„Ergebnis- und verdachtsunabhängige Kontrollen“ der Korbacher Polizei am Mühlhäuser Hammer

Beamte suchen nach Terroristen

Twistetal - Mühlhausen. Als Reaktion auf die Terroranschläge in Paris hat die Korbacher Polizei am Dienstag Mittag nahe des Mühlhäuser Hammers einen Kontrollpunkt eingerichtet. Bis in die Abendstunden hinein überprüften die Beamten etwa 100 Auto- und Lastwagenfahrer.

 Es handele sich um eine „ereignis- und verdachtsunabhängige Kontrolle“, berichtete der Einsatzleiter. Verbunden war die Fahndungsaktion mit einer allgemeinen Verkehrskontrolle. Dabei wurden kleinere Vergehen festgestellt. Straftäter gingen der Polizei aber nicht ins Netz.

Die Beamten gingen auf Nummer sicher: Auch ohne konkreten Verdacht fahndeten sie nach Terroristen und anderen Straftätern. Damit haben die Folgen der jüngsten Taten islamistischer Attentäter den Kreis erreicht – auch dort gab es „ergebnis- und verdachtsunabhängige Kontrollen“: Am Montag waren Polizisten im Frankenberger Land im Einsatz, am Dienstag in Nordwaldeck.

 Von 14.30 bis gegen 19.30 Uhr kontrollierten sie am Mühlhäuser Hammer Fahrzeuge und ihre Insassen. Seit den blutigen Anschlägen von Paris und dem nach Geheimdienst-Hinweisen abgesagten Fußball-Länderspiel in Hannover sind auch die deutschen Sicherheitsbehörden alarmiert: Vermutlich halten sich auch in der Bundesrepublik gewaltbereite Islamisten auf, die wohl Anschläge planen.

Seitdem laufe auch in Hessen die Fahndung nach möglichen Terroristen, berichtete der Korbacher Einsatzleiter gestern. In diesem Zusammenhang stand die Fahndungsaktion. Der potenziellen Gefahr entsprechend hatten die Polizisten Sicherheitsvorkehrungen getroffen: „Wir sind vorbereitet und wachsam“, betonte der Einsatzleiter.

Ältere Autofahrer fühlten sich angesichts des Polizeiaufgebots an Kontrollen aus Zeiten des „RAF“-Terrors der Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre erinnert. Damals wurden um Korbach Fahrzeuge angehalten.

Bei ihren Kontrollen mussten die Beamten dem einsetzenden Schneegestöber, einem eisigen Wind und Temperaturen um den Gefrierpunkt trotzen. Aus dem in Richtung Korbach rollenden Verkehrsstrom leiteten sie immer wieder Fahrzeuge auf den Parkplatz. Die Fahrer trugen es in der Regel mit Fassung, viele reagierten freundlich.

Wer sich der Kontrolle stellen müsse, entschieden die Beamten spontan und „aus der Erfahrung heraus“, berichtete der Einsatzleiter. Tagsüber gaben Beamte in einem vor dem Kontrollposten postierten Zivilfahrzeug ihren Kollegen Hinweise.

Neun Beamte der Korbacher Polizeistation waren im Einsatz. Mit dabei waren auch Kollegen des Verkehrsdienstes. Sie untersuchten Lastwagen und Autos auf Mängel und überprüften Papiere – die Fahndungsaktion war verbunden mit einer „allgemeinen Verkehrskontrolle“. Dabei traten aber nur ein paar kleinere Verstöße zu Tage. Bei Anbruch der Dunkelheit rückte das Technische Hilfswerk aus Korbach mit sieben Mitgliedern an, um den Parkplatz auszuleuchten.

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