Konzert des Gesangsensembles in der Backstube: Edler Pop mit Goldschimmer

Viel Applaus für "Da Capo" in Sachsenberg

+
Zwischen Backöfen und Regalen: Farbiges Licht brachte besondere Atmosphäre in den großen Backraum, als in Sachsenberg das Ensemble Da Capo das Publikum mit modernen Pop-Chorsätzen begeisterte.  

Lichtenfels-Sachsenberg – Ein Konzert voll musikalischer Eleganz, origineller Situationskomik und Vielstimmigkeit in hoher Qualität erlebte eine große Fangemeinde am Mittwochabend beim Konzert des Gesangsensembles „Da Capo Frankenberg“ in der Sachsenberger Backstube von Dirk Weber.

Da lag musikalisch noch ein Hauch von weltweitem Weihnachten in der Luft, verweht zwischen dem rhythmisch perlenden „Feliz Navidad“, dem frech verswingten Wunschzettel „Santa Baby“, dem in den Stimmlagen wechselnden, gefühlsstarken Gospel „Don’t Be Afraid“ oder dem altbewährten Loblied auf den Tannenbaum, warum nicht mal in glitzerndem Samba-Schmuck? „Vor ein paar Tagen haben wir hier noch Plätzchen und Stollen gebacken“, meinte Bäckermeister Dirk Weber, als er in seiner Backstube in Sachsenberg begrüßte. „Ganz besondere Konzerte haben eben oft ganz ungewöhnliche Orte.“

Ob Kling-Glöckchen oder Wiegenlied – der junge Chor zauberte in die ausgeräumte Backstube so etwas wie eine summende, swingende Weihnachtsstimmung hinein. Mit seiner Liedauswahl zeigte das Ensemble, dass es zur Thematik Weihnachten mittlerweile anspruchsvolle moderne Chorliteratur gibt, die die jungen Musikbegabungen zu intensiver Auseinandersetzung mit hervorragendem Klangergebnis motivieren kann.

Kriminaltango: Die alte Hazy-Osterwald-Schlagerstory von Jacky Brown und Baby Miller wurde in der Backstube originell in Szene gesetzt.

Dabei hat es das Ensemble Da Capo organisatorisch gar nicht so leicht: Seine jungen Sängerinnen und Sänger mussten zu den Proben teilweise aus Thüringen, Niedersachsen oder Süddeutschland anreisen, wo sie studieren oder berufstätig sind. Chorleiterin Johanna Tripp stellte sie im Lauf des Abends alle einzeln vor und lobte sie für ihre Einsatzfreude: Bettina Trarbach und Lana Löwer (Sopran), Corinna Müller und Weena Dort (Alt), Marc Oliver Stahl und Benedikt Huhn (Tenor), Marius Schmidt (Bass) und Samuel Huhn (Bass, Klavier).

Besonderen Dank gab es aber für ihre Mutter Irene Tripp, die als ehemalige Kantorin nicht nur mit ihrer hervorragenden Sopranstimme die Klangkonturen des Chors formt, sondern auch organisatorisch als „La Mamma für unser ganzes Ensemble“ von allen geschätzt wird.

Im zweiten Teil des Konzertabends zeigte der junge Chor einen mit bunter Choreografie, Frack und Zylinder garnierten Ausschnitt aus seinem reichhaltigen Repertoire an edlem, verfeinertem Pop zwischen Stücken der „Comedian Harmonists“, Schlager-Ohrwürmern („Ich will keine Schokolade!“) oder der auch akustisch goldschimmernden Ballade von Sting „Fields Of Gold“. Das als „Hymne an die Zukunft“ geschriebene Lied von Udo Jürgens „Ihr von morgen“ wurde zu einem eindrucksvollen, vom Publikum bejubelten Neujahrswunsch – Da Capo musste es später als Zugabe noch einmal singen. Die zahlreichen Konzertbesucher bedankten sich am Ende mit lang anhaltendem, stehendem Beifall. (Karl-Hermann Völker)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare