. Eine notwendige Einigung erfolgt durch eine Clearingstelle. Die kommunalen Vertreter werden zu den Verbandsversammlungen eingeladen“, zählt Scheele auf.

Intensiv diskutiert und geprüft

Dem Beschluss der Stadtverordneten voraus gingen Diskussionen und Prüfungen über mehrere Monate. Da der aktuelle Vertrag mit dem Zweckverband Eisenberg zu Juli 2023 ausläuft, hatte die Stadt die Trägerschaft neu ausgeschrieben. Von zwei Bewerbern hatte sie Vertragsentwürfe erhalten, die im Magistrat und Ältestenrat ausgiebig geprüft wurden, so Scheele. Die Wahl sei erneut auf die ev. Kirche gefallen, nachdem auf die geäußerten Kritikpunkte Änderungsvorschläge gefolgt seien.

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die christlichen Werte in der vorschulischen Erziehung und Betreuung unserer Kinder weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden“, sagte André Grebe von der FDP. „Unser wichtigstes Ziel, mehr Beteiligung der Kommunen an Entscheidungsprozessen, haben wir erreicht, wir können damit sehr zufrieden sein“, sagt Uschi Müller von den Grünen.

„Die Probleme, die es an einzelnen Standorten gab, konnten in guten Gesprächen geklärt werden – wir haben so viel erreicht, wie rechtlich möglich ist“, signalisierte auch Friedrich Schüttler von der SPD die Zustimmung seiner Fraktion. Die Diskussionen seien nötig gewesen, der eingeschlagene Weg richtig, sagte Horst Wendt von der WGL. „Mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer wird das alles professioneller“, sagte Karl-Heinz Wilke von der CDU.

Wirtschaftlich beteilige die Kirche sich weiterhin am Defizitbetrag mit zehn Prozent, außer bei der 3. Gruppe in Sachsenberg. Neben der Wirtschaftlichkeit stehe jedoch vor allem ein hoher Standard der Bildungs- und Erziehungsarbeit ganz oben auf der Liste, die Kinder stünden im Mittelpunkt, betonte Bürgermeister Scheele. (Von Marianne Dämmer)

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