Konzert zum 140. Bestehen des Chors

MGV Goddelsheim und Stadtkapelle Frankenberg überzeugen mit Tempo, Dynamik und Finesse

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Souveräner Auftritt: Die Stadtkapelle Frankenberg unter der Leitung von Mischa Klappert mit den Goddelsheimer Sängern. 

Goddelsheim. „Anspruch verbindet“, unter diesem Motto stand das gemeinsame Konzert des MGV Goddelsheim mit der Stadtkapelle Frankenberg. Das Zusammenwirken des vokalen mit dem instrumentalen Spitzenensembles aus beiden Teilen des Landkreises eröffnete die Konzert-Trilogie zum 140-jährigen Bestehen des Männergesangsvereins.

Die Gäste aus Frankenberg spielten erstmals unter ihren neuen Dirigent Mischa Klappert (Heeresmusikkorps Kassel) in Goddelsheim, bei den Gastgebern stand Holger Born am Pult für Kontinuität auf höchstem Niveau. Ebenso kontrastreich geriet der erste Block, die Blaskapelle eröffnete ihren ersten Set mit dem zackigen Marsch „Washington Post“ von John Philipp Sousa, der MGV begrüßte die Zuhörer mit einem sanften Schlummerlied, das man eher im Finale erwartet hätte: „Gute Nacht, schlafe wohl“.

Die Wahl gegen den Strich erwies sich im weiteren Verlauf aber als Ausgangspunkt einer großartigen Steigerungskurve. Denn ausgehend von einer überzeugenden Demonstration der vorbildlichen Piano-Klangkultur, entwickelte der Chor eine dynamische Finesse nach der anderen. Das eindrucksvollste Zusammenspiel von Tempo und Dynamik bot das schottische Bürgerkriegslied „Loch Lomond“, mit dem der MGV auf seiner Konzertreise durch die Highlands sogar die Einheimischen zu Tränen gerührt hatte.

Ein zartes Tenorsolo von Ralf Bangert führte die Volksweise ein, die von den Bässen mit deutlich stärkerem Klangvolumen aufgenommen wurde, während die Tenöre erst einmal den Harmoniepart übernahmen. Im Mittelteil im Marschtempo tauschten die Stimmen die Rollen, das Lied ging an die Tenöre, während die Bässe eine Blaskapelle imitierten. Die Begeisterung der vielen Zuhörer kannte nach diesem eindrucksvollen Spektakel der Stimmen keine Grenzen.

In Sachen Show setzte die Stadtkapelle bei der Amboss-Polka aber noch mal einen drauf und stellte ihren Schlagzeuger mit zwei Hämmern als Schmied mit Soloaufgaben zum Abschluss der Eröffnungsblocks in die erste Reihe. Im zweiten Block entwickelte die Stadtkapelle ihre volle Leistungsfähigkeit mit „Jump and Joy“, auf den virtuosen Ausflug in die sinfonische Blasmusik folgte der Gipfelsturm mit dem rhythmisch vertrackten Fusion-Klassiker „Birdland“, ehe der brillante Bigband-Sound bei Frankie Vallies „Can’t take my eyes off you“ die Zuhörer auf das Zusammenspiel mit dem Männergesangverein einstimmte.

Denn zur Eröffnung des gemeinsamen Finale vereinigten sich die vokalen Stärken des MGV mit dem voluminösen Bläserklang in Peter Maffays „Ich wollte nie erwachsen sein“. Edvard Griegs Kantate „Landerkennung“ legte die Messlatte für alle Ausführenden gleich deutlich höher, doch die Premiere der diffizilen romantischen Komposition voll harmonischer Finessen geriet zum überwältigenden Erfolg. „Dem Land Tirol die Treue“, erklang als erste Zugabe und Einladung mit Mitsingen für alle aus. (ahi)

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