Goddelsheimer „Kartoffelbraten“ präsentiert breites Spektrum dörflichen Lebens

Tolle Knollen und viel mehr

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Wahre Augenweiden bot der Stand mit den Herbstblumensträußen, deren Erlös, wie alle Angebote, der Vereinsarbeit zugutekommt.

Lichtenfels-Goddelsheim - Von der „Landlust“ kann man in Lifestyle-Magazinen lesen. Man konnte aber auch am Sonntag zum Goddelsheimer „Kartoffelbraten“ gehen.

Die „tolle Knolle“ gab dem Herbstfest einen kurzen Namen. Tatsächlich präsentiert wurde ein buntes Spektrum dörflichen Lebens mit Angeboten für die vielen Besucher aller Altersklassen.

Im Vorfeld waren 140 freiwillige Helfer mit den Vorbereitungen beschäftigt. Das schöne Wetter lockte nach dem Erntedankgottesdienst zum Museumsplatz, wo Zubereitungen aus Erdäpfeln und Grillspezialitäten für jeden Geschmack genossen werden konnten. Mit einer großen Vielfalt unterschiedlicher Torten beteiligten sich die Goddelsheimer Frauen am guten Gelingen der Veranstaltung, deren Erlös dem Kulturverein zugutekommt.

Eigens für den Termin hatte der Verein auf dem Museumsacker Kartoffeln angepflanzt. Viele Säcke der Sorten „Belana“, „Cilena“ und „Granola“ sind jetzt auf die Goddelsheimer Haushalte verteilt. Mitbringsel für zu Hause gab es auch am Stand mit Herbstblumensträußen. Die üppigen Buketts aus Hortensien, Sonnenblumen, Astern und spätsommerlichen Früchten in ihren warmen Farbtönen hätten sich auch im Hochglanzmagazin gut gemacht.

Blickfang alte Traktoren

Beute machen konnte man auch beim Angebot von Achim Rohde. Der bot mit Lasergravur nach Wunsch beschriftete Holzbrettchen und Schiefertafeln an. Die kleinen Besucher interessierten sich für die Ausstellung der Oldtimer-Traktoren und wer nicht gerade mit Kutschfahrt oder Ponyreiten beschäftigt war, wollte einmal auf den Fahrersitzen der alten Ackermaschinen Platz nehmen.

Wer zu den optischen und lukullischen Reizen noch akustischen Genuss suchte, wurde in der Kirche fündig: Maren Schwarz, Elke Tenbusch, Carola Stracke und Peter Bundes bilden die „Nice to meet you“-Formation, die mit Banjo, Bongo, Flöte und Dulcimer (einer Art Zither) ihr Publikum mit Shanty-Klängen und lyrischen Liedern ebenso begeisterten wie der Jugendchor.

Die 15 Mädchen wurden von Claudia Fach geleitet und von Martin Fach am Harmonium begleitet, während die Zuhörer beim „Kumbaya my Lord“ mitsummten oder zu „Viva la Vida“ mitschwangen, als die Mädchenstimmen besonders gut zur Geltung kamen.

Im Museum ratterte der Webstuhl, wo Carola Greisler und Sylvia Bangert handgewebtes Leinen aus museumseigenem Garn herstellten, während bei Annemarie Wittekind und Marlies Bangert die Nadeln klapperten. Söckchen, Babyschals und lustige gestrickte Legehennen wechselten hier den Besitzer.

Alte und neue Heimat

Fotoausstellungen und historische Landkarten vermitteln im Museum sowohl Goddelsheimer Geschichte als auch die Gebietsentwicklung im Landkreis und Deutschlands. Im Mittelpunkt in diesem Jahr steht die Vertreibungs- und Flüchtlingsgeschichte von Bewohnern, die in den einst deutschen Ostgebieten geboren wurden. Auf der Hör-CD „Neue Heimat Goddelsheim“ sind die Erinnerungen der Zeitzeugen festgehalten. Das Geschichtsdokument kann beim Kulturverein zum Preis von 7,50 Euro bezogen werden.

Von Ute Germann-Gysen

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