Projekt mit Ehrenamt-Lotse:  Grundschule zieht positive Zwischenbilanz

Gärtnern in der Sachsenberger Schule

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Junges Gärtner-Team: Die Garten-AG der Sachsenberger Grundschule mit (im Hintergrund von links) Dominique Raap-horst, Gerwin Meinke, Claudia Bartl und Bürgermeister Uwe Steuber macht weiter.  

Die Nachfrage ist groß: Kinder der Grundschule Sachsenberg nehmen gern an der Garten-AG teil, die der Ehrenamts-Lotse Gerwin Meinke vor einem Jahr ins Leben gerufen hat. 

Lichtenfels-Sachsenberg –Lernen mit allen Sinnen, experimentieren, entdecken, pflegen und genießen – in der Garten-AG der Sachsenberger Grundschule ist das möglich. Die Arbeitsgruppe wird diesen Herbst ein Jahr alt. Sie geht auf die Idee des Lichtenfelser Ehrenamts-Lotsen Gerwin Meinke zurück, trifft auf die Offenheit der Sachsenberger Schulleitung – und das erste Resümee ist durchweg positiv.

Das ganze Jahr über haben mehr als ein Dutzend Mädchen und Jungen sich jeden Donnerstag in der 6. Stunde den beiden Hochbeeten gewidmet, die im Garten der Schule stehen. Die hatten die Kinder, Lehrer, Mitglieder des Schul-Fördervereins und Ehrenamts-Lotsen, kurz E-Lotse, im vergangenen Herbst gemeinsam aufgestellt und mit Schnittholzabfällen, Laub, Pflanzenresten, Kompost und Gartenerde befüllt. Im Frühling säten die Grundschüler, die der Garten-AG angehören, unter anderem Radieschen aus, pflanzten Salat, auch Erdbeeren haben in den Ecken der Hochbeete Platz gefunden – das war ein großer Wunsch aller Teilnehmer.

Nachfrage groß

Ursprünglich war geplant, das selbst angebaute Obst und Gemüse in das Frühstück zu integrieren, das es in der Schule für alle Schüler gibt. „Wir setzen auf gesunde Ernährung, einen zuckerfreien Vormittag und machen einen Ernährungsführerschein, da hätte das gut gepasst. Aber das hat doch nicht so ganz geklappt, weil es meist schon zu schnell direkt am Beet vernascht wurde“, sagt die kommissarische Schulleiterin Claudia Bartl und lacht. Die Garten-AG sei eine große Bereicherung. „Die Teilnehmer sind sehr motiviert und die Nachfrage ist so groß, dass wir die Plätze nur pro Halbjahr vergeben, damit immer wieder andere Schüler teilnehmen können“, erklärt die Pädagogin. Nicht alle Schüler gehen dabei sorgsam mit den Pflanzen um. „Es ist auch schon mal vorgekommen, dass ein Schüler einfach einen Salatkopf aus dem Hochbeet reißt“, erklärt Gerwein Meinke. Es gehöre dazu, auch das aufzugreifen – Regeln immer wieder klar kommuniziert und darauf geachtet, dass sie eingehalten würden.

„Ursprünglich sollte ein Garten oberhalb der Schule angelegt werden, aber das war dann doch zu aufwendig – weniger ist manchmal mehr. Die Hochbeete sind machbar, und ich freue mich über das Engagement der Ehrenamts-Lotsen und über das Team der Schule, das so offen für solche Projekte ist“, erklärt Bürgermeister Uwe Steuber. Er hatte sich für die Ausbildung der Lotsen durch ein Programm des Landes Hessen stark gemacht. Die Stadt gewann sechs Interessierte, die sich über die Landesehrenamtsagentur zum Ehrenamts-Lotsen ausbilden ließen – einer von ihnen Gerwin Meinke. Zusammen mit Dominique Raaphorst betreut er das Schulgartenprojekt ehrenamtlich.

Förderverein unterstützt Projekt

Hochbeete und nötige Materialien hat der Förderverein der Schule angeschafft – so auch die Kürbisse, in die die Schüler in der jüngsten AG-Stunde Gesichter geschnitzt haben. Kerze hinein, fertig ist das herbstliche Windlicht. Bereits im vergangenen Jahr haben sie Kürbiskerne bei einer ähnlichen Aktion getrocknet und mit Erfolg wieder ausgesät, „das bescherte ein großes Erfolgserlebnis“, sagt Clauda Bartl.

Den Herbst und kommenden Winter nutzen die jungen Gärtner zum Basteln mit Naturmaterialien, aber auch dazu, die Hochbeete für die nächste Saison wieder in Schuss zu bringen – damit sie im kommenden Frühling wieder aussäen, anpflanzen, pflegen, ernten und natürlich naschen können.

Ehrenamts-Lotsen als Botschafter

Ehrenamts-Lotsen sind Botschafter, Motivatoren im Ehrenamt, die eigenverantwortlich und in Absprache mit der Kommune Projekte vor Ort entwickeln, aber auch andere Menschen zu freiwilligen Tätigkeiten motivieren. Sie beraten, begleiten, vernetzen. Die Kosten für die Wochenend-Seminare übernimmt das Land Hessen. Bislang war Lichtenfels die einzige Kommune im Landkreis Waldeck-Frankenberg, die an dem Programm teilgenommen hat. „Wer sich für die Ausbildung zum Ehrenamts-Lotsen interessiert, kann sich gern im Lichtenfelser Rathaus melden, das Land Hessen fördert den Aufbau weiterer Teams“, erklärt Bürgermeister Uwe Steuber. (md)

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