Reihe der Klassiksommer-Konzerte wird fortgeführt 

"Spark" gibt leidenschaftliches Konzert auf Burg Lichtenfels

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Experimentierfreudig, virtuos, unkompliziert: „Spark - Die klassische Band“ riss am Sonntag das Publikum auf Burg Lichtenfels mit in neue, fantastische Klangwelten.

Lichtenfels. Was haben ein historischer Gesellschaftstanz von Mozart und ein Technostück gemeinsam? Aus Sicht von „Spark – Die klassische Band“ „ganz schön viel“. So entstand ihr neuestes Album „On the Dancefloor“, das sie am Sonntagabend beim Klassik-Sommerkonzert auf Burg Lichtenfels vorstellte.

Wild und erhaben gleichermaßen, innovativ und virtuos, gefühlvoll und schmetternd. Kurz: sympathisch erfrischend. Ein Konzert voller faszinierender Überraschungen erlebten die Zuhörer im Rittersaal auf der Burg mit den fünf Musikern von Spark: Andrea Ritter (Blockflöten), Daniel Koschitzki (Blockflöten und Melodica), Stefan Balazsovics (Violine), Victor Plumettaz (Cello) und erst seit April dabei Christian Fritz am Piano.

Alle sind klassisch ausgebildet und haben damit das Handwerkszeug, um in Kammerorchester-Besetzung Zeiten, Klischees und Zwänge ebenso hochkarätig zu überschreiten wie Genres, um Neues zu schaffen zwischen Barock und der Musik der Neuzeit – Folk, Rock, Pop, Avantgarde.

„Spark – Die klassische Band“ entsprang 2007 aus dem Barock-Ensemble, das Koschitzki und Ritter ein Jahr zuvor gegründet hatten. Mutig sprengen sie seitdem Schubladen und zählen zu den Senkrechtstartern in der internationalen Klassikszene. 2011 erhielt Spark für seine wilde Kammermusik den Echo-Klassik-Preis in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“.

Neue Klangwelten tun sich auf 

Und da sind wir wieder beim Konzert „On the Dancefloor“ auf der Burg: Da spielt die Band Abbas „Dancing Queen“ mit Flötentönen: Ja, das wirkt tatsächlich, sogar mitreißend. Anfangs stimmt der Flügel mit tiefen Tönen den Refrain an, dann gesellen sich Cello und Violine gewitzt hinzu, bis schließlich schillernde Flöten den Schwung bringen. Oder Mozarts fidele Gavotte I aus „Les Petit Riens“. Da machen Violine und Flügel fast gleichwertig den Anfang, die Flöten halten sich dezent im Hintergrund. Zum Dahinschmelzen hinreißend verspielt interpretiert „Begin the Beguine“ von Cole Porter, in dem Flöten teils die Aufgaben von Violinen übernehmen, während Flöten in anderen Stücken auch Techno-Beats angeben. Alle Instrumente haben ihre Aufgaben, doch keines dominiert im Konzert. Allein über 30 verschiedene Blockflöten spielen Andrea Ritter und Daniel Koschitzki bei ihren Auftritten, am Sonntag auf Burg Lichtenfels waren es über ein Dutzend. Da tun sich für die Zuhörer ganz neue Klangwelten auf.

Virtuos beherrschen die Musiker ihre Instrumente, mit viel Gefühl für Feinheiten und viel Energie für atemberaubendes Tempo. Sie genießen das Spiel – und so überzeugt Spark als Live-Band auf Burg Lichtenfels auf ganzer Linie. Mit stehenden Ovationen verleihen die Zuhörer dem Ausdruck.

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