Hand- und Spanndienste der Vereine sind fest eingeplant 

Handwerker im Ehrenamt helfen, die Mühlhäuser Halle umzubauen

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Deutlich sichtbares Beispiel für Eigenleistungen: Am Sanitäranbau erläutern (von links) Ortsvorsteher Ludger Krouhs, Thomas Tönepöhl von der Handballspielgemeinschaft und TV-Vorsitzender Jörg Fingerhut mit Bürgermeister Stefan Dittmann, wie viele Stunden bisher geleistet wurden.   

Twistetal-Mühlhausen. Eine große Mannschaft handwerklich geschickter Bürger verbringt seit dem vergangenen Frühjahr mehr Stunden auf dem Bau als daheim: 1200 Stunden haben die insgesamt 75 Helfer ehrenamtlich und unentgeltlich geleistet.

Dazu kommen noch die Stunden, die die Maschinen gelaufen sind, die die Baufirmen Marpe, Rohde und Wachenfeld zur Verfügung gestellt haben. Dabei waren auch die Mitarbeiter als sachkundige Bediener im Einsatz – manche auch in Doppelfunktion als ehrenamtliche Helfer und als tagsüber eingesetzte Bauhandwerker.

Handballer packen mit an

Das deutlichste Ergebnis der abends, nach Feierabend und an Wochenenden geleisteten Eigenleistungen ist das neue Sanitärgebäude, das in Richtung Sportplatz errichtet wurde.

„Der Anbau bringt eine deutliche Verbesserung und ist wichtig für die Sportler“, stellt Bürgermeister Stefan Dittmann bei einem Baustellenbegang mit der Waldeckischen Landeszeitung, Ortsvorsteher Ludger Krouhs, dem TV-Vorsitzenden Jörg Fingerhut und dem Leiter der Handballspielgemeinschaft (HSG), Thomas Tönepöhl, fest.

Standen vorher nur zwei Duschräume und entsprechend wenige Umkleideräume zur Verfügung, so sind es jetzt vier Räume mit jeweils vier Duschen.

Sowohl für den Trainings- als auch für den Turnierbetrieb ist die Erweiterung von Bedeutung. Allein in der HSG sind 17 Mannschaften aktiv. Zudem finden Turnen und Gymnastik für Kinder ab drei Jahren bis hin zu etwa 80-jährigen Senioren statt. Die Mühlhäuser haben zur Vorbereitung des neuen Sanitärtraktes bereits im Frühling mit den nötigen Vorarbeiten begonnen. In dem Zuge wurden 150 Meter Kanalleitung ausgetauscht und neue Schächte angelegt. Hierfür war die Unterstützung durch die Baufirmen wichtig.

Wer zahlt den Maschineneinsatz?

Fundamente und Bodenplatten sowie die Wände und Decken haben die ehrenamtlich tätigen Helfer Zug um Zug neu gebaut.

Alte Duschräume wurden für die Unterbringung der Technik, für Putzmittel und andere Lagerzwecke umgewandelt.

Der nächste Kraftakt, unterstützt durch einen Radlader, war der Abbau des gerade 20 Jahre alten Hallenbodens und die Sortierung des Materials. 15 Leute waren in allem dafür im Einsatz.

Der Estrichboden ist inzwischen ausgeglichen worden, dort soll ein robuster Sportboden eingebaut werden, der auch für andere, große Veranstaltungen genutzt werden kann: „Schließlich ist und bleibt es eine Mehrzweckhalle“, macht Ortsvorsteher Ludger Krouhs deutlich.

Was kommt als Nächstes?

Der nächste Bauabschnitt zeichnet sich buchstäblich an der östlichen inneren Giebelseite ab: Dort sind die Umrisse für die beiden Tore zum geplanten Lager aufgemalt worden, für die die Wand durchbrochen werden muss.

Der Anbau mit einem Grundmaß von 11,50 mal 4,50 Metern wird ebenfalls in Eigenleistung errichtet. Dort sollen demnächst Turngeräte und andere Sportausrüstung sowie Festzeltgarnituren gelagert werden.

Die Mühlhäuser Vereine haben Umlagen gezahlt, aus denen die Verpflegung der unentgeltlich tätigen Helfer bezahlt wird. Sie werden noch einige Arbeiten erledigen müssen. Krouhs: „Die Leute haben das Gefühl, dass sie durch ihren Einsatz etwas bewirken können.“

 Im Zuge der 1,6 Millionen Euro teuren Sanierung wurden unter anderem das Dach erneuert und wird der Brandschutz verbessert. Zudem wird durch neue Installationen, durch LED-Lichttechnik und Dämmmaßnahmen zur Energieeinsparung beigetragen. Im September soll die Sanierung der Mehrzweckhalle abgeschlossen werden. Die nächste Handballsaion beginnt dann wieder – auch in Mühlhausen.

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