Brandschutz in Mühlhäuser Halle zuerst nicht berücksichtigt, alter Beschluss revidiert

Größere Lösung für Mehrzweckhalle

Halle Mühlhausen
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Die Mehrzweckhalle Mühlhausen soll umfangreicher als bisher beschlossen saniert werden.

Twistetal-Mühlhausen. Die Mehrzweckhalle Mühlhausen soll umfangreicher als bisher geplant saniert werden. Der im Mai 2015  gefasste Beschluss wurde von der Gemeindevertretung in Mühlhausen revidiert: Statt 765 000 Euro sollen nun 1,4 Millionen Euro ausgegeben werden.

Vor allem die bisher nicht berücksichtigten Belange des Brandschutzes werden damit erfüllt. Zudem ist in dem Paket der 300 000 Euro teure Neubau des Sanitärtraktes mit Umkleideräumen und Foyer enthalten. Zustande gekommen ist dieser Beschluss mit 13 Ja-Stimmen. Vier Gemeindevertreter stimmten dagegen, vier enthielten sich.

Wichtig für Handballer

„Das ist noch nicht die beste Lösung, aber ich stimme zu“, sagte Patrick Paul (SPD). 250 Handballer würden die Halle nutzen, und 5000 Besucher kämen jährlich, um die Spiele in Mühlhausen zu sehen. Für die Sportler sei neben der Vergrößerung der Halle ein neuer Sanitärbereich wichtig.

 Paul verwies auch auf die intensive Nutzung für andere Zwecke, etwa durch die Verkehrsschule oder die Gymnastik- und Turngruppen. „Wir sollten jetzt was Ordentliches machen“, plädierte auch Hartmuth Schiller (FWG) für die größere Lösung. „Es wird Zeit, jetzt Fahrt aufzunehmen. Wir haben lange genug diskutiert“, unterstrich Jens Marpe (FDP).

"Geht zu weit"

Für die Gegner brachte es Christoph Dietzel (CDU) auf den Punkt: „Der Vorschlag geht zu weit.“ Der jährlich zu leistende Abtrag der Kredite in Höhe von 100 000 Euro müsse über die Grundsteuern finanziert werden. Die Schulden stiegen demnächst auf acht Millionen Euro. „Muss die Gemeinde Sanitär- und Umkleideräume für Sportvereine bezahlen?“

Der 2015 gefasste Beschluss reiche für die Sanierung der Halle aus, sagte Ilka Deutschendorf (Bündnis 90/Die Grünen). Die Handlungsfähigkeit der Gemeinde werde sonst noch weiter beschränkt, das gehe zu Lasten der Haus- und Grundbesitzer.

Brandschutz fehlte

 Das im vorigen Jahr beschlossene Volumen zur Sanierung der Halle reiche gerade „zum Aufhübschen“, sagte Bürgermeister Stefan Dittmann. Bereits bei der Vorstellung der Pläne durch den Bad Arolser Architekten Henning Schütt vor fünf Jahren sei es um 1,8 Millionen Euro gegangen. Aufgrund der Brandschutzauflagen hätte die Kirmes am vorigen Wochenende gar nicht erlaubt werden dürfen, gab der Rathauschef zu bedenken.

Bei den Beratungen in der Kommission habe sich gezeigt, dass die holzvertäfelte Decke entfernt und deswegen auch die Beleuchtung erneuert werden müsse. Der von Gemeindevorstand und Kommission vorgelegte Kommission vorgelegten Kompromissvorschlag sei der einzige sinnvolle. Energetische Sanierung und Belüftungsanlagen , wie von Architekt Schütt vorgeschlagen, seien gar nicht berücksichtigt worden. 

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