Livekonzert "Two 4 strings"

Zweimal vier Saiten in der Alten Mühle Dalwigksthal

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Außergewöhnliche Konzertatmosphäre: Kamilla Bush und Johannes Krampen interpretierten Klassik und Pop in der Alten Mühle in Dalwigksthal.   

150 Besucher beim virtuosen Violinenkonzert von Kamilla Bush und Johannes Krampen in der Alten Mühle Dalwigksthal.

Beim ersten Livekonzert in der Alten Mühle in Dalwigksthal zündeten „Two 4 Strings“ ein musikalisches Feuerwerk kreativer Violinenkunst. Dazu kamen noch viel Bewegung sowie hörens- und sehenswerte Zwischentöne. Die gut 150 Besucher fanden nicht alle Platz im historischen Mühlengebäude, einige mussten von draußen oder aus der Bar zuhören.

Der Andrang war nicht nur ein Erfolgserlebnis für Mühleninhaber Jan Küstner bei der ersten Veranstaltung dieser Art im renovierten Gebäude. Auch für die Künstler, Kamilla Bush und Johannes Krampen, war es eine Premiere.

Beide sind Profimusiker durch und durch und bedienen dabei alle Genres. Sie haben auf eine Gage verzichtet, denn der Erlös der Veranstaltung geht an die Kinderkrebshilfe. Auch der Einsatz des Cateringteams der „Alten Schule“ war ehrenamtlich.

Die beiden Musiker gaben schon zu Beginn mächtig Gas und führten zum Thema „Beziehungen“ die Anwesenden durch unterschiedliche Stilrichtungen der Musikgeschichte mit kleinen Showeinlagen und philosophischen Zwischentönen. Den Einstieg markierte ein eigenes Arrangement der Titelmelodie des letzten James Bond Films „Spectre“, danach ging es mit „Turkish Smile“ um das erste Lächeln bei einer beginnenden Beziehung. Kamilla Bush wechselte wiederholt das Kleid, passend zum entsprechenden Thema des jeweiligen Stückes. Zwischendurch erfuhren die Zuschauer, dass die beiden auch privat ein Paar sind, und es gab manches Biografische zum Thema Beziehungen.

Mit Humor und Tiefgang

Johannes Krampen verstand es immer wieder, Überleitungen zum nächsten Stück herzustellen, mit Humor und Tiefgang. Das Stück, das sie angeblich vorher nicht zusammen üben konnten, geriet zum gespielt-verwegenen Desaster mit komischen Einlagen und inszeniertem Notenblattwechselchaos. Auch Streit in der Beziehung war ein Thema des Abends, pantomimisch wie musikalisch überzeugend mit abschließender Versöhnung. Das Thema Hochzeit kam in einem jiddisch angehauchten Stil daher.

Ein Höhepunkt des Abends war das Arrangement von „Nothing else matters“, im Original von Metallica, ausdrucksstark arrangiert und voller Energie. Was mit einer Rockband geht, geht auch mit zwei Violinen. Der Salsa kam dann im südamerikanischen Outfit daher, gespielt und getanzt und mit ganz viel Pathos vorgetragen. Den Abschluss bildete dann ein sehr „klassisches“ Stück aus der Romantik.

Mit diesem Feuerwerk der Musik hatte wohl kaum einer der Besucherinnen und Besucher gerechnet und es gab lang anhaltendem Applaus. Die Zugabe „You raise me up“ konnte nicht passender sein und war so etwas wie der krönende Abschluss und der vorläufige Schlussstrich unter ein sensibles, aber spannendes Thema mit perfektem Vortrag. Der Eintritt zu der Veranstaltung war frei, dafür wurde am Ausgang eine Spende erbeten für die Kinderkrebshilfe. (Hans Peter Osterhold)

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