Verband will unabhängig von Land sein

Darum zahlen die Waldecker Jäger höhere Beiträge

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Treue Mitglieder der Waldeckischen Jägerschaft geehrt. Von links: Vorsitzender Heinz Langerzik, Heinrich Kiepe, Willi Rüsseler, Klaus Homberger, Wilhelm Rube und stellvertretender Vorsitzender Tobias Brun.   

 Mühlhausen. Die 530 Mitglieder starke Waldeckische Jägerschaft zahlt lieber deutlich höhere Mitgliedsbeiträge, als dass sie sich zumindest indirekt aus dem Umweltministerium Anteile aus der Jagdabgabe zahlen lässt.

Mit großer Mehrheit beschlossen die in der Gaststätte Kiepe in Mühlhausen versammelten Jägerinnen und Jäger, den Jahresbeitrag von 50 auf 70 Euro zu erhöhen. Die Erhöhung war notwendig geworden, weil der Landesjagdverband beschlossen hat, auf Zuschüsse des Umweltministeriums aus der Jagdabgabe zu verzichten. „Der Verband möchte unabhängig vom Land sein“, erklärte Kassenwart Volker Kleinhans dazu.

Darum zahlen Jäger mehr

Dieser Verzicht schlägt auf die Kreisverbände durch, die einen Teil ihrer Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung der Aufgaben des Landesjagdverbandes abführen müssen. Deswegen hat der Verband der Jägerschaft nach Auskunft des Vorsitzenden Heinz Langerzik bereits eine Rechnung von 26 000 Euro geschickt, bisher hat die Umlage 18 000 Euro betragen. Ohne die Erhöhung würde der Landesverband jedoch bald zahlungsunfähig.

Der Verband sei Diskussionen mit dem Ministerium über Zuschüsse aus der Jagdabgabe leid, die von Jägern für Jäger gezahlt würden, sagte Langerzik. Er habe sich um Zuschüsse für die Ausrüstung der Nachsuchengruppe mit stichfesten Westen bemüht, die Gruppe werden nach Wildunfällen zu jeder Tageszeit gerufen, wenn ein Stück Wild verletzt in den Wald geirrt sei.

Wie läuft die Finanzierung?

Das von einer grünen Politikerin geleitete Ministerium habe die Finanzierung abgelehnt, weil die Jacken dann im Privatbesitz verblieben. Erst durch Vermittlung des CDU-MdL Armin Schwarz seien aus dem Lotto-Topf 500 Euro geflossen, mit denen zwei Westen gekauft werden konnten.

Ähnlich frustrierend sei der Versuch verlaufen, einen Zuschuss zur Finanzierung einer Baumpflanzaktion beim Hessentag zu bekommen.

So gefährlich ist Nachsuche

Die Sprecherin der Nachsuchen-Gruppe der Waldeckischen Jägerschaft, Katrin Förster, machte deutlich, wie gefährlich die Arbeit mit den Hunden sei. Zehn Hundeführer seien für die schwierige Arbeit ausgebildet und hätten im vorigen Jahr 500-mal vor allem nach der Jagd weidwundes Wild suchen müssen. Die Hunde werden dann mit maßgeschneiderten stichfesten Westen ausgestattet, die 300 bis 500 Euro kosten und etwa vier Jahre die Belastungen aushielten. 

In der Auseinandersetzung mit Wildschweinen komme es auch zu tödlichen Verletzungen, so beklagte Frau Förster selbst den Tod eines ihrer Hunde. Die Jäger selbst müssen auch stichfeste Westen, Visier und Helm tragen. Verluste bei den Tieren und die tiermedizinische Versorgung werden durch eine Unfallversicherung bezahlt, die die Mitglieder der Jägerschaft finanzieren.

So viele neue Jäger 

Stellvertretender Vorsitzender Tobias Brun zog Bilanz aus seinen bisher 14 Jahren als Lehrgangsleiter: Unter seiner Regie seien 200 Männer und Frauen zu Jägern ausgebildet worden. Elf Jägerbriefe waren es 2017, im kommenden April findet die Prüfung nach dem achtmonatigen Kurs für elf Teilnehmer statt.

Aus dem Vorstand der Jägerschaft werden sich Langerzik und Michael Osberger dem Lenkungsausschuss des Landkreises zum Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) zur Verfügung stellen. „Wir müssen bei der Reduzierung des Schwarzwildes mitwirken“, sagte Langerzik. Die in Aussicht stehende zweijährige Befreiung von den Gebühren für die Trichinenschau nach der Wildschweinjagd sei das richtige politische Signal an die Jäger.

Was machen Jäger beim Hessentag?

Beim Hessentag in Korbach wird sich die Jägerschaft vom 25. Mai bis 3. Juni mit einem großräumigen Stand beteiligen. Dazu werden die Präsidenten des Landesjagdverbandes, Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, und des Deutschen Jagdverbandes, Hartwig Fischer, als hochkarätige Gäste erwartet. 

Unter anderem werden die drei Bläsergruppen, die Nachsuchen-Gruppe, eine Falknerin sowie ein Naturfotograf erwatet. Für die Kinder werden Naturerlebnisspiele vorbereitet.

 

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