Nach langer Investitionspause wieder Geld in die Hand nehmen

Freilichtbühne Twiste will modernisieren und hofft auf Leader-Zuschüsse

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Steile und rutschige Gänge auf der Freilichtbühne Twiste. Über die Umbau- und Finanzierungswünsche informieren sich die zuständigen Ausschüsse. Von links Hartmuth Schiller, Ralph Backhaus, Rolf Jäger, Jörg Marpe und Heiko Griesel.   

Twistetal-Twiste. Die Freilichtbühne im Bachteringhäuser Tal, die mit ihren pfiffigen Stücken für Kinder und Erwachsene in jedem Sommer ein breites Publikum anspricht, will nun in ihre Bühnentechnik, in den Sitzkomfort des Publikums und ihre in die Jahre gekommenen Toilettenanlagen investieren. Dabei hofft der Verein auf Unterstützung der Gemeinde und aus dem europäischen Förderprogramm Leader.

ei einem Ortstermin auf der Bühne informierten sich am Montagabend die Mitglieder der Gemeindegremien über die Details. Bürgermeister Stefan Dittmann erinnerte daran, dass beim Bau der Bühnenanlage Mitte der 70er Jahre fast alles mit Eigenleistung sowie mit Unterstützung der Waldeckischen Domanialverwaltung und dem Wohlwollen der Twister Baufirmen geschaffen worden sei. Diese Einrichtungen seien nun sichtbar in die Jahre gekommen. Deshalb seien die Wünsche des Trägervereins der Freilichtbühne durchaus verständlich. 

Der Gemeindevorstand habe bereits reagiert und die Wünsche der Freilichtbühne beim zuständigen Planungsbüro für die Leader-Förderung angemeldet. Mit ein wenig Glück könne die Modernisierung der Freilichtbühne mit 75 Prozent gefördert werden. 

Was wünschen sich die Schauspieler?

Die Freilichtbühne habe auch schon gut vorgearbeitet und zumindest für den Neubau der Toilettenanlagen eine Baugenehmigung erhalten. Wenn nun auch das Gemeindeparlament grünes Licht gebe, dann könne noch in diesem Jahr mit dem Abriss und Neubau begonnen werden. Für die Freilichtbühne sei es wichtig, dass die dann hoffentlich barrierefreien Toilettenanlagen schon zur nächsten Sommersaison wieder zur Verfügung stehen.

Der Vorsitzende der Freilichtbühne, Dr. Theo Berlitz, bestätigte, dass der 1960 gegründete Theaterverein 1976 die bis heute fast unverändert gebliebene Bühne erhalten habe. Inzwischen zähle der Verein 400 Mitglieder, die Hälfte davon unter 16 Jahren.

Bei der engagierten Jugendarbeit

sei Inklusion selbstverständlich. Menschen mit Behinderungen seien nicht nur als Zuschauer willkommen, sondern auch auf der Bühne ganz selbstverständlich mit dabei.

Deshalb sei es auch so wichtig, dass nicht nur die Toilettenanlage barrierefrei umgerüstet werde, sondern auch die Fußwege zu den Sitzreihen. Im Idealfall sollten die Steilstücke asphaltiert werden. Auf der Wunschliste der Darsteller stünden zudem Verbesserungen hinter der Bühne. Hier bildeten sich nach Starkregen oft Pfützen und Schlammlöcher, die tagelang nicht austrockneten. Hier sei eine Drainage sinnvoll, weil damit Sturz- und Verletzungsgefahren beseitigt wurden.

Wieviel Geld wird für den Umbau benötigt?

Vorrangig sei aber der Bau eines neuen Technikturmes, wie Wilhelm Bangert erläuterte, der bei der Freilichtbühne für Baufragen zuständig ist. Gemeinsam mit dem Twister Architekturbüro Wilke hat er eine Lösung entwickelt, bei der der künftige Technikturm auf den vorhandenen Stahlträgern für das Sonnensegel ruht.

Der Regie- und Technikturm ist in die Jahre gekommen: Der Neubau soll um einige Meter vorgezogen und mit seiner Vorderseite auf die Pfeiler für das Sonnensegel gesetzt werden.

Dann müssen nur noch zwei weitere Träger gebaut werden. Durch diesen Neubau rückt die Regie mit all ihren technischen Möglichkeiten einige Meter näher an die Bühne heran. Der Winkel für die großen Verfolger-Scheinwerfer wird günstiger und die Lichtausbeute auf der Bühne größer.

Nach einer ersten Kostenschätzung wird der Abriss und Neubau der Toilettenanlage rund 106 000 Euro kosten. Für den neuen Technikturm sind 114 000 Euro kalkuliert. Hinzu kommen noch 55 000 Euro für eine neue Mikrofonanlage und diverse technische Ausstattungen.

Wie geht's nun weiter durch die Gremien? 

Die Umgestaltung des Fußwegs, der Überdachung, der Bestuhlung und des Backstage-Bereichs könnten überwiegend in Eigenleistung erfolgen, sodass ein Betrag von rund 275 000 Euro zu finanzieren wäre.

Jeweils 25 000 Euro könnten der Bühnenverein, die Gemeinde Twistetal und in Form von Eigenleistungen aufgebracht werden. Die restlichen 200 000 Euro erhoffen sich die Freilichtbühnen-Freunde und der Gemeindevorstand.

Nach kurzer, aber intensiver Diskussion gaben auch die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses und des Bauausschusses ihre Zustimmung zu den Plänen. Am 20. August berät und entscheidet das Gemeindeparlament.

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