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Lichtenfels: Schüler helfen Jungen und Mädchen in der Ukraine

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Von: Marianne Dämmer

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Friedenstauben und Päckchen: Die Klassensprecherinnen der Grundschule Goddelsheim (links) und Mittelpunktschülern mit den Päckchen, die sie für Kinder in der Ukraine gepackt haben.
Friedenstauben und Päckchen: Die Klassensprecherinnen der Grundschule Goddelsheim mit den Päckchen, die sie für Kinder in der Ukraine gepackt haben. © Marianne Dämmer

Mehr als 200 Päckchen haben Schülerinnen und Schüler der Grundschule und der Mittelpunktschule in Goddelsheim für Kinder in der Ukraine gepackt. Auch aus der Grundschule in Eppe kamen viele weitere Päckchen hinzu.

Lichtenfels-Goddelsheim – Mit Hygiene-Artikeln, Taschenlampen und Batterien, Energieriegeln und Dosensuppe, aber auch Malzeug und Kuscheltieren möchten die Kinder und Jugendlichen Gleichaltrigen in der Ukraine eine Freude bereiten und sie unterstützen.

Ihr Mitgefühl drücken sie auch mit selbst gebastelten Friedenstauben und Botschaften aus, die sie ins Englische oder gar ins Ukrainische übersetzt und beigelegt haben.

All die Päckchen entgegengenommen hat Manuel Gebhardt vom Pflegezentrum Lichtenfels in Rhadern, der zusammen mit einem ukrainischen Ehepaar und weiteren freiwilligen Helfern innerhalb kurzer Zeit eine funktionierende Hilfsstruktur direkt in die Ukraine aufgebaut hat.

Mit Tauben für den Frieden stellen sich die Mädchen und Jungen der Goddelsheimer Grundschule im Kreis auf und wollen so das „Peace“-Zeichen formen.
Mit Tauben für den Frieden stellen sich die Mädchen und Jungen der Goddelsheimer Grundschule im Kreis auf und wollen so das „Peace“-Zeichen formen. © Marianne Dämmer

Die Idee für die gezielte Schulaktion hatte Astrid Curtze, Lehrerin an der Mittelpunktschule in Goddelsheim, in Zusammenarbeit mit Manuel Gebhardt und Bürgermeister Hennig Scheele. Tatkräftige Unterstützung erhielt das Projekt von den beiden MPS-Schulsprecherinnen Lilli Falkenstein und Esther Lossah, die Flyer für die Eltern konzipierten und das Projekt in jeder Klasse vorstellten.

Schülerinnen und Schüler der grundschule in Eppe präsentieren Päckchen, die sie für Mädchen und Jungen in der Ukraine gepackt haben.
Auch die Mächen und Jungen der Grundschule Eppe haben Päckchen für Gleichaltrige in der Ukraine gepackt. ©  Silke Schöttner/Grundschule Eppe

Auch die Schülerschaft der Goddelsheimer Grundschule (120) und der Epper Grundschule (30) beteiligte sich engagiert. „Wir haben das Thema im Unterricht behandelt. Manche Kinder waren bestürzt, haben Friedenstauben gebastelt und sind mit ihnen nachmittags in Goddelsheim von Haus zu Haus gelaufen, um zum Spenden aufzufordern“, erklärt die Leiterin der Grundschule, Carina Scharlach. „Es ist wichtig für die Kinder zu wissen, dass sie nicht hilflos sind, dass sie den Kindern in der Ukraine etwas Gutes tun können. Sie haben sich viel Mühe gegeben,“ betont die Lehrerin anerkennend.

Aufruf: Lehrerinnen und Lehrer für Deutsch als Fremdsprache gesucht

Das Leitungsteam der Mittelpunktschule Goddelsheim geht davon aus, dass nach und nach mehr Familien mit schulpflichtigen Kindern aus der Ukraine auch in Lichtenfels Aufnahme suchen. Die Kinder würden umgehend in der Grund- und Mittelpunktschule aufgenommen, allerdings fehle es an Lehrerinnen und Lehrern, die ihnen in Intensivklassen Deutsch beibringen könnten, sagt Ilona Krug, Leiterin der Mittelpunktschule Goddelsheim.

