Reaktionen der Fraktionen zum Ausgang der Kommunalwahl in Lichtenfels

Lichtenfelser Fraktionen: „Hochzufrieden“ bis „sehr schlecht“

 Rathaus-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter zählen die Wählerstimmen, (von links) Bürgermeister Henning Scheele, Andre Gutmann, Regina Vesper und Martina Rosenstengel.
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Viel zu tun: Alle Rathaus-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter waren eingebunden ins Auszählen der Wählerstimmen: (von links) Bürgermeister Henning Scheele, Andre Gutmann, Regina Vesper und Martina Rosenstengel.

Lichtenfels – Die Mehrheitsverhältnisse in der Stadtverordnetenversammlung haben sich deutlich verschoben. Die Wählergemeinschaft Lichtenfels hat die meisten der abgegebenen Stimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung betrug 65,66 Prozent.

Hinzu gewonnen haben auch die Liberalen, leicht verloren die Christdemokraten, deutlich verloren die Sozialdemokraten. Das Ergebnis der Grünen hat sich im Vergleich zu 2016 die Waage gehalten, die Bürgerliste Lichtenfels hat geringfügig hinzugewonnen. Was sagen die Spitzenkandidaten zum Wahlausgang?

„Wir sind hochzufrieden mit dem Ausgang der Wahl“, sagt Horst Wendt von der Wählergemeinschaft Lichtenfels: „Es ist das erste Mal, dass wir in Lichtenfels die meisten Stimmen auf uns vereinigen konnten. Wir haben als einzige Fraktion 23 Kandidaten aufgestellt – eine gute Mischung aus alten, erfahrenen Hasen und jungen, kreativen Köpfen. Das hat viel ausgemacht, da die Kommunalwahl eine Personenwahl ist.“ Nun werde die WGL mit den anderen Fraktionen Gespräche über Zusammenarbeiten führen.

Das Ziel, stärkste Fraktion zu bleiben, hat die CDU knapp verpasst. „Wir sind in Großen und Ganzen zufrieden, haben uns einigermaßen stabil gehalten. Veränderungen waren zu erwarten, denn wir sind mit einer jüngeren Truppe angetreten, ohne etwa Alf Höfer, der viele Stimmen geholt hat“, erklärt Karl-Hendrik Oppermann. „Vielleicht hat auch die Bundespolitik der vergangenen Wochen reingespielt. Wir werden sondieren, wie wir wieder breite Mehrheiten finden können, um die Probleme konstruktiv anzugehen.“

 „Wir sind sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis für die FDP in Lichtenfels“, sagt Friedhelm Emde von den Liberalen. „Es freut uns sehr, dass wir für unsere Fraktionen einen Sitz dazu gewinnen konnten. Wir haben Kandidaten aus allen Ortsteilen aufgestellt, eine Mischung aus Alt und Jung, und einen engagierten und vielschichtigen Wahlkampf geführt, mit Plakaten, Ortsteilsflyern, sozialen Medien. Nun nehmen wir Gespräche mit den anderen Fraktionen auf, um eine eventuelle Zusammenarbeit zu sondieren“.

Knapp acht Prozent und zwei Sitze hat die SPD verloren. „Danke, dass mir persönlich so viele Leute ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Aber für die SPD ist das Ergebnis sehr schlecht. Wir hätten die fünf Sitze gern gehalten“, sagt Heide-Rose Barbe. „Durch unsere kurze Liste haben wir viele Stimmen der Listenwahl verloren, außerdem waren nicht alle Ortsteile vertreten. Bei der Personenwahl haben viele Wähler für Leute aus ihrem Ort gestimmt, egal welcher Partei.“ Die SPD setze weiterhin auf sachpolitische Arbeitet.

„Wir haben viele Listenkreuze bekommen, wegen unserer kleinen Liste gingen uns aber viele Stimmen verloren“, sagt Gerwin Meinke von den Grünen. „Auch wenn sich die Mehrheitsverhältnisse in die bürgerlich-konservative Richtung verlagert haben, schauen wir positiv auf die Zusammenarbeit. Unsere Themen sind existenziell für Lichtenfels. Daher sind wir sicher, immer wieder Mehrheiten zu finden, wenn die anderen Fraktionen es ernst gemeint haben mit ihren Forderungen nach mehr Klima- und Umweltschutz.“

„Wir sind auch als kleine Gruppierung wieder vertreten. Allerdings wären wir lieber mit mehr Leuten in die Stadtverordnetenversammlung eingezogen“, sagt Gerd Dewender von der Bürgerliste Lichtenfels (BL). „Wir werden nun alles daran setzen, die Bürger in den kommenden fünf Jahren zu überzeugen, dass die BL eine ernst zu nehmende Gruppierung ist – und nicht nur die großen Parteien“, unterstreicht der Sachsenberger. Von Marianne Dämmer

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