Zusammenarbeit mit der  Eulen- und Greifvogel-Pflegestation in Essentho

Drei Greifvögel aufgepäppelt und bei  Twiste ausgewildert

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Wenn er auf einer menschlichen Hand sitzt, bemerkt man die beachtliche Größe des Rotmilans. Weil er als Wildtier nicht an den Menschen gewöhnt ist, empfindet er diese Situation bedrohlich. Daher „markiert er den toten Mann“, wie die Fachleute die zusammengekauerte Körperhaltung nennen. Sobald Friedhelm Wernz das Tier aber loslässt, zeigt der Vogel aber seine beeindruckende Flugkunst.  

Twistetal-Twiste.– Zwei Turmfalken und ein Rotmilan wurden am Mittwoch aus der Pflege in die Wildnis entlassen. Friedhelm Wernz, Greifvogel-Experte und Vorsitzender der Gruppe Twistetal im Naturschutzbund (Nabu), gab den geretteten Jungvögeln auf dem freien Feld zwischen Mühlhausen und Helmscheid die Freiheit zurück.

Die beiden Turmfalken sind Geschwister. Sie wurden vor einigen Wochen als hilflose Nestlinge in Nordwaldeck gefunden. Unterhalb einer Windkraftanlage bei Elleringhausen entdeckten zwei Mountainbiker den jungen Rotmilan. Friedhelm Wernz ist den beiden Sportlern aus Bad Arolsen besonders dankbar, weil sie sich vorbildlich verhalten hätten.

Sie fanden den richtigen Ansprechpartner und machten sich die Mühe, beim Jungvogel zu warten, damit Wernz den genauen Ort finden konnte. Alle drei Vögel hatte Wernz nach Essentho zur Eulen- und Greifvogel-Pflegestation von Wilfried Limpinsel gebracht, wo sie bis zur Ausgewöhnungsreife aufgezogen wurden.

Dank der großen Freiflugvoliere in Essentho konnten die Greifvögel bereits perfekt fliegen, als der „Vogelpate“ sie nach ein paar Fotos und mit einem letzten Spritzer Wasser in den Schnabel freiließ.

Die Bilder für die Dokumentation machte Mike Sommerhage aus Wetterburg, Vogelschutzreferent beim Nabu-Landesverband. Registriert sind natürlich auch die Ringnummern, mit denen die Tiere versehen sind, sowie die Koordinaten des Freilassungsorts.

Wenn er auf einer menschlichen Hand sitzt, bemerkt man die beachtliche Größe des Rotmila ns. Weil er als Wildtier nicht an den Menschen gewöhnt ist, empfindet er diese Situation bedrohlich. Daher „markiert er den toten Mann“, wie die Fachleute die zusammengekauerte Körperhaltung nennen. Sobald Friedhelm Wernz das Tier aber loslässt, zeigt der Vogel aber seine beeindruckende Flugkunst.  

Die Daten gab Sommerhage an die Vogelwarte Helgoland weiter. Das dortige Institut für Vogelforschung kann damit Rückschlüsse auf das Vorkommen und die Verbreitung von Vogelarten ziehen.

Zum mächtigen Rotmilan-Jungvogel vermuten die Greifvogel-Fachleute, dass das Tier vom Sog eines Windkraftanlagen-Rotorblatts zu Boden gedrückt wurde. Laut Sommerhage kann man bei Rotmilan-Altvögeln beobachten, dass sie einen weiten Bogen um die Anlagen machen.

Der Konflikt zwischen Windkraft-Befürwortern und Vogelschützern ist bekannt. Sommerhage plädiert für eine frühere Mitnahme von Naturschützern bei der Planung der Anlagen, damit gemeinsam eine vernünftige Standortwahl getroffen werden kann.

„Dann hätte auch in Mengeringhausen viel Zeit gespart werden können“, so der Vogelexperte.

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