Grenzen abgeschritten

Einstimmen auf das Freischießen der Schützengesellschaft Mühlhausen

Am Schnadestein stehen (von links): Oberst Friedhelm Bracht, Königin Renate Schultze, Steffen Öhl (Stutzkommando), Schnadekundiger Heinz Behle, König Harald Schultze und Johannes Happe (Stutzkommando).
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Am Schnadestein stehen (von links): Oberst Friedhelm Bracht, Königin Renate Schultze, Steffen Öhl (Stutzkommando), Schnadekundiger Heinz Behle, König Harald Schultze und Johannes Happe (Stutzkommando).

Die Schützengesellschaft Mühlhausen stimmte sich beim Grenzbegang auf das Freischießenjahr 2022 ein. Es wird ein Marathon für Schützen.

Twistetal-Mühlhausen – Der Stein, die Grenze, in Ewigkeit Mühlhäuser Königspaar Schultze stiftet Schnadestein Mühlhausen. Einer jahrhundertealten Tradition folgend, gehen die Mühlhäuser Schützen in regelmäßigen Abständen die Grenzen des Twistetaler Ortes ab.

Damit diese auch klar umrissen ist, markieren so genannte Schnadesteine die Grenze zwischen Mühlhausen und seinen Nachbarorten. Einen solchen stiftete nun das amtierende Königspaar der Schützengesellschaft 1567 Mühlhausen Harald und Renate Schultze.

Geschichte lebt auf

Nachdem der neue Oberst Friedhelm Bracht das Bataillon auf dem Hof des Königs antreten lassen hat, ging es unter den Klängen des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Mühlhausen in Richtung Breden Tannen, wo der Stein aufgestellt werden sollte.

Unter dem Steinberg traf die Schützengesellschaft auf eine Abordnung aus dem benachbarten Gembeck, die der Oberst mit einem dreifachen „Horrido!“ hochleben ließ. Vor Ort referierte Dr. Karl Schüttler über die Bedeutung der Schnadesteine und der Schützengesellschaft, die eben auch zur Wahrung des Friedens und der Grenzen gegründet worden sei.

Salutschüsse und Bläserklänge

Anschließend machten sich die Schnadekundigen Heinz Behle, Friedrich Wilke sowie Sebastian und Alexander Schultze ans Werk und setzten den Schnadestein an seinen Bestimmungsort.

Schnadezug der Schützengesellschaft Mühlhausen. Über 100 Schützen haben sich auf den Weg zu Breden Tannen gemacht, die weiteste Anreise hatte dabei Alexander Behle, der aus Tokio angereist war.

Mit Salutschüssen der beiden Kanonen sowie einem Ständchen der Mühlhäuser Jagdhornbläser wurde der Stein eingeweiht. Nach alter Väter Sitte wurde König Harald Schultze als erster über dem Stein gestutzt.

Er kennt sich bestens aus

Bevor sich die Abordnung wieder Richtung Schultzen Hof aufmachte, ließ es sich der amtierende König nicht nehmen, den Schnadekundigen Heinz Behle zu ehren, der sein Amt seit über 40 Jahren gewissenhaft ausführt.

Der Stein selbst hat ebenfalls schon eine gewisse Tradition und Bedeutung, war er doch bis zur Schnadesteinsetzung mindestens 140 Jahre lang als Fensterbank im Haus des Königspaares verbaut. Nun zieren ihn ein Bild des heiligen Georg sowie die Inschrift „Königspaar Schultze (Breden) 2015-2022“.

Wahlen stehen an

Der eigentlich geplante Bataillonsappell, bei dem das Bataillon offiziell an den neuen Oberst übergeben wird, wurde aufgrund eines Trauerfalls auf das kommende Jahr verschoben.

Der nächste Termin der Schützengesellschaft ist der 18. September. Bei der Chargiertenwahl werden die Offiziere gewählt, die beim Freischießen im kommenden Jahr die einzelnen Truppen befehligen. (Heike Saure)

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