Konzert von Noemi Klages und Torben Schott in der Alten Mühle

Wohnzimmerkonzert in Dalwigksthal: Meisterwerke stilecht interpretiert

+
Wohnzimmerkonzert: Torben Schott (Klavier) und Noemie Klages (Violoncello) spielten in der Mühlenscheune in Dalwigksthal Werke der Komponisten Beethoven und Schumann.  

Stilechte Hausmusik bot das  Wohnzimmerkonzert von Noemi Klages und Torben Schott in der Alten Mühle in Dalwigksthal.

Lichtenfels-Dalwigksthal –Hausmusik, absolut stilecht, unter diesen Vorzeichen stand das Wohnzimmerkonzert von Noemi Klages und Torben Schott in der Alten Mühle in Dalwigksthal. Das Klavier, an dem der junge Pianist die Cellistin am Piano begleitete, verfügt zudem über eine lange Tradition, die bis in die Ära zurückreicht, in der Kammermusik überwiegend im Familien- und Freundeskreis aufgeführt wurde - also jene Zielgruppe, die Meister der Klassik und Romantik im Sinn hatten, wenn sie für kleinere Besetzungen komponierten.

Sanfte und doch energische Bogenstriche eröffneten den Dialog der Instrumente beim Allegro ma non tanto von Ludwig van Beethoven aus der Cellosonate in A-Dur. Die Antwort des Pianos erfolgte in helleren Tönen und dem ersten Vorstoß in ein rascheres Tempo, der aber erst einmal von der Replik des Cellos eingebremst wurde. Doch bald schon stürmten die beiden Instrumente erstmals Unisono vorwärts.

Differenzierte Variationen

Differenziert ausgestaltete Variationen setzten bei den weiteren Reprisen unterschiedliche Akzente bis zum dramatischen Finale der musikalischen Hommage an den Jubilar, dessen 250. Geburtstag für ein großes Beethovenjahr sorgen wird. Einer ganz anderen Klangkultur verpflichtet war Leos Janaceks „Pohadka“ Märchen, denn der mährische Romantiker orientierte sich unmittelbar an der Natur, eingängige melodische Kantilenen sind deshalb kein Thema, sondern impressionistische Klangfinessen, die sich im kleineren Rahmen optimal entfalten konnten. 

Vom zarten Beginn der ersten Piano-Takte mit der schüchternen Cello-Frage über fein abgestuften Gewinn an Dynamik, der immer wieder abrupt abbricht bis zu vollen Entfaltung des Klangvolumens.

Begeisterten Beifall

Noemi Klages und Torben Schotts Interpretation erschloss den Zuhörern die volle Bandbreite dieses diffizilen Meisterwerks, das die Zuhörer beim Korbacher Konzert des Grimm-Trios in der Nikolaikirche doch ziemlich verstört hatte. Spontanen Beifall gab es für die mitreißende Darbietung von Robert Schumanns „Vanitas vanitatum – Mit Humor“, das erste von drei Stücken im Volkston von Robert Schumann. 

Auf den energischen Beginn folgte eine sanftere Reprise der wirkungsmächtigen Weise, die das Publikum schon auf den zweiten Satz einstimmte. „Langsam“ geriet zur melodischen Gegenwelt voll Innerlichkeit. „Nicht zu rasch“ begann als temperamentvoller Ausbruch und wirkte als starker Kontrast, ehe der lyrische Mittelteil die Verbindung zum langsamen Satz herstellte. 

Auf begeisterten Beifall folgte mit der Celloversion des Liedes „Wie Melodien zieht es mir“ von Johannes Brahms eine denkbar sanfte musikalische Schlussverbeugung des hervorragend aufeinander eingespielten Duos. (Von Armin Hennig)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare