„Hubertus und die weiße Maus“ in der Igelstadthalle

Jubelrufe und viel Applaus für Fürstenberger

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Klare Ansage: (von links) Maria Mausloch (Stefanie Ehringhausen) und Roswitha Hammer (Julia Oberlies) verdonnern ihre Gatten Hubertus und Friedolin (Anton Buckert und Torsten Pohlmann) dazu, auf Lebenszeit im Chor zu singen.

Fürstenberg. Mit dem vergnüglichen Zweiakter „Hubertus und die weiße Maus“ von Peter Schwarz hat die Theatergruppe Fürstenberg ihr Publikum in der gut gefüllten Igelstadthalle begeistert. Das Stück strotzte vor Lokalkolorit, daher waren Lachtränen vorprogrammiert.

„Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor“. Mit diesem bekannten Satz nimmt das Chaos seinen Anfang. Der bodenständige Hubertus Hammer (Anton Buckert) will zum 25. Bestehen der fünfstelligen Postleitzahlen in Fürstenberg Goethes Drama „Faust“ aufführen. Seine tugendhafte Gattin Roswitha (Julia Oberlies) weiß, „das wird eher ein Fäustchen“, und will ihn lieber im Chor hören.

Doch ihr Gatte und sein Kumpel Friedolin Mausloch (Torsten Pohlmann), der „lieber ganz dumm, als halb gescheit“ ist, boykottieren dies mit schiefem Gesang.

Friedolins resolute Gattin Maria (Stefanie Ehringhausen) ahnt nichts Gutes, denn „keine Feier ohne Meier und kein Blödsinn ohne Friedolin“. Als Friedolin erfährt, dass er Gretchen spielen und ein Kleid tragen soll, winkt er ab.

Von Profis lernen

Hubertus überzeugt ihn zum Kasseler Theater zu fahren, um von den Profis zu lernen. Dank Friedolins stinkender Gummistiefel landen sie nicht im „Großen Haus“ des Theaters, sondern in der Nachtbar „Weiße Maus“, wo sie die Korken knallen lassen und die Zeche prellen.

Diskussion: Hubertus Hammer (Anton Buckert, links) will seinen Kumpel Friedolin Mausloch (Torsten Pohlmann) überreden, „Fausts Gretchen“ zu spielen.

Da Friedolin Hubertus’ Adresse hinterlassen hat, taucht die erotische französische Bardame Madame Fifi (Jenny Oberlies) zum Geldeintreiben auf. Friedolin legt sie mit Schlaftabletten lahm. Da er die hübsche Pariser Austauschlehrerin Francoise (Tabea Schröer), die Hubertus attraktive, selbstbewusste Tochter Anita (Sandra Stöcker) als Untermieterin einquartiert hat, auch für eine Bardame hält, wird auch sie „lahmgelegt“.

Machos und Chorgesang

Zum Schmunzeln war auch Madame Fifis Macho-Beschützer Bruno (Peer Ehringhausen). Die Ehefrauen von Hubertus und Friedolin entlarven am Ende ihre Sünder, bringen alles ins Lot und verdonnern sie zu lebenslangem Chorgesang. Als Hubertus plant, im kommenden Jahr Wagners „Ring der Nibelungen“ aufzuführen, stöhnen sie entsetzt „Um Himmels Willen.“

Die Besetzung der Rollen passte wie die Faust aufs Auge. Das Publikum honorierte die enorme Spielfreude der Darsteller mit donnerndem Applaus und Jubelrufen.

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