Eine Konzertnacht in Syrien

Von Burg Lichtenfels aus auf musikalische Reise in den Orient

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Fantastische Musik und Uraufführung: (von links) Pianist Torben Schott, Jehad Jazbeh (1. Violine), Hivron Mirkhan (2. Violine), Komponist und Dirigent Nuri El Ruheibany, Karam Al Zouhir (Bratsche), Raed Jazbeh (Kontrabass) und Salah Namek (Cello).

Dalwigkshtal. Außergewöhnlich, tief gehend, bahnbrechend, Mut machend: Mit einer Uraufführung sowie einer Reihe traditioneller und moderner Werke syrischer Komponisten entführten Nuri El Ruheibany, die Musiker des Damascus String Quintet of SEPO und Pianist Torben Schott die Zuhörer am Donnerstagabend von Burg Lichtenfels aus in eine musikalische Welt zwischen Orient und Okzident.

Rund 90 Zuhörer, darunter 20 Flüchtlinge aus Syrien, erlebten das Konzert im Rittersaal, das Auftakt zu einer vierteiligen Konzertreihe war. Im Mittelpunkt des ersten Teils stand die Uraufführung von Nuri El Ruheibanys Komposition „Zerstörung und Hoffnung“.

Die Situation der Flüchtlinge bewegte den 1939 in Damaskus geborenen Nuri El Ruheibany zu diesem Werk für Streicher und Klavier – Vertreibung, verlassene Ruinen, einsame Stille, das Bitten um Gottes Hilfe und schließlich den ersehnten Frieden hat der 78-jährige Komponist in ein tief gehendes, emotional wirkendes musikalisches Bild gefasst: Scharfe Klavier- und Geigenklänge gehen über in schwere, ruhigere Passagen, um schließlich in hellen, hoffnungsvollen, ja fröhlichen Tönen zu enden: Wer seine Augen schloss, konnte Kinder wieder lachend in den Straßen spielen sehen.

Insgesamt vier seiner Stücke spielte das Damascus String Quintet of SEPO am Donnerstag – das erste Streichquintett professioneller syrischer Exilmusikerinnen und -musiker in Europa. Das Ensemble hat sich aus den Reihen des Syrian Expat Philharmonic Orchestra (SEPO) gegründet und versteht sich als musikalischer Botschafter syrischer Musikkultur im Exil. SEPO wurde 2015 von dem Kontrabassisten Raed Jazbeh (Bremen) gegründet, der am Donnerstag zusammen mit Jehad Jazbeh (1. Violine, Bremen), Hivron Mirkhan (2. Violine, Bremen), Karam Al Zouhir (Bratsche, Straßburg) und Salah Namek (Cello, Genua) zu erleben war. Bei der Uraufführung, die großen Beifall erhielt, spielte Torben Schott aus Goddelsheim am Flügel.

Im zweiten Teil des Konzerts lag der Fokus auf Werken verschiedener syrischer Komponisten.

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