Viele Interessierte bei Ortsbegehung des Geschichtsvereins im Lichtenfelser Stadtteil

Immighausen: Handwerk im Wandel der Zeit

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Blick in einen Handwerksbetrieb: (von links) Dr. Römer, rechts daneben, etwas zurück Felix Walter, Karl Hartwig (mit Mappe) und Willi Schultze (mit Strohhut).

Lichtenfels--Immighausen – Bei ihrer dritten Ortsbegehung besuchte die Bezirksgruppe Lichtenfels im Waldeckischen Geschichtsverein den Lichtenfelser Stadtteil Immighausen.

Vorsitzender Dr. Jürgen Römer begrüßte dazu rund 50 Interessierte und die Ortskundigen Willi Schultze, Karl Hartwig sowie Felix Walter, die alle historischen Sachverhalte recherchiert und zusammengetragen haben und ihr Wissen beim Rundgang durch Immighausen weitergaben.

Felix Walter eröffnete den historischen Rundgang mit einem kurzen Abriss der Immighäuser Geschichte, seiner Verbindung zum Kloster Corvey und der Familie von Immighusen, die als Vertreter des niederen Landadels Güter in Immighausen und bei Bühle besessen hatte, aber im 16. Jahrhundert ausgestorben ist.

Die Bedeutung des Dorfes an der alten Handelsstraße von Frankfurt über Paderborn nach Norddeutschland am Rande der „Korbacher Hochebene“ ist auch aus den Kirchenbüchern zu ersehen, wo neben Handwerkern etliche größere Güter, aber auch Kötter, Halb- und Viertelkötter, Grundbesitzlose und sogar Bergleute verzeichnet sind.

Besondere Lage im Schmandgürtel 

Aufgrund seiner besonderen Lage im Lichtenfelser Schmandgürtel wurden schon im frühen Mittelalter bessere Erträge aus den Immighäuser Gütern erwirtschaftet als in vielen anderen Liegenschaften. 

Doch konnten die Güter nicht optimal geführt werden ohne das entsprechende Handwerk, das ihnen die nötigen Arbeitsgeräte herstellte oder die angebauten Waren weiterverarbeitete.

 Daher gab es in Immighausen früher mehrere Schmiede, dazu Metzger, Bäcker, Stellmacher, Schreiner, Schuster, Schneider, eine Heurechenwerkstatt, einen Kolonialwarenhandel und mehrere Wirtshäuser. Die Referenten legten beim Ortsbegang des Geschichtsvereins daher besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der örtlichen Handwerksbetriebe in den vergangenen Jahrhunderten.

13 Stationen

An 13 Stationen zeigten die Ortskundigen den Teilnehmern des Rundgangs zum Teil auch anhand alter Aufnahmen die Wirkungsstätten der Handwerker, Kaufleute und Gastwirte.

Dr. Jürgen Römer stellte in Vertretung von Pfarrer Uffelmann die romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert vor. Er machte auf ihren Standort an exponierter Stelle außerhalb des damaligen Dorfmittelpunktes aufmerksam, außerdem sei das Gotteshaus für einen Ort wie Immighausen recht groß.

Schon beim Bau sei wohl vom ursprünglichen Bauplan abgewichen worden und im Inneren sei durch mehrere Umbauten und Renovierungen der ursprünglich katholische Charakter der evangelischen Gottesdienstphilosophie angepasst worden. Merkwürdig sei auch die Kanzel von Jost Schilling, während hingegen in etlichen Kirchen der Region Kanzeln von Josias Wolrad Brützel geschaffen wurden.

Das Schulhaus neben der Kirche und der Platz des alten Pfarrhauses in der Enser Straße wurden außerdem ausgiebig erläutert, ebenso wie der 1859 von Friedrich Höbel errichtete Hof Weidemann wurde besucht.

Ein Gang über den Gutshof Stracke (Caspers) beendete den Rundgang. Dr. Römer dankte den Ortskundigen für die sachkundige Führung, Wilfried Heidel für die gute Organisation und den Teilnehmern für ihr Interesse. Den gelungenen Abschluss des historischen Nachmittags bildete das gemeinsame Kaffeetrinken beim Gemeindekaffee am Pfarrhaus in Fürstenberg. (red/md)

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