„Haben uns super wohl gefühlt“

Tandem-Radtour durch 46 Orte mit dem gleichen Namen: Neukirchen

Herzliche Begrüßung: Malte Boßert und Tilman Jiménez Reichow (vorn, von links) wurden empfangen von (hinten, von links) David Martini mit Sohn Karl, Bürgermeister Henning Scheele, Christine Oppermann, Martin Schäfer, Karl Drews, Frank Isken, Timo Oppermann, Marius Peter unter dem „Kneipesel“ ist, Karl Daniel Barbe, Ortsvorsteherin Claudia Hummel und Martin Hummel, Georg Puckade sowie Tanja Schnell.
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Herzliche Begrüßung: Malte Boßert und Tilman Jiménez Reichow (vorn, von links) wurden empfangen von (hinten, von links) David Martini mit Sohn Karl, Bürgermeister Henning Scheele, Christine Oppermann, Martin Schäfer, Karl Drews, Frank Isken, Timo Oppermann, Marius Peter unter dem „Kneipesel“ ist, Karl Daniel Barbe, Ortsvorsteherin Claudia Hummel und Martin Hummel, Georg Puckade sowie Tanja Schnell.

Die Studenten Malte Boßert (25, Bonn) und Tilman Jiménez Reichow (29, Dortmund) radeln mit ihrem Liege-Tandem zu allen Neukirchens in Deutschland. 46 sind das. Am Sonntag haben sie im Lichtenfelser Neukirchen Halt gemacht – und wurden gastfreundlich empfangen.

Lichtenfels - Neukirchen – „Neukirchen ErFahren. 2 Freunde. 2 Reifen. 46 Neukirchen“: Um die 46 Orte mit dem Namen Neukirchen in Deutschland anzufahren, brauchen die beiden Radfahrfans 35 Tage, 3600 Kilometer werden sie zurückgelegt haben, wenn sie am 36. Neukirchen in Friesland ankommen werden. Gestartet sind sie in Nordrhein-Westfalen, das Waldecker Neukirchen war ihre 8. Station und folgte auf Neukirchen/Braunfels, das 90 Kilometer entfernt liegt.

Eigentlich wollten sie 25 Kilometer vor Lichtenfels ihr Nachtlager aufschlagen und Sonntagvormittag ankommen. Doch Ortsvorsteherin Claudia Hummel hatte sie eingeladen, im Landgasthof Waldecker Hof zu übernachten. „Die Aussicht auf Bett, Strom und Essen (die drei Götzen des Tourenradlers) waren für uns Ansporn genug, trotz einiger Höhenmeter quasi ohne Pause durchzuradeln. Ziemlich genau 116 Kilometer am Ende, nur mit einer kurzen Essenspause“, schreiben sie in ihrem Block „neukirchen-tour.de“. Drei Stunden vor der erwarteten Ankunftszeit kamen sie im Waldecker Hof an, genossen ein gutes Abendessen, „komfortablen Schlaf und ein leckeres Frühstück“.

Kneipesel vorgestellt

Am Kirchplatz hatte Ortsvorsteherin Claudia Hummel am nächsten Morgen neben Bürgermeister Henning Scheele auch Vertreter verschiedener Vereine und des Ortsbeirates versammelt. Nach der Begrüßung wurden die Radfahrer bekannt gemacht mit einer Neukirchener „Institution“: dem Kneipesel, der an Heiligabend mit den Burschen von Haus zu Haus zieht, um böse Geister zu vertreiben. Im Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ wurde ihnen ein HR-Film über das „dolle Dorf“ Neukirchen gezeigt, anschließend ging es zum Tretbecken, außerdem führte Karl Drews sie durch die Kirche. In ihrem Block erwähnen sie anerkennend auch ein Gespräch mit dem ältesten Neukirchener, dem 94-jährigen Georg Pukade, der in Neukirchen viel bewegt hat.

Von der Gastgeberin mit einem reichhaltigen Snackpaket ausgestattet, machten sie sich gegen Mittag auf ins nächste Neukirchen, das 80 Kilometer entfernt im Knüllgebirge liegt. Ihr Fazit über das Neukirchen in der Waldeckischen Schweiz: „Wir haben uns super wohlgefühlt. 100 Prozent Empfehlung, mal ein Dorffest zu besuchen.“ Es sei ein „wahrer Luxustag“ gewesen. „Und ein tolles Beispiel dafür, wie wichtig die Personen, und wie unwichtig der touristische Glanz ist. Mit so tollen, hilfsbereiten und warmherzigen Menschen können wir uns nichts Besseres vorstellen!“ Auch Ortsvorsteherin Claudia Hummel war angetan von dem Besuch der „Liegetandem-Neukirchen-Tour-Fahrer“. „Es ist eine tolle Aktion und hat viel Spaß gemacht“, erklärt sie.

Als Gastgeschenk aus Neukirchen-Braunfels erhielt sie eine Flasche Wein der dortigen Winzergemeinschaft, als Gastgeschenk für das Neukirchen im Knüllwald gab der Ortsbeirat Anhänger und ein Glas mit, die mit der Orts-Silhouette bedruckt waren. „Ich habe schon Kontakt zu den Neukirchen vor und nach uns und denke, da könnte eine nette Verbindung entstehen“, sagt Claudia Hummel.

Von Marianne Dämmer

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