Nach Schließung des Bad Wildunger Schlachthofes

FDP-Vorschlag: Wilke-Gelände würde sich als Schlachthof eignen

Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren Berndorf Twistetal
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Wie soll das brachliegende Wilke-Gelände künftig genutzt werden? Die FDP bringt nun einen Schlachthof als Ersatz für den Bad Wildunger Schlachthof ins Gespräch.

In der Diskussion um die künftige Nutzung des brachliegenden Firmengeländes der insolventen Wurstfabrik Wilke hat der FDP-Gemeindevertreter Jörg Marpe einen neuen Vorschlag ins Gespräch gebracht.

Twistetal-Berndorf. Weil nach der Schließung des Schlachthofes in Bad Wildungen Schlachtkapazitäten in Waldeck-Frankenberg fehlten, liege doch eine entsprechende Umnutzung des Wilke-Geländes auf der Hand, argumentierte Marpe. 

Der Gemeinde Twistetal seien durch die Schließung der Wurstwarenfabrik Steuereinnahmen, ein großer Abnehmer an Frischwasser und Gebührenzahler bei der Abwasserentsorgung weggefallen. Den Landwirten in der Region fehle ein ortsnaher Schlachtbetrieb, der eine möglichst tierschonende Schlachtung ohne lange Transportwege ermögliche. 

Unrealistische Preisvorstellung

Aus Sicht des FDP-Stadtverordneten sei es sinnvoller, das Wilke-Gelände schnell umzunutzen, als lange auf den Verkauf durch den Insolvenzverwalter zu warten. 

Bürgermeister Stefan Dittmann bestätigte, dass der derzeit vom Insolvenzverwalter aufgerufene Grundstückspreis von 1,7 Millionen Euro noch viel zu hoch für einen Ankauf durch die Gemeinde sei. Bei einer möglichen Zwangsversteigerung hätten auch die Banken, die ihre Kredite durch Hypotheken gesichert hätten, das letzte Wort.

Wilke-Gelände für Wohnbebauung nutzen

Bedenken gegen die Nutzung des Wilke-Geländes als Schlachthof meldete die Grünen-Gemeindevertreter Ilka Deutschendorf an. Sie könne sich noch gut an das Gequieke der Schweine an Schlachttagen in ihrer Jugend erinnern. So fand denn auch der FDP-Vorschlag, den Landkreis um Prüfung der Schlachthof-Idee zu bitten, keine Mehrheit im Gemeindeparlament. 

Einstimmig beschlossen wurde stattdessen der Vorschlag des Gemeindevorstands, das Gelände für eine Förderung durch das Landesprogramm „Baulandoffensive Hessen“ anzumelden. Aus diesem Förderprogramm werden Planungen für die Umnutzung von früheren Industrie- und Militäranlagen für Wohnzwecke finanziert. In Berndorf, wo das Wilke-Gelände unmittelbar an der Ortsdurchfahrt des Dorfes liegt, wäre eine städtebauliche Aufwertung des Fabrikgeländes wünschenswert. 

Filetstück von Berndorf klug umgestalten

Aus dem Förderprogramm soll zunächst eine Machbarkeitsstudie finanziert werden, so der Antrag der Gemeinde Twistetal. Der SPD-Gemeindevertreter Ralph Backhaus sprach von einem wichtigen Zwischenschritt hin zu einer großen Lösung: „Das Wilke-Gelände ist ein Filetstück von Berndorf.“ Das müsse klug gestaltet werden.

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