Lebenshilfe investiert  1,45 Millionen Euro

Geld für neuen Kuhstall auf Gut Rocklinghausen

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Zuschuss des Landes für neuen Kuhstall: Landwirtschaftsdezernent Fritz Schäfer (2. von links) übergab den Bewilligungsbescheid an den Leiter des Hofguts Rocklinghausen, Bernd Kramer (3. von links). Links der Vorstand des Fachbereichs Arbeit bei der Lebenshilfe, Olaf Stapel, rechts der Leiter des Fachdienstes Landwirtschaft beim Landkreis, Karlfried Kukuck.

Twistetal-Twiste – Für den Bau eines neuen Kuhstalls auf dem Lebenshilfe-Gut Rocklinghausen gibt das Land Hessen einen Zuschuss von 300 000 Euro. Die Gesamtkosten werden mit 1,45 Millionen Euro veranschlagt.

Auf dem Hofgut bei Twiste bekommen Menschen mit Behinderung eine Ausbildung und finden eine ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeit. Außerdem wirtschaftet der Betrieb schon seit vielen Jahren nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus und unterhält Kooperationen mit ähnlich ausgerichteten Betrieben wie etwa der Bauernmolkerei in Usseln.

Gelder von EU, Bund und Land

 Um zukunfts- und wettbewerbsfähig zu bleiben, plant das Hofgut den Bau eines Milchviehstalls für rund 70 Tiere inklusive Nebenanlagen. Das Lebenshilfe-Werk bringt den Großteil der Kosten auf.

Fritz Schäfer, Kreisbeigeordneter und Dezernent für Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Direktvermarktung beim Landkreis Waldeck-Frankenberg, überbrachte den Förderbescheid über 300 000 Euro.

Dem Tierwohl verpflichtet

Die vom Bund und von der EU bereitgestellten Mittel stammen aus dem Programm des Landes für die „einzelbetriebliche Investitionsförderung im Rahmen des Entwicklungsplanes für den ländlichen Raum“. Stallneubauten seien mittlerweile „ein enormer Kostenfaktor, da das Tierwohl vollkommen zu Recht einen hohen Stellenwert genießt und dazu Vorkehrungen getroffen werden müssen“, sagte Schäfer.

Bernd Kramer, Leiter des Hofguts Rocklinghausen, freute sich über den Zuschuss. Damit sei auch die höchstmögliche Summe ausgezahlt worden. Geplant sind nach Auskunft von Kramer ein moderner Boxenlaufstall mit einem zwölf Plätze umfassenden, so genannten „Fischgräten-Melkstand“ sowie eine Güllegrube und eine Fahrsiloanlage.

Integration ist Ziel

Mit der Investition würden drei Hauptziele verfolgt: „Eine Verbesserung des Arbeitsumfelds sowie der Produktionsbedingungen unter dem Aspekt des Tierwohls, Rationalisierung und Senkung der Produktionskosten sowie die Erhöhung der betrieblichen Wertschöpfung.“

Olaf Stapel, Vorstand des Fachbereichs Arbeit bei der Lebenshilfe, unterstrich, dass durch den Neubau des Stalles und die damit verbundene Aufstockung des Milchviehbestandes auch weitere Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung entstehen würden.

Selbstbestimmt leben

Hauptziel bleibe es, die Teilhabe der Menschen sicherzustellen, die von den Mitarbeitern der Lebenshilfe betreut werden, unterstrich Stapel. Dazu sei eine moderne und zeitgemäße Arbeitsumgebung eine wichtige Voraussetzung.

Die Menschen sollten auf ein weitgehend selbstbestimmtes Leben und Arbeiten vorbereitet und so weit qualifiziert werden, dass ihnen auch ein Wechsel in andere Arbeitsbereiche mit oder ohne Betreuung möglich wäre, erklärte Stapel.   red

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