Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Magnus Ernst und Maik Garthe beeindrucken Zuhörer in Dalwigksthal

Singer-Songwriter: Magnus Ernst (links) und Maik W. Garthe beim Klappstuhl-Konzert im Mühlengarten.
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Singer-Songwriter: Magnus Ernst (links) und Maik W. Garthe beim Klappstuhl-Konzert im Mühlengarten.

Das erste Klappstuhl-Konzert im Mühlengarten von Jan Küstner bot den stimmungsvollen Rahmen für ein Wiedersehen von Musikfreunden, die sich lange nicht gesehen hatten. Magnus Ernst und Maik W. Garthe, deren gemeinsamer Auftritt eigentlich zwei Monate früher terminiert war, hatten über eine Social-Media-App gemeinsam geprobt und an ihrem Set gefeilt.

Dieser verband gemeinsame Stärken und bezeichnende Unterschiede in Tonsprache und Erfahrung von Singer-Songwritern zu einem Konzert-Erlebnis, das die Zuhörer immer wieder aufhorchen ließ.

Dabei kontrastierten die düsteren Harmonien der hintergründig-boshaften Balladen und die dunkel-raue Stimme des jüngeren Liedermachers aus Bottendorf mit den heller gestimmten Erfahrungen seines älteren Kollegen, der im Umgang mit den Schattenseiten des Lebens nie den musikalischen Lichtblick aus den Augen verlor.

In „You ain’t goin nowhere“ nahm z.B. Maik W. Garthe das Scheitern auf der ganzen Linie beim Anbaggern auf einer Party selbstkritisch auf die leichte Schulter. Als Angehörige unterschiedlicher Generationen gestalteten die beiden Erfahrungen, die in jeder Lebensphase ihre spezifische Wahrheit gewinnen.

Etwa bei Themenkomplexen wie Ignoranz und Egoismus. So thematisierte der Ellershäuser Singer-Songwriter das „sich selbst überlassen bleiben“ als Reaktion auf Corona, während Magnus Ernst in „Hipster Narcissist“ mit näselndem Tonfall die abgehobene Besserwisserei von Angehörigen der eigenen Generation aufs Korn nahm.

Desillusionierung in Sachen Liebe und Lebensträume war eines der gemeinsamen Themen, gerade im musikalisch flotteren zweiten Teil, den Maik W. Garthe mit „Everybody’s Friend“ eröffnete. In der versonnen resignativen Ballade „You don’t do that anymore“, besang der Ellershäuser Liedermacher selbstkritisch, wie es sich anfühlt, wenn im Alltag der Lack von der Liebe abblättert. Sein jüngerer Kollege nahm in „Tinder Gold“ dagegen die Vorfreuden und Leiden als Premium-Kunde bei der Partnersuche in Zeiten von Social-Media aufs Korn.

In „A Long way to Memphis“ nahm Garthe rührend Abschied vom Traum zur Reise zu den Wurzeln der Lieblingsmusik. Eine abwechslungsreiche Hommage an große Vorbilder aus Blues, Folk und Rock in Form der musikalischen Markenzeichen von J.J. Cale, Bob Dylan und Co oder im Geist der Meister mit allerlei Referenzen verfasste Songs wie Magnus Ernsts „Born to run“ bildeten den überzeitlichen Schwerpunkt im Programm, das mit den Zugaben „Call me the Breeze“ und „Summertime“ ausklang.

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