Lebenshilfe plant neuen Stall auf dem Hof Rocklinghausen

Gut für Menschen mit Behinderungen   

Bauplatz besichtigt: Hofgut-Leiter Bernd Kramer (Mitte) zeigt den nordwaldeckischen Bürgermeistern (von links) Jürgen van der Horst, Stefan Dittmann, Hartmut Linnekugel und Elmar Schröder, wo ein neuer Kuhstall errichtet werden soll. Foto: Armin Haß

Twistetal-Twiste. Unter den Unternehmen in Nordwaldeck nimmt das Lebenshilfe-Gut Rocklinghausen eine besondere Stellung ein. Grund genug für die vier Bürgermeister, sich den  Betrieb mit Metzgerei, Kartoffelschälerei und zwei Häusern für betreutes Wohnen anzuschauen.

Über 60 Menschen unterschiedlichen Alters sowie mit psychischen, geistigen und körperlichen Behinderungen treten auf dem Bioland-Betrieb jeden Morgen ihre Arbeit an, sei es bei der Zubereitung des Frühstücks, bei der Herstellung von Fleischprodukten, beim Füttern von Milchkühen, bei der Getreideernte oder dem Einsammeln der Eier aus dem 300 Legehennen zählenden Stall.

Angebot für Berufsbildung

Allein sieben junge Leute nehmen momentan Angebote zur Berufsbildung war. Dabei erweisen sich die Kontakte zu Förderschulen, wie etwa der Karl Preising-Schule, als wertvoll. Rund 60 Mitarbeiter beschäftigt die Lebenshilfe, um die Begleitung und Betreuung rund um die Uhr sicherzustellen.

Das mithilfe von Zuschüssen des Sozialministeriums von der Lebenshilfe 1983 eröffnete Gut ist in den vergangenen Jahren erweitert und modernisiert worden, 2016 wurde der seniorengerechte und mit Einzelzimmern mehr Privatsphäre bietende Anbau fertiggestellt.

Das nächste Vorhaben

Als nächstes Projekt wird der Bau eines neuen Milchviehstalls auf dem 83 Hektar großen Gutsgelände angestrebt. Etwa 1,2 Millionen Euro sind dafür veranschlagt worden, wobei 300 000 Euro vom Landwirtschaftsministerium erwartet werden. Dieser Zuschuss würde auch für gewöhnliche Ställe von ähnlicher Größenordnung gewährt, sagt der seit 1989 als Gutsleiter tätige Agraringenieur Bernd Kramer.

„Wir sind froh, wenn wir den Stall bekommen“, sagt er. Investitionen bewillige der Lebenshilfe-Vorstand nur, wenn das Geld auch wieder erwirtschaftet werde. Das sei nicht einfach. Echte „Cash Cows“ , also gewinnbringende Bereiche, gebe es nur wenige. „Wir leben von den Betreuungsentgelten der Leistungsträger“, berichtet Kramer. Immerhin sei das Lieferrecht für höhere Mengen für die Upland-Molkerei sichergestellt, berichtet Kramer, der stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Molkerei ist.

Erfüllende Aufgabe

Der Diemelstädter Bürgermeister Elmar Schröder schwärmte von der idyllischen Lage des Hofgutes bei Twiste und unterstrich die Möglichkeit, Menschen eine erfüllende Aufgabe zu geben. Es sei unter diesen Rahmenbedingungen gewagt zu erwarten, dass die Investitionen komplett wieder hereingeholt würden.

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