Heranwachsenden Gehör verschaffen: Landkreis und Stadt Lichtenfels starten Umfrage

Lichtenfels nimmt Sorgen der Jugendlichen ernst

Starten als Pilotprojekt gemeinsam eine Umfrage unter den Lichtenfelser Heranwachsenden (von links): Matthias Schäfer vom Fachdienst Sport und Jugendarbeit des Landkreises Waldeck-Frankenberg, der Lichtenfelser Bürgermeister Henning Scheele und Landrat Dr. Reinhard Kubat.
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Starten als Pilotprojekt gemeinsam eine Umfrage unter den Lichtenfelser Heranwachsenden (von links): Matthias Schäfer vom Fachdienst Sport und Jugendarbeit des Landkreises Waldeck-Frankenberg, der Lichtenfelser Bürgermeister Henning Scheele und Landrat Dr. Reinhard Kubat.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Lichtenfels und des Landkreises Waldeck-Frankenberg nehmen die Sorgen der Heranwachsenden ernst: Sie haben gemeinsam ein Pilotprojekt gestartet und über 200 Heranwachsende in Lichtenfels zu einer Online-Umfrage eingeladen.

Lichtenfels – Die Pandemie hat alles verändert – insbesondere auch den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Treffen mit Freunden, Freizeitaktivitäten und auch Schule sind – wenn überhaupt – nur unter besonderen Bedingungen möglich. Das belastet viele Heranwachsende zusehends.

Ziel der Online-Umfrage ist es, die Probleme und Herausforderungen, die die Pandemie für sie mit sich bringt, zu erkennen – und künftig durch gezielte Einsätze dagegen anzusteuern. Über 60 Jugendliche haben bislang bereits an der Umfrage teilgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass ein Großteil ganz besonders Freizeitmöglichkeiten, Veranstaltungen, Feiern und soziale Kontakte vermisst. „Diese Dinge fehlen vielen Menschen angesichts der aktuellen Situation. Für Heranwachsende sind aber gerade die sozialen Kontakte und der persönliche Austausch wichtig für die persönliche Entwicklung“, sagt Matthias Schäfer, Leiter des Fachdienstes Sport und Jugendarbeit beim Landkreis. Die Situation sei momentan nicht zu ändern, jedoch wolle man gemeinsam überlegen, wie sie für die Heranwachsenden erträglicher gemacht werden könne.

„Darin sehen wir uns in der Verantwortung“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Wir möchten nicht, dass die Kinder und Jugendlichen, für die diese Situation ohnehin sehr belastend ist, auf der Strecke bleiben – und möchten daher gern auf die konkreten Sorgen und Wünsche eingehen, sofern es uns irgendwie möglich ist.“ Dafür sei es wichtig, den Jugendlichen Gehör zu verschaffen.

„Wir möchten daher alle per Brief angeschriebenen Jugendlichen aus Lichtenfels ermuntern, an der Umfrage teilzunehmen. Diese haben wir erst mal gezielt an Altersgruppen geschickt, die sich im kompletten Distanzunterricht befinden“, erklärt der Lichtenfelser Bürgermeister Henning Scheele, der gemeinsam mit der Goddelsheimer Schulsozialarbeiterin Yvonne Pixa und Claudia Vach von der Evangelischen Jugend Lichtenfels-Eisenberg den Anstoß zu dem Projekt gab und auch den Landkreis Waldeck-Frankenberg mit ins Boot holte.

„Irgendwann wird sich die Situation hoffentlich wieder entspannen, Regeln gelockert und wieder mehr möglich sein. Dann möchten wir vorbereitet sein und den Heranwachsenden wieder möglichst viel von dem bieten, was sie momentan vermissen – wenn auch unter Corona-Bedingungen“, sagt der Lichtenfelser Rathaus-Chef weiter. Die Angebote sollen sich dann jedoch an alle Altersgruppen richten, nicht nur die Teilnehmenden der Umfrage.

Aktuell läuft eine Online-Befragung, die vom Landkreis initiiert wurde. Dabei können die Jugendlichen digital und anonym Feedback geben. Das wird ausgewertet, um daraus konkrete Handlungsmöglichkeiten abzuleiten. Der Landkreis lädt alle weiteren Städte und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg dazu ein, an dem Projekt teilzunehmen, um die Umfrage möglichst auf alle Heranwachsenden im Ladkreis auszuweiten.  

Weitere Informationen dazu gibt es beim Fachdienst Sport und Jugendarbeit des Landkreises unter Tel. 05631/ 954-495 oder per E-Mail an matthias.schaefer@lkwafkb.de. (red)

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