„Können nicht mehr tatenlos zusehen“

SPD- und FDP-Fraktion: Lichtenfels soll Mitglied im Bündnis „Kommunaler Klimaschutz“ werden

(von links) Friedhelm Emde, Heide-Rose Barbe, Hilmar Potente und Frank Isken
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Klimaschutz soll in und für Lichtenfels konsequent und zielgerichtet entwickelt werden: Das wünschen (von links) Friedhelm Emde, Heide-Rose Barbe, Hilmar Potente und Frank Isken – und hoffen auf breite Unterstützung.

Die Stadt Lichtenfels soll sich stärker für Maßnahmen einsetzen, die den Klimawandel eindämmen. 

Das möchten die Fraktionen der SPD und FDP im Lichtenfelser Stadtparlament bewirken und stellen bei der Stadtverordnetenversammlung am 15. September den Antrag, dass die Stadt dem Bündnis „Kommunaler Klimaschutz“ beitritt. 

„Wir hoffen, damit auch bei den anderen Fraktionen auf breite Zustimmung zu stoßen, denn Klimawandel ist bittere Realität und wir müssen alle etwas dagegen tun. Die globale Erderwärmung hat auch unsere Kommune erreicht, wir sehen das leider jeden Tag allein schon, wenn wir unseren Stadtwald anschauen“, erklären Heide-Rose Barbe und Hilmar Potente von der SPD sowie FDP-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Emde und sein Fraktionskollege Frank Isken. 

Das Bündnis „Kommunaler Klimaschutz“ ist ein Netzwerk mit über 1800 Mitgliedskommunen aus 26 europäischen Ländern. „Wir haben während des Corona-Lockdowns gesehen, wie sich die Natur erholen kann, wenn sie die Chance dazu bekommt“, sagt Hilmar Potente, der die Idee für den Antrag hatte. Die Stadtverordnetenversammlung würde mit einem Beitritt zu dem Netzwerk anerkennen, dass Klimawandel definitiv existiert und sie sich für Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels einsetzt. 

Die Eindämmung müsste in der Stadt höchste Priorität besitzen und sei grundsätzlich zu beachten. Daher sollen in Zukunft alle Entscheidungen mit einer Folgeeinschätzung zum Klimaschutz geklärt und klimafreundliche Alternativen geprüft werden. 

Die Anstrengungen der Stadt müssten verstärkt und beschleunigt werden, um das Pariser Klimaschutzabkommen auf kommunaler Ebene umzusetzen, heißt es im Antrag. Vieles werde anfangs damit etwas aufwendiger, ein Klimaschutzkonzept müsse erarbeitet und stetig weiterentwickelt werden, doch das Ziel sei es mehr als wert, sagt Potente. „Bebauungs- und Verkehrspläne, digitale Verwaltung – es greift in alle Bereiche: Das muss es auch, denn nur so können wir etwas bewirken“, betonen Friedhelm Emde und Frank Isken. Es werde ein laufender Prozess in Gang gesetzt, „wir müssen Bewusstsein schaffen, Denkanstöße geben, Ideen sammeln etwa in Workshops“, sagt Heide-Rose Barbe: „Die Bürger sollen auch sehen: Die Stadt geht voran. Wir müssen etwas tun. Wichtig ist, dass wir an der Basis anfangen – und zwar jetzt. Das schulden wir auch den nachfolgenden Generationen. 

Stichwort Klimaschutz-Bündnis 

Das Bündnis „Kommunaler Klimaschutz“ setzt sich für eine Politik ein, die den lokalen Bedürfnissen gerecht wird und die Stimme der indigenen Völker zum Schutz ihrer Wälder stärkt, es will lokale Antworten auf den globalen Klimawandel geben. Klimaschutzmaßnahmen sollen nachhaltige Kreislaufsysteme unterstützen; Waren sollen lokal beschafft, es soll energie- und ressourcenschonend gearbeitet werden. Jede Mitgliedskommune verpflichtet sich, ihre Treibhausgasemissionen alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Das funktioniert: Das Städtchen Ii in Finnland hat es geschafft, seine CO2-Emissionen um 80 Prozent zu verringern, wie der Weltspiegel unlängst berichtete. 

Vorteile für Mitglieder: Sie profitieren von den Erfahrungen anderer Kommunen, finden leichter Möglichkeiten zur Finanzierung ihrer Klimaprojekte. Jahresbeitrag für Lichtenfels: 220 Euro. (md)

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