Kanzleramtsminister Braun beim Hessischen Waldbesitzerverband – Finanzspritze gefordert

Lichtenfels: „Baumsterben eine Katastrophe für den Wald“

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Beim Gespräch mit Kanzleramtsminister Helge Braun (4. von rechts) zur Situation des Hessschen Waldes waren Prinz Carl Anton zu Waldeck und Pyrmont (vorn rechts) und Bürgermeister Uwe Steuber (6. von rechts) vom Hessischen Waldbesitzerverband.  

Waldeck-Frankenberg – Beim Besuch von Kanzleramtsminister Helge Braun machten  private und kommunale Waldbesitzer deutlich, dass sie eine Wiederaufforstung ihrer Wälder ohne Finanzspritze aus Berlin kaum stemmen können.  

Der Hessische Waldbesitzerverband begrüßte den Besuch von Kanzleramtsminister Professor Helge Braun im Privatwald Blei in Reiskirchen-Ettingshausen bei Gießen. Der Chef des Bundeskanzleramtes wollte sich selbst ein Bild von der Lage des Waldes machen. Mit von der Partie in Reiskirchen waren auch die beiden Präsidiumsmitglieder des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Prinz Carl Anton zu Waldeck und Pyrmont und Bürgermeister Uwe Steuber als Vertreter des Hessischen Kommunalwaldes.

Prinz zu Waldeck begrüßte Kanzleramtsminister Braun im Namen des Präsidiums und wies auf die großen Herausforderungen mit Blick auf die sich verändernden Rahmenbedingungen bei der Waldbewirtschaftung hin.

Die Wälder in Hessen hätten durch die extremen Wetterbedingungen des Jahres 2018 schwere Schäden erlitten und würden sie immer noch erleiden, machte Christian Raupach, Geschäftsführer des Hessischen Waldbesitzerverbandes, deutlich. Schadorganismen wie Borkenkäfer, Pilze aber auch Schmetterlinge hätten sich in dem trockenen und heißen Sommer bis Ende Oktober massenhaft vermehren können. Es gebe kaum eine Baumart in Hessen, die das letzte Jahr schadlos überstanden habe. Fichten, Kiefern und Buchen seien gleichermaßen betroffen, die Esche gehe durch das Eschensterben in Hessen zugrunde. Das habe weitreichende Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.

Hohe Kosten für Aufarbeitung

Private und kommunale Betriebe müssten derzeit hohe Kosten für die Aufarbeitung des geschädigten Holzes tragen, ohne das Holz am Markt absetzen zu können. Die Holzqualität werde schnell gemindert, sodass auch ein späterer Absatz ungewiss sei. Kosten müssten vorfinanziert werden, dabei seien oftmals die Rücklagen längst aufgebraucht.

Bürgermeister Steuber erläuterte die Auswirkungen im Stadtwald Lichtenfels für die zukünftige Bewirtschaftung, aber auch für die städtischen Finanzen. Steuber warb für ein schlankes Förderprogramm für die Städte und Gemeinden. Zugleich bat er um lange Fristen, da die Baumschulen nicht in der Lage seien, die Setzlinge so schnell zu liefern. Minister Braun nahm die Anregungen mit nach Berlin.

Zuschüsse vom Bund gefordert

Uwe Steuber und Christian Raupach wiesen darauf hin, dass das Baumsterben „eine Katastrophe für den Wald“ bedeute. Ohne Zuschüsse aus Berlin, die von der Landesregierung entsprechend weitergeleitet werden müssten, seien private und vor allem kommunale Waldbesitzer nicht in der Lage, den für so viele Bereiche so wichtigen Wald – Klimaschutz, Erholung, Naturschutz – wieder herzustellen.

Die Waldbesitzer würden den Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner unterstützen, ein „Mehrere Millionen Bäume Programm“ aufzulegen und aus dem Klimafonds zu finanzieren. 

Die finanzielle Unterstützung der Waldeigentümer und Forstbetriebe sei dringend nötig, damit sie die erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung der Wälder stemmen könnten.   red

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