Mit Holz hat er’s drauf

Handwerklich topfit: Tischler Axel Bieker ist Kammersieger geworden

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Er liebt die moderne Holzverarbeitung als Mischung aus Handarbeit und computergesteuerter Technik: Tischler Axel Bieker, hier im Ausbildungsbetrieb Isenberg in Berndorf, ist Kammersieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks.

Berndorf/Marsberg. Ideen am Computer entwickeln, dreidimensional zeichnen und anschließend das Holz sägen, bohren, schleifen: Die Mischung aus Arbeit am PC und handwerklicher Tätigkeit fasziniert Axel Bieker. Diese Abwechslung findet der Tischler „extrem gut“.

Extrem gut hat der 21-Jährige aus Marsberg-Canstein auch seine Gesellenprüfung abgeschlossen. Deshalb wurde er zum Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks eingeladen und ist Kammersieger geworden. Am Wochenende erhielt er dafür in Kassel seine Urkunde.

Bei dem Wettbewerb baute er den besten Werkstattbock. Jetzt steht seine nächste große Aufgabe an: das Meisterstück bauen. Axel Bieker hat beim Ausbildungsbetrieb Wulf Isenberg in Twistetal-Berndorf gelernt und wird dort auch nach Abschluss der Meisterschule angestellt sein.

Hier darf er die Werkzeuge und Maschinen nutzen, um in den nächsten Wochen sein einzigartiges Möbelstück zu fertigen. Bis zum 5. April muss es an der Holzfachschule Bad Wildungen sein, wo alle Meisterstücke am 8. April ausgestellt werden. Axel Bieker verrät schon, was er bauen wird: Ein übergroßes Doppelbett.

Der 1,96 Meter große Tischler hat eine Not zur Tugend gemacht. „Ich bin relativ groß und habe deshalb mein Bett zu Hause von zwei Meter auf 2,40 Meter verlängert.“ Sein Meisterstück wird daher auch Sondermaße haben: Die Liegefläche wird 2,40 Meter lang sein. Und als Doppelbett 1,80 Meter breit. „Falls später mal eine Freundin einzieht.“

Der Entwurf ist längst fertig, das Bett am Computer gezeichnet. Axel Bieker hat einige raffinierte Elemente eingebracht. Unter dem Bett versteckte gezinkte Schubkästen, ein Schrank am Kopfende mit Apothekerauszügen sowie Nachttischschränkchen, die darin eingeharkt werden. „Es muss meisterwürdig sein“, sagt Axel Bieker.

Er baut also einfach das, was ihm gefällt. Sein Gesellenstück war eine Kombination aus Schreibtisch und Sideboard, das er auch für den Eigenbedarf verwendet. Der alte Schreibtisch wurde dann nicht mehr gebraucht, und so wird es auch mit seinem Bett sein. „Als Tischler hat man sehr viele Möbel übrig.“

Für das Meisterstück wird der junge Tischler Rüster und Wenge zuschneiden und aushobeln. Das sind die Holzsorten, die er sich ausgesucht hat. „Vor allem Wenge hat eine schöne, dunkle Optik“, erklärt Axel Bieker. Er wird das Material schleifen und die Oberflächen behandeln. Danach gilt es, die Teile zu leimen oder per Zinken zu verbinden. In der Werkstatt wird er ganz klassische Werkzeuge wie Japansäge und Stecheisen verwenden, außerdem kommen computergesteuerte Maschinen zum Einsatz.

„Das macht mir Spaß – nicht nur handwerklich, sondern auch viel an Maschinen zu arbeiten.“

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