Eine Intensivklasse gebe es in Korbach – die sei mit 40 Jungen und Mädchen allerdings mehr als voll besetzt. „Ab zehn bis zwölf Schülern könnten wir zwar eine Zuweisung für eine Intensivklasse bekommen. Was nützt uns aber eine Zuweisung, wenn wir keine Lehrer dafür haben? Uns fehlt es jetzt schon massiv an Deutschstunden“, sagt Ilona Krug. „Wir suchen daher dringend Menschen, die sich bereit erklären, Flüchtlingen aus der Ukraine in Intensivkursen Deutsch zu lehren“, sagt die Schulleiterin.

Wer sich zur Verfügung stellen möchte, meldet sich bitte bei der MPS Goddelsheim unter Tel.: 05636/207.

„Danke für die tolle Aktion“, sagte Manuel Gebhardt. „Die Spendenbereitschaft ist sehr groß, das ist für uns eine Verpflichtung weiterzumachen. So lange wir helfen können, machen wir das“. In Herca, dem rund 2000 Kilometer entfernten Zielort in der Ukraine, hätten die Helfer gute Beziehungen zur Polizei und dem dortigen Krankenhaus, dort werde alles zielgerichtet dahin weitergeleitet, wo es gebraucht werde.

Hilfsaktion: Schülerinnen und Schüler der MPS Goddelsheim haben ebenfalls viele Päckchen für Mädchen und Jungen in der Ukraine gepackt und an Manuel Gebhardt vom Pflegezentrum in Rhadern übergeben.  Schüler und Lehrer stehen mit Paketen vor einem Fahrzeug.
Hilfsaktion: Schülerinnen und Schüler der MPS Goddelsheim haben ebenfalls viele Päckchen für Mädchen und Jungen in der Ukraine gepackt und an Manuel Gebhardt vom Pflegezentrum in Rhadern übergeben. Er sorgt dafür, dass sie in Herza in der Ukraine ankommen und zielgerichtet weiterverteilt werden. © Marianne Dämmer

Unterstützt wurden die Transporte bislang nicht nur von vielen Spendern, sondern etwa auch von Promedica und Firma Weidemann, die jeweils zwei Fahrer und Spritkosten gesponsert hätten, so Gebhardt. Kleidung werde nicht mehr weitergereicht, sondern in der Festhalle in Rhadern in einer für die Flüchtlinge gesammelt, ebenso wie Spielzeug.

Was gebraucht wird - Spendenkonto eingerichtet

Gebraucht werden in der Ukraine aktuell vor allem Verbandszeug, Nahrung sowie Hygieneartikel und Decken. Das kann abgegeben werden im Lichtenfelser Testzentrum am Pflegezentrum Rhadern. Es sei sinnvoll, vor allem Geld zu spenden, damit gezielt Großeinkäufe bei Großhändlern gemacht werden könnten, so Gebhardt. „Um auch Unkosten, die vor Ort entstehen, ausgleichen zu können“, hat die Stadt Lichtenfels ein Spendenkonto eingerichtet, betont Bürgermeister Henning Scheele: „Alleine der Aufwand für die Hilfsfahrten belaufen sich pro Transport im unteren vierstelligen Bereich“.

Spendenkonten der Lichtenfels: Sparkasse Waldeck-Frankenberg, IBAN DE37 5235 0005 0000 0043 58; Waldecker Bank, DE78 5236 0059 0002 5070 13 – Verwendungszweck „Spende Ukraine“. Sind Spendenquittungen erwünscht, bitte im Betreff mit Name und Adresse angeben. (Von Marianne Dämmer)

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