Ausschüsse der Stadtverordneten beraten auf Antrag von SPD und FDP über das Vorgehen

Lichtenfelser wollen Folgen des Klimawandels begrenzen

Luftbild mit Burg Lichtenfels und Dalwigksthal
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Schäden im Stadtwald, Ernteausfälle: Der Klimawandel ist auch in Lichtenfels angekommen. Die Stadtverordneten beraten, wie sie die Folgen bewältigen können. Foto: Hans Blossey

Die Lichtenfelser Stadtverordneten wollen die Folgen des Klimawandels so weit wie möglich begrenzen. Ihre Ausschüsse beraten auf Antrag von SPD und FDP über das Vorgehen.

Lichtenfels – Hitzesommer, Unwetter, wachsende Schäden durch die Trockenheit im Stadtwald, Ernteausfälle in der Landwirtschaft – der Klimawandel ist auch in Lichtenfels spürbar. SPD und FDP wollen dem „nicht tatenlos zusehen“, sondern die Folgen des Wandels möglichst stark begrenzen: Dem Lichtenfelser Stadtparlament legten sie deshalb einen Antrag mit sieben Punkten vor:

  • Die Stadtverordneten sollen formal feststellen, dass der Klimawandel die Kommune erreicht habe, existent sei und Schritte zur Eindämmung der Folgen ergriffen werden müssten.
  • Die Stadtverordneten sollen feststellen, dass die weltweiten Bemühungen zur Eindämmung der Folgen bisher nicht ausgereicht hätten.
  • Die Stadtverordneten sollen anerkennen, dass das Problem auf kommunaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene angegangen werden müsse.
  • Die Stadtverordneten müssten der Eindämmung in ihrer künftigen Politik den Vorrang einräumen. Alle Entscheidungsvorlagen des Parlaments müssten mit Blick auf den Klimawandel mit einer „Folgeeinschätzung“ versehen werden. Klimafreundliche Alternativen seien dabei zu prüfen, außerdem müsse ein „Nachhaltigkeits-Check“ entwickelt werden.
  • Das Pariser Klimaschutzabkommen zur Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad müsse auch kommunal umgesetzt werden. Dazu bedürfe es eines „zielgerichteten und konsequenten“ Konzepts, das die Stadtverwaltung samt Vorschlägen zur Umsetzung entwickeln solle.
  • Und schließlich solle die Stadt dem Bündnis „kommunaler Klimaschutz“ beitreten, dem schon 1800 Kommunen aus 26 europäischen Ländern angehören.

Vorbeugen ist billiger

Der menschengemachte Klimawandel sei eine der größten Bedrohungen der Zivilisation, sagte Heide-Rose Barbe in der Antragsbegründung. Die Stadt solle bei allen künftigen Entscheidungen stets den Klimaschutz mit einbeziehen. Vorbeugung sei billiger als die Schadensregulierung, jeder in den Klimaschutz angelegte Euro sei „gut investiert“.

Schon viel geleistet

Die CDU sehe den Antrag mit Wohlwollen, erklärte Gerhard Buckert. Vorarbeit sei schon geleistet – so habe die Stadt bereits energiesparende LED-Straßenlampen angeschafft, Hallen und Feuerwehrhäuser seien energetisch saniert worden, und es gebe viele private Initiativen vom Solardach bis zu den drei Biogasanlagen – eine vierte sei in Bau. In der Mittelpunktschule gebe es eine Hackschnitzelheizung, und am Mühlenberg sei ein Windpark geplant.

Über weitere Schritte solle in den Ausschüssen intensiv beraten werden, sagte Buckert, „wir haben schon Anträge vorbereitet.“ So könne Lichtenfels mit einer „Leader“-Förderung eine „Kohlendioxyd-neutrale Kommune“ werden. Auch das Klima in Lichtenfels habe sich in den vorigen drei Jahren dramatisch entwickelt, „das zwingt uns zum Handeln“, sagte Buckert. „Wir sollten uns gemeinsam Gedanken machen, was wir noch zusätzlich machen können“, forderte die Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Dorli Rauch.

Klimawandel ist schon existent

„Diesem Antrag können wir so nicht generell zustimmen“, sagte Friedrich Sauer von der Wählergemeinschaft. So, wie er derzeit formuliert sei, „lehnen wir ihn erst mal ab“. Er störte sich am ersten Punkt: Da werde der Eindruck erweckt, dass der Klimawandel ein neues Phänomen sei. Dabei sei er auch in Lichtenfels schon länger existent – und die Stadt habe schon zu Zeiten des Bürgermeisters Uwe Steuber darauf regiert. „Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt“, beteuerte er. „Wir sind gut unterwegs.“ Und für neue Vorschläge sei seine Fraktion „jederzeit offen“. Als einziger stimmte Sauer gegen die Überweisung des Antrags in die Ausschüsse. (-sg-)

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