Amtierender Bürgermeister Uwe Seuber tritt nicht mehr an - Reaktionen der Fraktionsvorsitzenden

Lichtenfels: Bedauern über Steubers Entscheidung

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Noch Kollegen: Bürgermeister Uwe Steuber (Mitte) geht ab 1. März 2020 neue Wege jenseits des Bürgermeisteramtes – auf dem Foto mit (von links) Klaus Gier, Klaus Friedrich und Matthias Stappert.  

Lichtenfels – Die Entscheidung von Uwe Steuber, nicht ein viertes Mal um das Amt des Bürgermeisters in Lichtenfels zu kandidieren, hat  für Überraschung gesorgt – und für Bedauern.

Denn durch die Reihen aller Fraktionen hinweg wird Steubers Fleiß und sachorientiertes Wirken gelobt, was eine gute Zusammenarbeit ermöglicht habe.

Christdemokraten

„Wir bedauern die Entscheidung von Uwe Steuber, auch wenn sie mir persönlich nicht völlig überraschend kam“, sagt CDU-Fraktionschef Eckhard Schnatz auf Nachfrage dieser Zeitung. Die Zusammenarbeit mit Steuber sei eng und gut gewesen. „Wir haben auch gestritten, aber immer in der Sache und er war nie nachtragend.“ Nun sei wichtig, in den Forst- und Jagdstrukturen die letzten Weichen zu stellen.

„Die Arbeit in der Forstkommission hat in den letzten Monaten alle angegriffen, das war nicht einfach durchzustehen.“ Obwohl Lichtenfels eine finanzschwache Gemeinde sei, „sind wir doch attraktiv für einen Nachfolger, denn die Organisation ist gesund und Steuber übergibt die Geschäfte gut geordnet“, lobt Schnatz.

Sozialdemokraten

Davon ist auch SPD-Fraktionschef Friedrich Schüttler überzeugt: „Uwe Steuber wird das folgende Jahr noch viel arbeiten und ein gutes Erbe hinterlassen. So kennen wir ihn.“ Steuber habe viele wichtige Themen angestoßen. „Ich finde seine Entscheidung persönlich sehr schade. Wir haben mit ihm gemeinsam viel bewegt und es herrschte immer eine gute Atmosphäre zwischen Parlament und Bürgermeister“. betont Schüttler. „Ich hätte mir gewünscht, dass er noch sechs Jahre im Amt bleibt, auch wenn ich ihn persönlich verstehen kann. Er hat 18 Jahre lang erfolgreich gearbeitet. Und man geht am besten, wenn die anderen sagen, ‘ach, wie schade’“. Wichtig sei ihm, „dass wir die gute Atmosphäre beibehalten“.

WG Lichtenfels

„Ich bedauere wie alle Kollegen, dass Uwe Steuber nicht mehr antritt“, sagt Horst Wendt, Fraktionschef der Wählergemeinschaft Lichtenfels (WGL). „Aber persönlich kann ich ihn verstehen. Seine Entscheidung hat nichts mit Amtsmüdigkeit oder Einknicken vor Problemen zu tun. Er hat einfach den Wunsch, noch mal etwas Neues auszuprobieren, und das ist jetzt der richtige Zeitpunkt für ihn – er ist mit 56 Jahren noch jung genug“. Die WGL habe Steuber damals zusammen mit der FDP als Kandidat unterstützt, „und er hat uns nicht enttäuscht“, sagt Wendt. Wichtig sei nun, „die begonnenen Projekte fertig zu bekommen – von Kindergartenausbau über Wald und Jagd – weil Uwe Steuber in der Sache drin ist.“

Freidemokraten

„Ich hatte eine kleine Befürchtung, dass Uwe Steuber nicht mehr antritt, war dann aber doch überrascht, dass es so gekommen ist“, sagt FPD-Fraktionschef Friedhelm Emde. „Wir bedauern seine Entscheidung, er ist ein sehr engagierter Bürgermeister, der viel bewegt hat. Aber ich kann auch verstehen, dass er noch mal etwas anderes machen möchte.“

Mit den aktuellen Forst- und Jagdthemen sei die richtige Bahn eingeschlagen worden. Er wünsche sich für Lichtenfels, dass Steuber diese Themen sowie die Dorferneuerung und Erweiterung der Kindergärten abschließen und den neuen Bauamtsleiter noch einarbeiten könne, schließlich seien in der Stadt nun zwei wichtige Posten neu zu besetzen.

Bündnis 90/ Grüne

Überrascht von Uwe Steubers Entscheidung war auch Dorli Rauch, Fraktionschefin von Bündnis 90. „Wir schätzen an Uwe Steuber, dass Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten immer auf der sachlichen Ebene geblieben sind und die persönliche Ebene davon unbelastet blieb“, sagt sie. „Wenn Fragen unsererseits waren, hat er immer per Mail oder Telefon schnell reagiert und Stellung bezogen oder Infomaterial übermittelt“.

In der politischen Arbeit allerdings habe den Grünen unter anderem der Abbau von Schulden und die fehlende Umwandlung der Straßenbeiträge in wiederkehrende jährliche Ansparbeiträge gefehlt, sagt Fraktionsvorsitzende Dorli Rauch.

Grüne Bürgerliste

„Dass Uwe Steuber nicht mehr antritt, damit habe ich nicht gerechnet. Ich war erstmal sprachlos“, sagt Gerd Dewender von der Grüne Bürgerliste. „Ich hätte gern gesehen, dass er noch eine weitere Amtszeit wirkt.“

„Mit Uwe Steuber gab es immer eine gute Zusammenarbeit, ob im Magistrat oder in der Stadtverordnetenversammlung. Er hat vieles durchgebracht“. Wie die anderen Stadtverordneten hofft auch Dewender, „dass Uwe Steuber die angeschobenen Projekte, wie etwa eine dritte Kindergartengruppe in Sachsenberg, noch gut zu Ende bringt.“

Am Montagabend hatte Uwe Steuber mitgeteilt, dass er nicht wieder für das Amt des Bürgermeisters kandidiert. 

Die Vorsitzenden der sechs Fraktionen wollen sich in den kommenden Wochen am runden Tisch zusammensetzen, um sich über mögliche Kandidaten auszutauschen. Am 15. September wird gewählt. Unisono betonten alle, die „Lichtenfelser Verhältnisse“ – durch sachlichen Austausch in Ausschüssen und Parlament den für Lichtenfels besten Konsens zu finden – beibehalten zu wollen.  (md)

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