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Gemeinde Twistetal soll 2023 Solar-Anlagen bauen und nicht erst lange prüfen

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Von: Armin Haß

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Schlüssel zur Energiewende: Stromerzeugung mit Sonnenenergie.
Schlüssel zur Energiewende: Stromerzeugung mit Sonnenenergie. © Armin Haß

Die Gemeinde Twistetal wird im nächsten Jahr bereits 50 000 Euro für die Installation von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden und Flächen bereitstellen. Einem entsprechenden Antrag der FDP-Fraktion stimmten alle Gemeindevertreter vor der Haushaltsdebatte nach intensiver Debatte zu.

Damit bleibt es nicht bei den von der CDU vorgeschlagenen 5000 Euro für eine Studie zur Untersuchung der Möglichkeiten von kommunale PV-Anlagen, aus denen Strom für den Eigenverbrauch genutzt und in das Netz gegen entsprechende Vergütung eingespeist wird. „Wir bauen gleich – es gibt Firmen, die das können“, sagte FDP-Sprecher Jörg Marpe: „Wir wollen nicht erst ein Jahr planen.“

Mit dem zusätzlichen Antrag überraschte die FDP die Gemeindevertreter. Die Gemeinde verfüge über kompetente Mitarbeiter, und die Energie Waldeck-Frankenberg berate die Gemeinde ja auch schon als Dienstleister, machte Marpe deutlich. So könnten schon kleinere Flächen mit Paneelen bestückt werden. Vorgesehen worden sei bereits das DGH Elleringhausen.

Künftig verstärkt mit erneuerbaren Energien befassen

Bei der Wählergemeinschaft und den Grünen traf er auf Anhieb auf offene Ohren: „Der Ansatz ist nicht verkehrt. Nicht nur planen, sondern auch bauen“, sagte Marcel Fingerhut (WGT). „Wir können doch schon loslegen und mit unkomplizierten Flächen beginnen“, pflichtete Reinhard Deutschendorf (Die Grünen) bei.

Die Gemeinde werde sich in den nächsten Jahren verstärkt mit der Nutzung erneuerbarer Energien befassen müssen, da könne sie 2023 schon mit ersten Baumaßnahmen beginnen.

Splitting-Modell bevorzugt

Die Ausschüsse befassten sich in der vorvergangenen Woche auf Antrag der CDU mit der Nutzung der kommunalen Liegenschaften für den Bau von selbstgenutzten Photovoltaik-Anlagen. Die Energie Waldeck-Frankenberg hat in einem Vortrag vor dem Bauausschuss kürzlich Möglichkeiten der Solar-Nutzng vorgestellt.

In den Mittelpunkt gerückt wurde als beste Möglichkeit ein neues Splitting-Modell, das eine Neuregelung des Erneuerbare Energien-Gesetzes vorsieht. Dabei wird ein Anlagenteil für Eigenverbrauch und ein weiterer für die Volleinspeisung in Betrieb genommen wird.

Überschuss ins Netz einspeisen

Dazu müssen eigenständige Anlagen installiert und messtechnischen erfasst werden. Aufgrund des Durchschnittsverbrauchs etwa in Dorfgemeinschaftshäusern lässt sich absehen, dass eine kleinere Anlage für den Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung reichen dürfte und eine große Anlage für die komplette Einspeisung ins Netz installiert werden sollte.

Für die Installation spricht nach Auffassung der EWF die Senkung der reinen Stromkosten und die Verringerung des Kohlendioxidausstoßes. Das Splitting würde eine optimale Flächenausnutzung und eine höhere Vergütung bieten. Marcel Fingerhut (WGT) bezeichnete dieses Modell in der Bauausschusssitzung als am besten geeignet. Für die beiden großen Mehrzweckhallen in Mühlhausen und Twiste kommt der Aufbau von PV-Modulen aber aus statischen Gründen nicht infrage, wie inzwischen festgestellt wurde.  (Armin Haß)

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