Gemeindebrandinspektor spendet Stammzellen

Feuerwehr in Twistetal  leistet Hilfe für Leukämiekranke

Für ihn war die Stammzellenspende im März eine Selbstverständlichkeit. Der Twistetales Gemeindebrandinspektor Stefan Rößner würde jederzeit wieder spenden. Foto: Sebastian Wurst

Twistetal-Berndorf – Der Twistetaler Gemeindebrandinspektor Stefan Rößner geht als Vorbild voran und spendet Stammzellen. Der Ober-Warolderner möchte dazu beitragen, dass ein an Leukämie erkrankter Mensch von der gefährlichen Krankheit geheilt werden kann.

Keinen Augenblick habe er gezögert, als ihn die Deutsche Knochenmarkspenderkartei (DKMS) über eine mögliche Übereinstimmung seiner Stammzellen mit einem erkrankten Menschen informierte.

Spontan Hilfe zugesagt

Die Mitarbeiterin der DKMS äußerte sich erfreut über die spontane Hilfszusage und erklärte im Rahmen des Telefonats das weitere Vorgehen. Ganz so schnell wie bei der Feuerwehr sei man bei der DKMS nicht, doch auch dieses Vorgehen sei schließlich lebenswichtigt.

Bereits wenige Tage nach dem ersten Anruf wurde Rößner zu einer Blutabnahme gebeten, den Termin sowie die Information des Arztes wurde hierbei direkt durch die DKMS übernommen. Anschließend wurde das Blut intensiv untersucht.

Das passt

Nach wenigen Tagen stand fest: Die Stammzellen des Spenders stimmen exakt mit denen einer an Leukämie erkrankten Person überein. Um Rößner auf den Eingriff vorzubereiten, wurde er direkt im vorgesehenen Transplantationscenter in Köln durch einen Facharzt im Auftrag der DKMS gründlich untersucht. Nachdem auch hier ein positives Ergebnis vorlag wurde ein Termin zur Stammzellenspende vereinbart, der sowohl für den Empfänger, als auch für den Spender einige Tage Vorbereitung benötigte.

Während das Immunsystem der erkrankten Person für die Spende heruntergefahren wurde, erhielt Rößner Medikamente, die die Bildung von Stammzellen anregen sollten. Die Stammzellenspende selbst wurde im Auftrag der DKMS in Form einer Stammzellapherese im Transplantationscenter in Köln vorgenommen.

Zellen herauslösen

Wie bei einer Blutspende wurde das Blut durch eine Zellseprator geleitet, der die benötigten Stammzellen aus dem Blut herauslöste. Anschließend wurde das Blut dem Spender wieder zugeführt.

Auch wenn dieser Vorgang je nach Spende zwischen drei und sechs Stunden andauern kann, so nimmt der Körper des Spenders durch diesen Eingriff keinen Schaden. Dieses Vorgehen ist jedoch von Spende zu Spende unterschiedlich und lässt sich daher nicht auf alle Stammzellenspenden übertragen.

Hilfe auf lange Sicht

Trösten kann man sich auch während des recht langen Eingriffs jederzeit damit, dass man durch diesen vergleichsweise kleinen Beitrag vermutlich gerade einem Menschen das Leben gerettet hat, so Rößner während der Spende.

Er würde die Entscheidung zu der Spende jeden Tag wieder treffen, betont Gemeindebrandinspektor Rößner. Auch wenn die Stammzellenspende vorerst erfolgreich war, ist der Spender nun für die nächsten Jahre für den Empfänger reserviert, sodass bei eventuell auftretenden Komplikationen schnell eine erneute Spende erfolgen kann.

Feuerwehrführung geht bei Typisierung für die DKMS mit gutem Beispiel voran (Rouven Emde (l), Kai Wäscher (r) und Nico Lange (2.r) zusammen mit Twistetals Bürgermeister Stefan Dittmann.

Die Freiwillige Feuerwehr Berndorf wirbt mit einer Typisierungsaktion für die Unterstützung der Deutschen Knochenmarspenderkartei (DKMS). Aufgrund der Typisierungsaktion können mögliche weitere Stammzellenspender herausgefunden werden, die einem an Leukämie erkrankten Menschen helfen können. Alle 15 Minuten erhält in Deutschland eine Person die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. „Wir helfen, wo immer wir gebraucht werden“, sagt Vorsitzender Kai Wäscher. 

Der Verein der Feuerwehr koordinierte eine Typisierungsaktion, bei der sich auch Feuerwehrleute aus anderen Ortsteilen beteiligten und Bürgermeister Stefan Dittmann. Für die Typisierung wird ein Abstrich von der Mundschleimhaut mit einem weichen Wattestäbchen genommen. 

Nur fünf Minuten

Die Aktion dauert maximal fünf Minuten. Die Stammzellen werden in einem Labor analysiert und in einer Datenbank archiviert. Sobald dann eine Person mit denselben Merkmalen wie der Spender erkrankt und eine Stammzellenspende benötigt, wird der Spender durch die DKMS angesprochen. Mehr Informationen zum Thema Stammzellenspende gibt es auf der Internetseite der DKMS. red

 

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