Breite Zustimmung für Mountainbike-Wegenetz – „Touristisches Leuchtturmprojekt“

Lichtenfels tritt Zweckverband „Grenztrail“ bei

Sportiv oder Naturerlebnis: Je nach Zielgruppe sollen die Mountainbike-Strecken des Grenztrails gestaltet werden.
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Sportiv oder Naturerlebnis: Je nach Zielgruppe sollen die Mountainbike-Strecken des Grenztrails gestaltet werden.

Einstimmig haben die Lichtenfelser Stadtverordneten dafür gestimmt, dem „Zweckverband Grenztrail“ beizutreten.

Lichtenfels – Damit wird Lichtenfels gemeinsam mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg und 13 weiteren Kommunen die Planung und Weiterentwicklung des „Grenztrails“ umsetzen, der die Einrichtung eines kreisweiten Trail-Wegenetz für Mountainbiker zum Ziel hat.

Das Wegenetz soll aus rund 200 Kilometern neugebauter Strecke und 200 Kilometern vorhandener Verbindungsstrecke bestehen.

Die Stadtverordneten befürworteten auch den gleichnamigen Satzungsentwurf – allerdings mit Änderungen. So wurde nach dem Willen der CDU-Fraktion festgehalten, dass vor allem alle kommunalen Gremien, die Land- und Forstwirtschaft, die Jagdgenossenschaften sowie die Flächeneigentümer beteiligt werden. Die Grünen forderten zudem ein, dass auch der Naturschutzbund beteiligt wird. So wird das nun festgehalten. Bürgermeister Henning Scheele wurde als Vertreter in die Verbandsversammlung gewählt, sein Stellvertreter ist Erster Stadtrat Ingolf Ibing.

Mit dem Projektbüro wurden für die Stadt Lichtenfels Potentialräume – etwa Homberg und Aarhochflächen – sowie Trails definiert, die sich auf Flächen des Landes, der Kommune oder der Domanialverwaltung befinden.

Bau- und Planungskosten werden auf 18,4 Millionen geschätzt. Nach Abzug der beantragten Fördermittel aus dem GRW-Programm verbleiben Kosten in Höhe von 5,8 Millionen Euro. Die Bau- und Betriebskosten werden von den Mitgliedern des Zweckverbandes durch eine Umlage mit einer Laufzeit von 40 Jahren finanziert. Für Lichtenfels wird ab 2025 ein Beitrag in Höhe von knapp 20 500 Euro erhoben. Beginnend mit dem Bau wird die Umlage zu prozentualen Anteilen am Baufortschritt fällig.

Vor der Abstimmung warb Bürgermeister Scheele eingehend für die Mitarbeit am Grenztrail. Es biete sich damit eine hervorragende Chance für die Stadt, die Wertschöpfung für die Region werde gesteigert. Für eine erfolgreiche Umsetzung des „touristischen Leuchtturmprojekts“ müssten die Interessengruppen in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden und alle an einem Strang ziehen.

Tourismus stärken

Der Abstimmung am Dienstagabend in der Mehrzweckhalle Goddelsheim voraus ging eine Informationsstunde, die der Leiter des Fachdienstes Sport und Jugendarbeit beim Landkreis, Matthias Schäfer, und Bernd Wecker vom Planungsbüro „Bioline“ (Dalwigksthal) gestalteten. Der Grenztrail sei „europaweit einzigartig“, erklärte Schäfer – und betonte mehrfach: „Wir bauen kein zweites Willingen“.

Waldeck-Frankenberg sei prädestiniert für den Grenztrail, Mountainbiken als Ganzjahressport immer beliebter; der Trend werde durch E-Mountainbikes verstärkt. Mit dem Angebot sollten mehr Touristen nach Waldeck-Frankenberg geholt werden. Gleichzeitig werde ein weiteres Angebot für die eigene Bevölkerung geschaffen.

Durch den Trail ließen sich die Wege von Wanderern und Mountainbikern trennen, „wir kommen weg von dem problematischen wilden Fahren“, sagte Wecker. Der Trail sei ein nachhaltiges touristisches Gesamtkonzept zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung. (md)

Die Fraktionen folgten dem Beispiel des Haupt- und Finanzausschusses und des Ausschusses Bauen und Umwelt, die beide einstimmig dafür votierten, dem „Zweckverband Grenztrail“ beizutreten. Vieles kläre sich erst beim Fortschreiten des Projekts, wichtig sei, mit allen Beteiligten einen Konsens über die Wegeführung zu erreichen, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Eckhard Schnatz. „Positiv ist, dass der Landkreis das Projekt als Ganzes bewirbt – und wir stehen als Lichtenfels in der Mitte“, sagte Ulrich Drews von der WGL. Allerdings hoffe er, dass sich das Projekt nicht verteuere.

„Der Grenztrail ist Wirtschaftsförderung“, unterstrich SPD-Fraktionsvorsitzender Friedrich Schüttler. „Dahinter verbirgt sich großes Potenzial für unsere Betriebe“, sagte FDP-Fraktionschef Friedhelm Emde. „Wir können von dem Projekt sehr profitieren. Es ist ein weiterer Schritt zu unserem strategischen Ziel, die Marke Lichtenfels auszubauen“, betonte Grünen-Fraktionschefin Ursula Müller. Von Marianne Dämmer

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