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Lichtenfels: „Dank an alle Ehrenamtlichen“

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Von: Marianne Dämmer

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Zum Lichtenfelser Netzwerk gehören federführend – (von links) mit Bürgermeister Henning Scheele – Vika und Igor Pompash sowie Manuel Gebhardt, doch noch viel mehr Bürgerinnen und Bürger aus Lichtenfels bringen sich beispielhaft und enorm für Flüchtlinge aus der Ukraine ein.
Zum Lichtenfelser Netzwerk gehören federführend – (von links) mit Bürgermeister Henning Scheele – Vika und Igor Pompash sowie Manuel Gebhardt, doch noch viel mehr Bürgerinnen und Bürger aus Lichtenfels bringen sich beispielhaft und enorm für Flüchtlinge aus der Ukraine ein. © Pflegezentrum Lichtenfels/pr

Nach einer bewegenden Einleitung mit Schweigeminute und Resolution bei der Versammlung der Lichtenfelser Stadtverordneten am Dienstagabend gab Bürgermeister Henning Scheele eine Übersicht über die Ukraine-Hilfen in Lichtenfels. Aktuelle hätten rund 50 Hilfesuchende aus der Ukraine Unterschlupf in Lichtenfels gefunden, darunter 24 Kinder, erklärte er.

Lichtenfels – Seinen „herzlichen Dank“ richtete Scheele an alle ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger. „Die Hilfsbereitschaft in der aktuellen Situation ist gigantisch“, sagte Scheele – und gab einige Tipps, die vor allem den ehrenamtlichen Helfern die Arbeit erleichtern sollen.

So sollte die Einschulung schulpflichtiger Kinder nicht mit dem Schulamt, sondern besser direkt mit der Schulleitung abgestimmt werden, betonte der Rathauschef. „Für jüngere Kinder wollen wir ergänzende Räume an bestehende Kindergärten andocken, um eine schnelle Integration möglich zu machen.“ Dazu müsse der Landkreis allerdings noch Räume freigeben.

Bürgerbüro Lichtenfels

Im Bürgerbüro der Stadt Lichtenfels können ukrainische Kriegsvertriebene sich anmelden. Dort werde auch eine Meldebescheinigung erstellt. Leistungsanträge auf finanzielle Unterstützung, die eigentlich beim Landkreis gestellt werden müssten, würden die Kommunen für den Landkreis mitausgeben und auch wieder annehmen. um sie an den Landkreis weiterzuleiten. Naturgemäß könnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bürgerbüros allerdings keine fachlichen Rückfragen beantworten, betonte Scheele. Pro Kopf zahle die Kommune einen Leistungsvorschuss in Höhe von 200 Euro aus, die sie später vom Landkreis erstattet bekäme. Auskunft über Sozialleistungen erteile das Amt für Soziale Angelegenheiten beim Landkreis.

Landkreis-Hotline

Unter Telefon 05631/954-5000 habe der Landkreis eine Hotline eingerichtet, die von montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar sei.

NVV und ÖPNV

Der NVV habe kurzfristig entschieden, dass Flüchtlinge aus der Ukraine kostenfrei sämtliche Busse, Züge und Trams in ganz Nordhessen nutzen können. Ein ukrainischer Ausweis oder ukrainische Aufenthaltsdokumente würden wie ein Ticket behandelt.

Sim-Karten

Für Geflüchtete aus der Ukraine seien ab sofort in den Telekom-Shops kostenlose SIM-Karten erhältlich. Pro Flüchtling werde eine Karte ausgegeben. Zur Legitimation sei die Vorlage eines gültigen ukrainischen Ausweises nötig. „In Deutschland dürfen SIM-Karten aufgrund gesetzlicher Vorschriften nur personalisiert zur Verfügung gestellt werden“, erklärte Scheele.

Unterkunft-Pauschale

Neben zentralen Gemeinschaftsunterbringungsmöglichkeiten lote der Landkreis derzeit auch alle weiteren Optionen aus, Geflüchtete in Waldeck-Frankenberg unterzubringen. Dafür haben der Landkreis zwei digitale Plattformen geschaffen: eine Plattform für Unterkunftsangebote zur Miete und eine Börse für private kostenlose Unterkunftsangebote. „Alle Wohnungsgeber, die ihren Wohnraum langfristig mietfrei zur Verfügung stellen, bekommen eine Monatspauschale von 40 Euro pro Person. Damit sollen die Mehrkosten etwa wie Heizung, Strom oder Wasser pauschal abgegolten werden“, betonte Scheele.

Netzwerk in Lichtenfels

„Ein bestens funktionierendes Netzwerk haben die Familien Gebhard und Pompash in Rhadern aufgebaut“, so Scheele. Sie nehmen Spenden an, die an das Krankenhaus „Hertaivsika Miska Licarnea“ der Stadt Herta (Herza) gehen.

Die Spenden werden dort von Michailo Tanas, dem Vize-Bürgermeister, verteilt. Auf den Rückwegen werden Flüchtlingen mit in Sicherheit genommen. Aktuell werde vor allem finanzielle Unterstützung gebraucht, um Medikamente, Verbandszeug und dergleichen gebündelt einzukaufen und die Transporte zu finanzieren, erklärte der Lichtenfelser Rathauschef.

Spendenkonto der Stadt Lichtenfels

Die Stadt hat ein Spendenkonto eingerichtet, Stichwort „106987 Spende Ukrainehilfe“ auf den Konten der Stadtkasse Lichtenfels bei der Waldecker Bank: IBAN DE78 5236 0059 0002 5070 13 und der Sparkasse Waldeck-Frankenberg: IBAN DE37 5235 0005 0000 0043 58. (von Marianne Dämmer)

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