Bürgermeister appelliert an Gemeindevertreter, Gesamtkonzept für Berndorf zu sehen

1,3 Millionen Euro für 430 Meter Straße

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Bauarbeiten in der Strother Straße stehen an. Für 320 000 Euro soll der Abwasserkanal erneuert werden. Neue Trinkwasserleitungen sind auf rund 200 000 Euro geschätzt, der neue Fahrbahnbelag wird mit rund 790 000 Euro zu Buche schlagen. Die Bauarbeiten erfolgen nur, wenn der von der Gemeinde beantragte Zuschuss nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz fließt. Aus Mitteln der Stadterneuerung Nordwaldeck soll der Schulweg entlang der Mehrzweckhalle zur Grundschule verbessert werden. 

Twistetal-Berndorf. Die Anwohner der Strother Straße müssen sich im kommenden Jahr auf eine Großbaustelle vor der Haustüre einstellen. Über mehrere Monate, von März bis November, wird es dauern, bis 100 Meter Kanalleitungen saniert, 400 Meter Wasserleitung neu verlegt, Hausanschlüsse angeschlossen und 430 Meter Gemeindestraße von Grund auf neu aufgebaut sind.

Die Details der Kanalschäden und vom Zustand der Wasserleitung, die zuletzt 1979 in kleinen Teilabschnitten erneuert wurde, erläuterte Boris Perplies, Abteilungsleiter Planung beim Ingenieurbüro Gröticke und Partner. 1,3 Millionen Euro soll das ganze Projekt kosten.

Durch einen glücklichen Zufall – weil andere Projekte auf der Prioritätenliste nicht gebaut wurden – konnte das Berndorfer Straßenstück in das Förderprogramm des Landes nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz aufgenommen werden. Deshalb werden wohl 273 000 Euro an Zuschüssen fließen. Gut für die Anlieger: Twistetal hat keine Straßenbeitragssatzung. Dafür aber müssen Anliegerbeiträge für Wasserleitung und Kanal aufgebracht werden.

Im Bauausschuss wurde am Montag kritisch hinterfragt, ob die Bausumme von 1,3 Millionen Euro für 430 Meter Gemeindestraße angemessen seien. Besonders der CDU-Gemeindevertreter Heiko Griesel meldete Bedenken an.

Sein Vorschlag: Nur die defekten Kanalstücke reparieren und die Fahrbahndecke ausbeseren. Nach einer Auszeit stimmten jedoch alle Ausschussmitglieder für die komplette Sanierung.

 Zuvor hatte Bürgermeister Stefan Dittmann ein Plädoyer für eine „ordentliche Sanierung“ gehalten. Dieses Straßenstück sei Teil eines Sanierungskonzeptes, von dem ganz Berndorf profitieren werde. Es sei nicht sinnvoll, nur kleine Teilstücke zu sanieren, wenn dann nacheinander die nicht erneuerten Wasserleitungsabschnitte undicht würden und repariert werden müssten. Im Übrigen laufe das Förderprogramm des Landes 2019 aus. Eine zweite Chance werde es für Berndorf wohl nicht geben.

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