Milchviehstall für 1,45 Millionen Euro

Größerer Stall, mehr Jobs bei Lebenshilfe-Gut in Twiste

Für den Bau eines neuen Kuhstalls auf dem Lebenshilfe-Gut Rocklinghausen gibt das Land Hessen einen Zuschuss von 300 000 Euro. Die Gesamtkosten werden mit 1,45 Millionen Euro veranschlagt.
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Für den Bau eines neuen Kuhstalls auf dem Lebenshilfe-Gut Rocklinghausen gibt das Land Hessen einen Zuschuss von 300 000 Euro. Die Gesamtkosten werden mit 1,45 Millionen Euro veranschlagt.

Deutliche Konturen nimmt der neue Kuhstall des Lebenshilfe-Gutes Rocklinghausen an. Damit sollen die Anzahl des Milchviehs aufgestockt und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen angeboten werden.

Twistetal-Twiste - Geplant ist die Ausdehnung des Jobangebots in der Landwirtschaftsgruppe von derzeit zehn auf dann 16 Mitarbeitende, die zudem in der Feldarbeit beschäftigt werden. Der alte Kuhstall mit 30 Plätzen ist zu klein geworden und wird demnächst zunächst genutzt werden für die Unterbringung von Gerätschaften und Fahrzeugen.

Voraussichtlich ab Spätherbst werden in dem neuen Stall rund 70 Milchkühe in einem modernen Stall nach den Bioland-Richtlinien gehalten. Dazu passt, dass die seit Jahren mit dem Hofgut geschäftlich verbundene Upländer Bauernmolkerei in Usseln ausgebaut und mehr Milch aus dem Gut bei Twiste abnehmen wird.

Der neue Stall und der Güllebehälter werden voraussichtlich 1,45 Millionen Euro kosten. Die Investition wird mit einem Zuschuss von 300 000 Euro gefördert.

Die vom Bund und von der EU bereitgestellten Mittel stammen aus dem Programm des Landes für die „einzelbetriebliche Investitionsförderung im Rahmen des Entwicklungsplanes für den ländlichen Raum“.

Etliche Tausend Kubikmeter Erdreich wurden aus einem Hang in der Nähe des Bauernhofes abgetragen und an anderer Stelle zum Auffüllen verwendet, um eine entsprechend ebene und tragfähige Fläche für die Bauwerke zu schaffen.

In diesen Tagen hat ein Unternehmen mit dem Aufbau der Halle begonnen. Geplant sind ein moderner Boxenlaufstall mit einem zwölf Plätze umfassenden, so genannten „Fischgräten-Melkstand“ sowie eine Güllegrube und eine Fahrsiloanlage.

Der landwirtschaftliche Betrieb auf dem seit den 80-er Jahren von der Lebenshilfe genutzten Hofgut bietet die Teilhabe am Arbeitsleben. Dazu gehören Tätigkeiten wie das Fahren mit einem Traktor und der verantwortungsvolle Umgang mit Tieren: „Das ist besonders wichtig“, sagt Olaf Stapel, Vorstandsmitglied des Lebenshilfe-Werks Kreis Waldeck-Frankenberg für den Fachbereich Arbeit.

Daneben werden 300 Legehennen gehalten, mehrere Esel und ein Pferd, die ebenfalls die Zuwendung der Mitarbeiter bekommen. Auf dem Gut bieten eine Kartoffelschälerei für die Versorgung heimischer Gastronomiebetriebe und eine Metzgerei, in der Fleisch aus befreundeten Bio-Betrieben verarbeitet wird, Jobs.

Insgesamt sind es 56 Mitarbeitende, von denen einige täglich pendeln. Dazu gehören auch Bewohner des von der Lebenshilfe für betreutes Wohnen umgebauten ehemaligen Bahnhofs im Dorfzentrum.

Insgesamt bestehen auf dem Hof Rocklinghausen 43 Wohnplätze mit entsprechenden Betreuungsangeboten. Einige der dort lebenden Bewohner sind bereits in Rente. (Von Armin Haß)

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