Politischer "Kaffeeklatsch" an der B 252 

Druck machen für Berndorfer Umgehungsstraße 

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Druck für Umgehung Berndorf: Bürgerinitiative protestiert am Tag des Lärms.

 Twistetal-Berndorf – Hunderte von Lastzügen donnern werktags über die Bundesstraße 252 durch Berndorf und Twiste. Dafür, dass sich das bald ändern möge, hat die Bürgerinitiative (BI) für eine Umgehungsstraße gestern wie jedes Jahr zum Tag des Lärms direkt an der B 252 in Berndorf demonstriert.

Dabei stehen die Chancen für eine Umgehungsstraße bei Twiste planungsrechtlich besser als für Berndorf, wo erst noch eine Trasse untersucht werden müsste. In diesem Frühjahr waren bei Twiste schon Bodenuntersuchungen im Bereich der geplanten Brücken vorgenommen worden, und im vergangenen Jahr sind Tier- und Pflanzenwelt unter die Lupe genommen worden.

Einen Schritt vorankommen

Die „Kaffeeklatsch“ genannte Zusammenkunft machte die Forderungen deutlich: „Es sollten endlich mögliche Umgehungs-Trassen untersucht werden, um schon mal einen Schritt voranzukommen“, sagte BI-Sprecher Daniel Spratte in Gegenwart der Bundestagsabgeordneten Esther Dilcher, des früheren Bundestagsabgeordneten Thomas Viesehon und von  Twistetals Bürgermeister Stefan Dittmann.

Dittmann wies auf das Dilemma hin: Da eine Umgehung Berndorf im Bundesfernstraßenplan nur in der Rubrik „erweiterter Bedarf“ rangiert und beim für die Planung zuständigen Land Hessen die Prioritäten bei Neubauprojekten, wie der als vordringlich eingestuften Umgehung Twiste, liegen, gibt es noch nicht einmal eine Umweltverträglichkeitsstudie, bei der auch die Belange der Bürger und mögliche Trassen untersucht würden. „Eine solche Planung wäre schon mal ein Fortschritt“, sagte der Bürgermeister.

"Lärm macht krank"

12 000 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren hat die BI bei einer 24-Stunden-Zählung zuletzt registriert. Bei der Zählung in den Ferien seien sie auf 1600 Lastwagen gekommen, die den Lärmpegel noch weiter in die Höhe brächten, führt die BI in der jüngsten eigenen Untersuchung aus. Die Zahlen von Hessen Mobil bezweifelt die BI: Die Straßenbauverwaltung kam auf 1000 Laster in Twiste und 500 in Berndorf.

„Der Lärm macht krank“, sagte Spratte. Und um mit Esther Dilcher, Thomas Viesehon und Rolf Crone von der Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung (GSV) über die Problematik zu diskutieren, musste an der Straße schon etwas lauter gesprochen werden. Crone, der selbst beim Land Hessen als Abteilungsleiter für Straßenbau zuständig und beim Straßenbauamt Arolsen Planungschef war, unterstützt die BI. Die wiederum ist Mitglied der GSV. Die Organisation fördert Bürgerinitiativen, weil sie einen hohen Nachholbedarf beim Bau von Ortsumgehungen und einen weiter ansteigenden Schwerverkehr erwartet.

Weiter Druck ausüben

„Die Bürger müssen weiter Druck auf die politischen Gremien ausüben“, sagte Crone. Schließlich gehe es darum, Lärm- und Schadstoffbelastungen zu reduzieren, die Sicherheit der Bürger und ihre Lebensqualität zu erhöhen. 

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