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Klappstuhlkonzert an Alter Mühle Dalwigksthal mit drei Bands

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Magnus Ernst: Der Songwriter (links) bot mit der Gruppe Rathmann, mit im Bild Caro Sommer und Arne Wolff, Kostproben seiner originellen Lyrik.
Magnus Ernst: Der Songwriter (links) bot mit der Gruppe Rathmann, mit im Bild Caro Sommer und Arne Wolff, Kostproben seiner originellen Lyrik. © Karl-Hermann Völker

Ein liebevoll mit Buchsbaum umhegter Garten, untergehende Sonne, Schäfchen am Zaun, letztes Rütteln des Turmfalken um den alten Schornstein vor der Nacht - atmosphärischer konnte die Kulisse an einem warmen Sommerabend für ein kleines Open-Air mit regionalen Musikern aus Waldeck-Frankenberg kaum sein.

Lichtenfels-Dalwigksthal –Jan Küstner, unermüdlicher Kultur-Organisator rund um seine Dalwigksthaler Alte Mühle, war glücklich: Nach mehrfach unterbrochener Pandemiepause konnte er wieder einmal viele Gäste zu einem Musikevent begrüßen, zum letzten Mal als „Klappstuhlkonzert“ in diesem Jahr.

„Wuthe und Faust“

Gleich drei Bands hatte er diesmal in seinen Mühlengarten eingeladen: „Wuthe und Faust“ mit Maik Garthe (Ellershausen) und Jan Hampicke (Kassel), „Rathmann“ mit dem aus Bottendorf stammenden Magnus Ernst als Songwriter und Frontmann sowie die neue Gruppe „Niklas Behle und Freunde“ aus dem Raum Korbach, die an diesem Abend ihren zweiten Auftritt hatte. Sie machten den Abend gemeinsam schon deshalb zur musikalischen Entdeckungsreise, weil keiner von ihnen altbekannte Cover-Songs anbot, sondern alle selbst gemachte Stücke mit unterschiedlichsten Stilformen und origineller Songwriter-Poesie präsentierten, was die Atmosphäre und das Hörerlebnis auch inhaltlich sehr individuell machte.

Mit starkem Groove und virtuosen Gitarrenläufen, technisch perfekt, synchron und ausgewogen in der akustischen Mischung von Western- und Fender-Gitarre bei Blues, Rock, Country und Folk, begeisterten zu Beginn Wuthe und Faust ihre große Fangemeinde. „Dreaming Of Good Times“, spielten sie, und Maik Garthe beschwor in seiner Moderation nicht ohne Sarkasmus die neuen „guten Zeiten, und zack - waren sie wieder vorbei.“

Wuthe und Faust: Jan Hampicke (links) und Maik Garthe boten einen kraftvollen Auftritt.
Wuthe und Faust: Jan Hampicke (links) und Maik Garthe boten einen kraftvollen Auftritt. © Karl-Hermann Völker

Niklas Behle mit Freunden

Bodenständigen Folk-Rock mit klaren harmonischen Grundstrukturen und feinen Gitarrenriffs, darüber die rockige, ausdrucksstarke Stimme des Frontmanns und Gitarristen bot der Korbacher Niklas Behle mit seinen Freunden: Das sind Kooshan Baheri (Bass), Marcel Nitsche (Gitarre) und Florian Müller (Schlagzeug). Die Gruppe ist aus der „Pole-Position“, so Behles erster Erfolgssong, heraus gestartet und kam auch beim anspruchsvollen Publikum in Dalwigsthal auf Anhieb gut an.

Newcomer: Niklas Behle (rechts) und Marcel Nitsche, hatten mit ihrer Band ihren zweiten öffentlichen Auftritt.
Newcomer: Niklas Behle (rechts) und Marcel Nitsche, hatten mit ihrer Band ihren zweiten öffentlichen Auftritt. © Karl-Hermann Volker

Gruppe „Rathmann“

Dass „Guter Rath“ zwar nicht teuer, aber das Leben an sich doch ganz schön kompliziert ist, zeigten anschließen die Songs der Gruppe „Rathmann“, wobei ihr Auftritt zum umjubelten Höhepunkt des Abends wurde. Songwriter Magnus Ernst, der mit dem Keyboard tanzt, beschwört mit seiner ausgeprägten, locker fließenden Lyrik Bilder und Fantasien zwischen banalem Alltag und großen Hoffnungen, Heimat und Fremde, Liebe und Verlust, Individuum und Gesellschaft.

An seiner Seite würzten Caro Sommer (Gitarre), Arne Wolff (Schlagzeug) und Moritz Weißhaupt (Bass) dieses Lebensgefühl mit sattem Sound und rhythmischer Kraft. Das Publikum erzwang noch zwei Zugaben. (Von Karl-Hermann Völker)

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