Nabu fordert Beobachtung von FFH-Gebieten

Diese Probleme befürchtet  Naturschutzbund durch Hühnerstall für Gewässer

Naturschutz am Twistevorstau. Die Läufe von Twiste, Wilde, Watter und Aar stehen in den Gemarkungen von Bad Arolsen, Twistetal und Volkmarsen gesondert als Flora-Fauna-Habitate unter Schutz. Foto: Armin Haß

Twistetal/Arolsen. Problematische Auswirkungen sieht Maik Sommerhage vom Naturschutzbund aus Bad Arolsen durch einen neuen Legehennenstall in der Gemarkung Mühlhausen: Für den FFH-Bereich von Twiste, Wilde, Watter und Aar dürfte der Eintrag von Hühnerkot durch Düngung belastend sein.

Wenn es für den geplanten Stall eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz geben werde, dann werde der Investor nicht um ein Monitoring, eine Beobachtung des Einzugsbereiches für den Schutz von Pflanzen- und Tierwelt nach den FFH-Richtlinien herumkommen, sagt Sommerhage im Gespräch mit unserer Zeitung. FFH steht für Flora-Fauna-Habitat, also die Lebensräume von Pflanzen und Tiere.

Möglichkeit zum Einblick

Bis zum Ende des kommenden Monats läuft die Offenlegung der Pläne durch das Regierungspräsidium in Kassel, unter anderem im Rathaus Twiste. Eine Bürgerinitiative erhebt Protest gegen die Pläne des Mühlhäuser Landwirts und hebt dabei besonders auf der Wohl der Legehennen ab.

Der Nabu wird zwar beim aktuellen BImSch-Verfahren zum Thema Immissionen nicht als Träger öffentlicher Belange gehört. Dennoch macht der Nabu im Rahmen der Offenlegung Einwände geltend, die im Anschluss beim RP bewertet werden müssen: So wird nach Einschätzung des Nabu die Situation der Twiste nicht angemessen berücksicht.

Das fordert der Nabu

 Es fehlten aktualisierte Zahlen zum Nitrateintrag in der Twiste. Das liege daran, dass im Gegensatz zum Trinkwasser keine regelmäßig wiederkehrenden amtlichen Kontrollen vorgenommen würden. Aus früheren Untersuchungen wisse er, dass die Diemel als schmutzigster Fluss gelte, und die Twiste bei Wormeln sehr stark belastet sei.

 Der „Verein zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse“ (VSR Gewässerschutz) hatte einen Wert von 32 mg Nitrat beim zufluss der Twiste und die Diemel ermittelt und die Düngung in der Landwirtschaft dafür verantwortlich gemacht.

Das will die EU

Verstärken könnte sich das Problem nach dem Bau des Legehennenstalles, sagt Sommerhage. Durch die Düngung der Ackerflächen des Mühlhauser Betriebs könnten Grund- und Bachwasser belastet werden. Das schädige auch den Lebensraum der geschützten Groppe und des Bachneunauges.

Die EU spreche allerdings ein Verschlechterungsverbot aus. Das wiederum sei ein Argument für eine genaue Untersuchung des betroffenen Einzugsgebietes. So lange dürfe für den Legehennenbetrieb keine Genehmigung ausgesprochen werden.

Darum geht es 

Nach Information von Sommerhage hat es in dem seit vier Jahren laufenden Genehmigungsverfahren Kontroversen mit dem Investor und Nachbesserungen geben . Dabei legt Sommerhage Wert auf die Feststellung, dass der Investor nicht angeprangert werden dürfe. Es sei der falsche Ansatz, den Produzenten zu verurteilen. Die Erzeuger ständen schließlich unter hohem wirtschaftlichem Druck

Entscheidend seien die politischen Rahmenbedingungen. In hohem Maße liege es auch am Verbraucher, ob mehr ökologisch verträgliche und stärker auf das Tierwohl ausgerichtete regionale Produkte eine höhere Chance bekämen.

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