Twistetaler Gemeindevertretung will erst alle Fakten sehen

Verkauf des Wilke-Geländes auf Eis gelegt

Zahlen und Fakten fordert die Gemeindevertretung vor einer weiteren Entwicklung des Geländes der früheren Wurstfabrik Wilke in Berndorf.
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Zahlen und Fakten fordert die Gemeindevertretung vor einer weiteren Entwicklung des Geländes der früheren Wurstfabrik Wilke in Berndorf.

Ein Verkauf des Geländes der früheren Wurstfabrik Wilke in Berndorf ist auf Eis gelegt. Die Gemeindevertretung in Twistetal hat am Montag beschlossen, dass der Bürgermeister und der Gemeindevorstand vorerst keine Verkaufsverhandlungen führen sollen.

Twistetal-Berndorf – Zunächst sollen alle Möglichkeiten für eine Verwertung geprüft und die Fakten auf den Tisch gebracht werden, um dann zu einem Beschluss über die weitere Verwendung des Areals zu kommen. Das ist das Ergebnis, auf dass sich die Fraktionen im Twistetaler Gemeindeparlament nach einer heftigen Diskussion am Montagabend geeinigt haben.

Bei 22 Ja-Stimmen und einer Enthaltung fordert die Gemeindevertretung in einem ursprünglich von CDU, Grünen und SPD gemeinsam vorgebrachten Antrag, erst nach Vorlage eines Abrissgutachtens, eines Förderbescheides des Landes und möglicher Planungen zur Gestaltung des Wilke-Geländes weitere Beschlüsse zu fassen.

Bei der Entscheidung über die weiteren Planungen für das Gelände hatten sich neue politische Verhältnisse in der Gemeindevertretung gezeigt. Zu vorgerückter Stunde wurde ein ursprünglich von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen vorgelegter Antrag zum Thema abgelehnt, in dem Bürgermeister Stefan Dittmann aufgefordert wird, die Protokolle der Verwertungsgesellschaft „zeitnah“ den Gemeindegremien vorzulegen. Der neugewählte SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Lindenborn teilte vor der Abstimmung mit, die SPD ziehe ihre Unterstützung zurück.

Der inzwischen auch räumlich von der Fraktion getrennte SPD-Gemeindevertreter Ralph Backhaus unterstützte indessen den Antrag. Doch die insgesamt elf Stimmen von ihm, der CDU und der Grünen reichten dafür nicht. Durch die neue Mehrheit der FDP, der Wählergemeinschaft Twistetal (WGT) und der nunmehr auf drei Gemeindevertreter geschrumpften SPD-Fraktion mit zwölf Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Auch bei dem dann beschlossenen Antrag von CDU, SPD und Grünen schien sich zunächst ein ähnliches Ergebnis abzuzeichnen. Doch rückten die Fraktionen nach einer heftigen Diskussion einander näher.

Hintergrund: Flächen und Gebäude vermietet

Die Gemeinde Twistetal hat mit finanzieller Unterstützung des Landkreises Ende 2020 das 35 000 Quadratmeter große Gelände der ehemaligen Wurstfabrik Wilke erworben und dazu eine Verwertungsgesellschaft gegründet. Im Herbst 2019 wurde das Unternehmen aufgrund von gravierenden Hygienemängeln geschlossen und ging in die Insolvenz. Inzwischen hat die Gemeinde Gebäudeteile an zwei Firmen und an Hessen-Mobil übergangsweise vermietet.

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