Forstwirtschaftplan vorgestellt

Erst Wind und Dürre, dann die Käfer: Dem Gemeindewald in Twistetal geht's nicht gut

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Auf dem Nassholzlagerplatz zwischen Braunsen und Twiste wird Kalamitätenholz vom Windwurf bei Sturm Friedericke gelagert.

Twistetal. Der Wald im Waldecker Land ist in diesem Jahr besonders gebeutelt: Erst wütete Sturm Friederike im Januar, seit vier Monaten die ungewöhnliche Dürre und nun droht auch noch eine Borkenkäferplage, die sich im kommenden Jahr fast sicher noch einmal verstärken wird.

Das sind die Rahmenbedingungen, die neuen Forstwirtschaftspläne für das kommende Jahr bestimmen.

Im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Twistetal wurde der Forstwirtschaftplan für die Gemeinde Twistetal von Revierförster Dietmar Pieper vorgestellt.

Die reinen Planzahlen für 2019 weichen zwar kaum von denen des laufenden Jahres ab, dennoch ist einiges in Bewegung geraten.

Zunächst muss das Kalamitätenholz des laufenden Jahres aufgearbeitet und vermarktet werden. Immerhin hat Friederike in den Fichtenbeständen den drei- bis vierfachen Hiebsatz umgeworfen. Der Markt ist gesättigt und nur begrenzt aufnahmefähig.

Mit der Neuaufforstung will Hessen-Forst zunächst einmal abwarten und sehen, ob und wie die Naturverjüngung funktioniert. Erfahrungsgemäß werden sich im kommenden Jahr noch mehr Borkenkäfer an die Arbeit machen und vorgeschädigte Fichten befallen. Pieper: „Wir dürften im kommenden Jahr noch einmal so viel Käferholz bekommen wie in diesem Jahr Windwurfholz.“

Der Revierförster rechnet mit Erträgen aus dem Holzverkauf in Höhe von 108.000 Euro und einem Aufwand von 69.000 Euro. Unterm Strich kann die Gemeinde Twistetal also mit Einnahmen in Höhe von 38 000 Euro rechnen.

Wenn zum Ende des Jahrzehnts wieder ein neues Forsteinrichtungswerk erstellt wird, dann sind die Waldeigentümer aufgerufen, neue strategische Weichen zu stellen. Der Vertreter des Landesbetriebs Hessen-Forst empfiehlt den Gemeindevertretern schon jetzt, die Waldstruktur im Twistetal auf Baumarten umzustellen, die in der Trockenheit im Sommer und der Nässe im Winter und Frühjahr besser bestehen. Douglasien und Buchen haben da bessere Chancen als die großen Fichtenbestände, die in den vergangenen Jahren immer wieder von Stürmen dahingerafft wurden.

Der Gemeindewald von Twistetal umfasst 269 Hektar. Auf den meisten Flächen stehen Buchen, mit großem Abstand folgen Fichten und Kiefern. Der Eichenanteil ist sehr gering.

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