Rhythmisches Klatschen, statt singen ist angesagt

Das Singen nicht verlernen: Waldeckischer Sängerbund bietet Chorleiterschulung an

Neuer Schwung für das Chorwesen im Waldecker Land: vorwiegend junge Menschen trafen sich zur Schulung für angehende Chorleiter des Waldeckischen Sängerbundes. Vorne im Bild Kursleiter Rüdiger Pfankuche.
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Neuer Schwung für das Chorwesen im Waldecker Land: vorwiegend junge Menschen trafen sich zur Schulung für angehende Chorleiter des Waldeckischen Sängerbundes. Vorne im Bild Kursleiter Rüdiger Pfankuche.

In Zeiten von Corona muss selbst eine Schulung für angehende Chorleiter ohne Gesang auskommen. Das Klavier ist dennoch im Einsatz, wenn Rüdiger Pfankuche den Takt vorgibt.

Twistetal-Twiste - Für die Teilnehmer ist dann etwa rhythmisches Klatschen angesagt, eine Technik, die sie neben vielen weiteren didaktischen Kniffen bei einer späteren Chorleitertätigkeit gebrauchen können. Auch wenn sich lediglich sechs Musikbegeisterte gefunden haben: aus Sicht des Waldeckischen Sängerbundes (WSB) als Veranstalter ist es eine tolle Sache, die Schulung überhaupt durchführen zu können.

Eigentlich sei alles viel größer geplant gewesen, berichtet WSB-Vorsitzender Bruno Mecke im Zuge des zweiten Treffens in der Mehrzweckhalle Twiste. Vor den allerorts präsenten Schwierigkeiten, Chorleiter mit freien Kapazitäten zu finden, sollte ein Lehrgang bereits vor Monaten beginnen.

Corona-Maßnahmen sind sehr belastend für die Chöre

Rüdiger Pfankuche, Musikausschussvorsitzender im WSB und erprobter Chorleiter des Männergesangvereins Eimelrod, hatte sich spontan bereit erklärt, den Kurs zu leiten. In der Alten Landesschule, der Musikschule Korbach und in Bad Wildungen wurde kräftig die Werbetrommel gerührt, um junge Leute zu gewinnen dann kam der Lockdown im Zuge von Corona. Für die Chöre sei die Situation nach wie vor belastend, sagt Bruno Mecke. Etliche Sänger haben Angst, dass es gar nicht mehr weitergeht, hat der Vorsitzende in den vergangenen Monaten erfahren.

Dankbar ist er dem Männergesangverein Liedertafel Einigkeit Twiste, dessen Mitglieder nun die Durchführung des Workshops unterstützen. Tatsächlich sind die Twister Sänger der erste Bezirkschor, der ein striktes Hygienekonzept entwickelt und vorgelegt hat. Unterteilt in Sängerstimmen, konnten die Twister ihre Proben vor drei Monaten wieder aufnehmen und stellen ihre Erfahrung dem Nachwuchs zur Verfügung.

Chorleiter werden gesucht

Bei jedem Termin sind somit auch Vorstandsmitglieder des heimischen Chores anwesend, desinfizieren Tische und Türklinken und achten darauf, dass der Gemeinschaftsraum auch bei den nun kühleren Temperaturen regelmäßig durchgelüftet wird. Langjährige Erfahrung bringt jeder der Teilnehmer aus Külte, Arolsen, Berndorf, Buchenberg und Westheim mit: alle haben schon Chorhelferaufgaben übernommen, im örtlichen Kinderchor mitgearbeitet oder ihren Chorleiter vertreten.

Die nun angelaufene Schulung geht über einen Chorhelferlehrgang hinaus, wie Bruno Mecke und Rüdiger Pfankuche betonen: das Ziel sei, dass die Teilnehmer selbst die Leitung eines Chores übernehmen könnten. Wir haben überall Schwierigkeiten, Chorleiter zu bekommen, die zum Teil schon bis zu acht Chöre gleichzeitig leiten.

Weitere Interessenten sind willkommen

„Es kann nicht sein, dass wir keine Chorleiter haben“, findet Bruno Mecke. Nach zunächst zwei Treffen besteht für Interessierte die Möglichkeit, in die Chorleiterschulung einzusteigen.

Es können jederzeit noch Leute dazukommen, lädt Rüdiger Pfankuche ein. Informationen gibt es auf der Homepage waldeckischer-saengerbund.de und beim Kursleiter unter Telefon 02982/1701. (Von Sandra Simshäuser)

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